Kleine Nachtmusik in Farbe

Von Rotklinkern flankiert

[Soundtrack zum Blogpost] Andreas Feininger würde wahrscheinlich dazu raten, dass man Bilder, in denen Licht und Schatten eine so wichtige Rolle spielen, in Schwarz-Weiß aufzunehmen, aber dann würde der rote Himmel nicht so zur Geltung kommen wie er sollte. Schließlich hatte er – vom Hamburger Hafen illuminiert – mich erst so richtig dazu animiert, das Haus nach Mitternacht mit Stativ und Nikon D40 wieder zu verlassen, nachdem ich doch gerade erst heim gekommen war. Mit weniger Himmel ist black&white allerdings super, wie ich finde – Beispiel im Zweit-Blog.

Blue Moon Engines

Und wo ich dann schon mal unterwegs war, konnte ich auch ein wenig Blau auf den Chip bannen und zwar vom Leuchtschild der Firma Kolbenschmidt an der Friedensallee in meiner Nachbarschaft. Es ist so ziemlich das letzte produzierende Werk in der unmittelbaren Umgebung. Der Stadtteil wandelt sich in den letzten Jahren stetig zu einem nun recht teuren Pflaster, wo sanierte Eigentumswohnungen. Lofts und immer neue Bürobauten den alten Charakter eines Arbeiterstadtteils zur Kulisse verkommen lassen.

Ottensen Rot-Weiß

Eifersüchteleien wegen neuer Kamera

Phillibert versus Rollei B35

Er hatte sich immer ruhig verhalten wenn eine neue Kamera kam: als die AgfaBox kam wurde gewedelt, die AgfaClack wurde kaum weniger wohlwollend aufgenommen, die Brownies wurden beschnuppert, Digitalkameras als Freunde erkannt, für die kaputte Minox 35 wurde geheult, als ob es hilft, doch die Rollei B 35 wird offenbar als Rivale um die Gunst betrachtet. Dabei kommt die Kleinbildkamera sehr spartanisch daher mit schmutziger Linse, aber mit dem Selen-Belichtungsmesser, der heute – wo die Batterien für die anderen Modell kaum noch zu bekommen sind – kaum von Nachteil ist.

Ich hatte eine Tüte alter Minolta SLRs, denen man die Jahre durchaus ansah, zum Photohaus Colonaden getragen und war mit der Rollei B 35 (vor 1976, Singapur) wieder herausspaziert. Nicht nur, dass die Tasche plötzliche viel leichter war, ich hatte endlich eine Immer-dabei-Analogkamera, die nicht so banal war wie die Olympus mju-1 oder so beschränkt wie die durchaus witzige Knipse Golden Half. Hoffen wir, dass wir die Linse wieder sauber bekommen! Der Hund kann auch ganz anders! (youtube-Video.)

Black Beauty B

UPDATE! Wir haben die Linse der mit dem Hund ringenden Rollei nicht mehr sauber bekommen. Also nach der Arbeit im Sauseschritt zum Photohaus Colonaden, wo man mir kurz vor Toresschluss obige schwarze Schönheit im Tausch anbot. Ich griff bereitwillig zu, da die mich so niedlich anschauenden Mittelformatskameras von Rolleiflex, Mamiya und natürlich Hasselblad zwar soooooooo hinreissend waren, aber heute auch nicht zu bezahlen. Wuff!

Manuelle digitale Fotografie

DDR is watching you!

Zugegeben! – Es könnte etwas verfrüht sein, hier bereits über die manuelle digitale Fotografieren zu dozieren, denn erst vor wenigen Stunden habe ich damit begonnen nachdem mein Adapter-Ring (Objektiv mit M42-Gewinde auf Minolta/Sony-Anschluss) den Weg aus dem fernen China hier den Weg auf meinen Küchentisch gefunden hatte. Seit Wochen war ich ganz aufgeregt und ungeduldig, daher betrachten wir diesen Blogpost als kleinen Befreiungsschlag und Jubelfeier!

Bunch of Roses

Zuerst wollten Konica Minolta Dynax 7D und das Pentacon 2.8/29mm nicht so recht zusammenarbeiten, doch mein Post im SonyUser-Forum wurde fast umgehend beantwortet und dann fand ich doch noch die richtigen Einstellungen im Menü der DSLR. Ich machte also die ersten Bilder mit meinem manuellen Weitwinkelobjektiv hier in der Nachbarschaft, an sich belanglos, als völliger Anfänger, aber ich muss einräumen: das macht durchaus Spaß!

Schuld an dem ganzen Dilemma ist natürlich wieder jemand anderes: Sören! – Ich war eigentlich auf der Suche nach einem AF-Weitwinkel für meine Kamera und dann wies man mich nachdrücklich auf die Qualität und die preisliche Attraktivität der M42-Linsen aus der früheren DDR hin – ich hoffe nur, dass wächst sich nicht zu einer manuellen Weltanschauung aus. Allerdings hat Bokeh auch was für sich – Schluss! Aus!

Perle der Elbe – Altenwerder II

Dead End

In Teil I dieser Triologie über Altenwerder wurde schon dieses und jenes über den Ausflug in den zugunsten des Hamburger Hafens aufgegebenen Ort berichtet. Nur noch Kirche und Teile des Friedhofs sind übrig und ein paar Spuren am Wegesrand, so wie obige Schranke oder der Schalt- oder sonstwas-Kasten unten.

Kein Anschluss

Von dem Maleur des leeren Akkus und dem somit auch etwas erzwungenen Umstiegs von der Konica Minolta Dynax 7D auf die Minolta 5000 hatte ich bereits geschrieben. In der Kamera eingelegt ein ADOX CHS 50 Kleinbildfilm, was das Gerät nicht daran hinderte, darauf zu bestehen, dass es ein Film mit ISO 200 sei – da ließ sie auch nicht mit sich verhandeln. Ich gab den Film also unter Angabe des Disputs zwischen Mensch und Technik bei Foto Köhler in Altona ab und heute endlich konnte ich die Ware scannen: in der Tat hatten die Bilder das Flair der 1950er Jahre und das in einer Spielreflexkamera von 1988.

Gefallenendenkmal I Gefallenendenkmal II Schönheit bahn sich ihren Weg

Perle der Elbe – Altenwerder I

Engel von Altenwerder

Lange schon war ich wild entschlossen, nach Altenwerder (Wikipedia) zu fahren und Fotos zu machen, denn von dem kleinen Ort ist wegen des Platzbedarfs des Hamburger Hafens nicht mehr viel übrig geblieben: es stehen nur noch die Kirche und einige Grabsteine vom urspünglichen Bestand. Da der Kollege “Metapartikel” sich auch für den Ort interessierte, machten wir uns auf den Weg auf die andere Elbseite – nach einer knappen Viertelstunde ab Abfahrt Altona standen wir also mitten im Hafen und plötzlich vor der Altenwerder Kirche, wo uns sofort dieser Engel auffiel.

Erträglich hatre Holzbank

Wenig später betraten wir die Kirche und zu unserem großen Glück war gerade der Küster vor Ort und der zeigte uns bereitwillig das Gebäude sowie das kleine Museum und gab uns Hinweise auf gute Motive. Wir waren sehr dankbare Zuhörer. Etwas undankbarer derweil der Akku meiner Konica Minolta Dynax 7D, denn der ließ alsbald über das Display ausrichten, er sei nun leer. Zu meinem Glück hatte ich aber noch meine Minolta 5000 (ADOX CHS 50 135) und die Pentax auto 110 (Fujicolor 200 110) dabei – es wird also einen analogen Nachschlag geben, auf den ich selbst ganz gespannt bin. Eine Wiederholung des Ausflugs streben wir auch an und dann nehme ich nicht nur ein 50mm und 75-300mm mit. Weitwinkel war diesmal allein Sache der Pentax mit ihrem 2.8/18mm.

Kreise im Turmfenster Stillstand der Zeit Tor vom Friedhof ins Nichts Vom Himmel hoch Gequirlter Himmel über Altenwerder

Diana-Linsen auf der (D)SLR

Das Thema der digitalen Lomographie hatte ich hier und da schon einmal gestreift, in meinem alten von mir durch Unachtsamkeit und Ungeduld vernichteten Blog bereits zu den Holga-Linsen an Spiegelreflexkameras (holgamods.com) geschrieben und nun kommen die offiziellen Lomographen selbst auf die Idee – nur, dass es sich um Diana-Linsen handelt, die entweder an Canon EOS oder an Nikon F-Anschlüsse geschraubt werden können. Holgamods hatte da eine etwas größere Palette, aber das als Randnotiz.

Für den Adapter selbst werden 12,00 Euro fällig, wenn man praktischerweise doch eine Linse (mit Adapter) haben möchte, werden folgende Preise aufgerufen:  20mm Fisheye 45,00 Euro; 38mm Super-Wide 40,00 Euro; 55mm Wide & Close-up 50,00 Euro; 110mm Tele 40,00 Euro (ohne Gewähr).

Ich selbst grüble noch, ob ich mir eine der beiden Lösungen zulegen sollte. Auch wenn ich selbst oftmals digitale erst am Rechner auf analog trimme – es ist nicht das gleiche: dieses Bild von Liebe Minou zum Beispiel ist analog und das macht den Charme aus.

Jagdglück unter riechenden Männern

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Eigentlich hatte ich ja gar keine Zeit, das Wochenende voller Arbeit, doch dann ergab es sich, dass ich am Sonnabend vor der Fahrt in die Redaktion doch noch zwei Stunden entbehren konnte. Wozu? – Mein geschätzter Stilpirat berichtete, dass ganz in meiner Nähe ein Fotoflohmarkt stattfinden sollte und das interessierte mich dann schon.

Pentax auto 110

Kurz nach Öffnung des Flohmarkts stand ich also im Haus Eimsbüttel, bezahlte ohne zu Murren die 2,00 Euro Eintritt bei einer Frau, die die Liebe des Gatten zur Fotografie schon über viele Dekaden gleichmütig ertrug. Auf den ersten Blick war ich etwas enttäuscht von den Angeboten, zumal ich eigentlich zwei Dinge auf dem Zettel hatte, nämlich Leerspulen für 620er Rollfilme und einen Gossen Sixtino Belichtungsmesser. Mein Blick fiel dann aber schnell bei der ursprünglichen Betrachtung einiger feiner Rollei 35 auf eine Pentax auto 110, die ich schon so lange wollte – da der Preis für diese Spiegelreflex mit zwei Weitwinkelobjektiven stimmte, wurde sie mein. Weiter stöberte ich, immer nahe den – zum Teil auch etwas muffig riechenden – Zeitgenossen und erstand noch eine Tüte voller abgelaufener 126er und 110er Filmen. Ich war nicht unzufrieden, aber glücklich, wieder an der frischen Luft zu sein.

Fenster zum Hof – HDRI

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[UPDATE: neue Bilder] Die Zwitscher-Abteilung von gaengeviertel.info hatte mich ermutigt, einmal mehr zu den bislang weitgehend ungenutzten Gebäuden an Bäckerbreitergang, Caffamacherreihe und Valentinskamp zu reisen und nochmals Fotos zu machen. Zweimal hatte ich den morbiden Charme schon mit meinen Fotohomies aufgesucht – nun also wieder, wo eine Initiative aus Künstlern Besitz vom Gelände genommen hat.

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Ich bin nicht sicher, warum ich heute so auf Fenster fixiert war, vielleicht war es einfach dem Umstand geschuldet, dass ich für die Konica Minolta Dynax 7D kein Weitwinkel besitze – ein Pentacon 29mm MF-Objektiv ist unlängst ersteigert, aber noch nicht eingetroffen, der M42-Adapter aus China lässt auch noch auf sich warten. Nun gut! Mein Fazit: 1) Endlich konnte man alle Höfe betreten. 2) Niemand weiß, wer für das Gängeviertel twittert – o.k., ich habe nur mit der Frau im Aktionsbüro gesprochen. 3) Viele Künstler reagieren auf “Moin, moin!” schreckhaft. 4) Es ist nicht alles HDR.

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Über den Reiz des Mangels – rare Filme finden

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Ich glaube, es begann alles mit der wunderschönen Kodak Brownie Starflex, die ich bei ebay ersteigert habe, aber nicht alleine als Vitrinenstück besitzen wollte. Mit jeder Kamera, die ich besitze, möchte auch Fotos gemacht haben – das ist bei der Starflex nicht einfach, denn der 127er Rollfilm ist im Handel kaum noch zu erhalten, aber ich habe noch einige Quellen aufgetan, die ich wie für die die Filme anderen “Exoten” am Ende des Artikels aufführen werde. Weit problematischer erschien es etwas später, 620er Rollfilme für die große Schwester der Starflex – die Reflex 20 (Videotutorial) – zu bekommen. Doch dieses Problem löste sich schnell, denn mein Fotohändler Köhler spulte mir noch problemlos erreichbare 120er Rollfilme auf die 620er Spule um. Man muss derer allerdings mindestens zwei haben – die werden aber noch bei ebay gehandelt, wo man auch über einen “35mm to 620 film adapter” stolpert, von dem kaum anzunehmen sein darf, dass er wirklich funktionert!

Soweit zu den Rollfilmen, doch in den letzten Dekaden gab es durchaus noch andere Formate, wobei dem gemeinen Fotofreund wohl am ehesten der Pocketfilm 110 ein Begriff sein dürfte, er wurde in den beliebten Ritsch-Ratsch-Kameras, wie meiner Agfamatic 2000, aber auch in die ultrakompakte Spiegelreflex Pentax Auto 110 eingesetzt und ist heute weitgehend vom Markt verschwunden, wird aber offenbar immer wieder in kleinen Margen produziert. Ein weiterer Kassettenfilm, mit dem ich erst kürzlich in Verbindung gekommen bin, ist der Instamaticfilm 126 (Videotutorial) , der quadratische Negative von 3,8×3,58cm belichtet. Zwei ganze Filme hatte ich mir selbst noch beim Reingruber in Rothenburg ob der Tauber sichern können – damit war der Vorrat endgültig (!) aufgebraucht. Komplettiert wird das Gruppenbild mit Koffer durch meine Fuji Instax Mini 7s – die Kamera ist ein Mitbringsel aus Japan und die Sofortbildfilme sind hier nicht erhältlich. Schlimm!

Nun meine Quellen:

110: Fotohaus Klinger; Fotoimpex

126: Frugal Photographer (NICHT getestet!)

127: B&H Photo, USA; Fotoimpex; Spürsinn (neben s/w auch Farbfilme unten)

620: B&H Photo, USA (keine exotische Neuauflage, sondern fertig umgespulte 120er Marken-Filme)

Bitte seid so gut und teilt mir per Kontaktseite oder Kommentar mit, wenn ihr noch andere Quellen für seltene Filme ausfindig gemacht habt! Danke!

Auf der Adolf-Jäger-Kampfbahn

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Die Länderspielpause der Bundesliga ermöglichte es mir und der besten aller Häften, nach nunmehr einem guten Jahr wieder einmal bei meinem “local team” Altona 93 vorbei zu schauen. Der AFC, der Anfang des 20. Jahrhunderts gar drei deutsche Nationalspieler – darunter den legendären Adolf Jäger – stellte, kickt nach dem letztjährigen Abstieg in der Oberliga Hamburg, also der 5. Spielklasse.

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Mitgenommen hatte ich natürlich aus eine kleine Fotoausrüstung bestehend aus der Konica Minolta Dynax 7D, einer 50mm-Festbrennweite und dem 75-300mm-Zoom. Auf einen Platz direkt am Spielfeldrand oder eine Sitzposition hatte ich bewusst verzichtet, wollte nur nebenbei einige Bilder schießen und musste eingestehen, dass mir das früher – als ich noch für die Altona 93-Webseite auf Bilderjagd gegangen war – noch etwas besser gelungen war. Ich beschloss also, in erster Linie Stimmungen einzufangen.

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