Zum jährlichen Kegelabend

Na, wo isser denn?

Es ist zur lieben Tradition geworden, dass alljährlich kurz vor Weihnachten zum Kegelarbeit gebeten wird, vorzugsweise in Landgasthöfe am Rande Hamburgs oder wie im diesjähigen Fall im Vereinsheim des SV Lurup im Westen der Stadt. In all diesen Jahren ist mir noch kein Veranstaltungsort untergekommen, der auch nur im Traume mit den Prädikaten “hip”, “schick” oder gar “zeitgemäß” versehen worden wäre, aber das ist auch gut so – man merkt doch erst wieder, dass etwas fehlt, wenn irgendeine Boutiquenkette an seiner statt oder fast noch schlimmer: ein Starbucks eröffnet.

kagamiyama kegeln04

An der Flurstraße wurden wir nicht enttäuscht: die Bahn war im recht guten Zustand, die Kegel hingen an Seilen, die schon deutlich bessere Tage gesehen hatten, das Essen war günstig, die Regeln streng, die Bedienung freundlich und wir wohl die einzigen Gäste an jenem Abend, spielte die Ligamannschaft doch auswärts. Alles in allem ein runder Abend mit dem obligatorischen Muskelkater am nächsten Tage – man wird älter, jedes Jahr!

Kegelbahn des Schreckens etwas spiessig

Warum bloggst Du eigentlich? – Schweigen!

selfshotgestreift

Mein lieber Freund Stilpirat hat mir eines dieser ominösen Stöckchen der Bloggerszene zugeworfen – kurz nachdem mich eine ältere Dame aus dem Bett geklingelt hatte und darauf bestand, jetzt umgehend Erna sprechen zu können. Ich war also super drauf, alle so: toll! und verschob meinen Beitrag auf den folgenden Tag, also heute.

Warum bloggst Du?

Angefangen hatte es damit, dass ich mir meine Domain gesichert hatte, um mir selbst Email-Adressen mit meinem Familiennamen einrichten zu können. Ich hatte zudem für ein Forum einst einen Virtual-Server mit MySQL-Datenbank gebucht und dann mal WordPress hochladen. Ich bloggte also! Erst über den iPod touch, doch das war doof, dann eher über Fundstücke, Anekdoten und langsam immer mehr zur Fotografie. Mittlerweile ist es ein reiner Fotografie-Blog.

Seit wann bloggst Du?

2 Jahre in etwa. Meine erste Webseite hatte ich allerdings 1998 eingerichtet.

Warum lesen Deine Leser Dein Blog?

Das würde ich auch gerne wissen. Ich denke mal, dass ihnen meine Bilder gefallen, denn vielmehr als diese vorzustellen und etwas zur Entstehung zu schreiben, tue ich nicht. Einige Produktnews und Vorstellungen von Fotografen und Innen kommen noch hinzu. Ich erdreiste mich nicht, anderen Leuten etwas beibringen zu wollen, zumal ich als Fotograf noch in den Kinderschuhen stecke *aua*. Heute ist es leider oft so, dass auch ziemlich ahnungslose Zeitgenossen, jemandem etwas beibringen wollen und dabei auch eine ganze Menge dummes Geschwätz posten. Ich bleibe lieber in dem Rahmen, den ich verstanden habe.

Welche war die letzte Suchanfrage, über die jemand auf Deine Seite kam?

lustige küchenbilder

Welcher Deiner Blogeinträge bekam zu Unrecht zu wenig Aufmerksamkeit?

Mein “Fotowettbewerb SHICEPARKEN”. Da hat keine Sau mitgemacht.

Dein aktueller Lieblings-Blog?

akihabaranews.com – eigentlich schon seit Jahren ganz vorne dabei. Stillt meine Sehnsucht nach Tokyo mit kleinen Videofilmen aus der Stadt und natürlich gibt es die neusten Techniknews aus Japan.

Welchen Blog hast du zuletzt gelesen?

generation-zweinull.com – Dort habe ich die Fragen rauskopiert!

Wie viele Feeds hast du gerade im Moment abonniert?

10 – Die meisten Blogupdates bekomme ich ja via twitter mit.

An welche fünf Blogs wirfst du das Stöckchen weiter und warum?

- Ich werfe den Stock weiter an Tilla Pe, die mir dafür gewiss so gar nicht dankbar sein wird, aber ihre Bandbreite von feinster Analogfotografie bis zur Fluggesellschaften-Schelte ist unübertroffen.

- Auch der Stylespion wird von mir bedacht, ein bisschen aus Dankbarkeit dafür, dass er mich beim “Herz für Blogs” vor einiger Zeit genannt hatte. Ich hoffe, er fasst das so auf … (… hat er nicht so ganz, via twitter abstimmen lassen, ob er das Stöckchen aufnehmen soll. Sein Volk sprach wie gewünscht.)

- Die restlichen drei Stöcke vergrabe ich an unbekannter Stelle, nehme keine Wetten an, ob daraus jemals ein Baum wird.

Dirty Golden Half

Bleibt sauber, Jungs & Deerns!

Ich würde es wohl nicht zum Konzept erheben, meine Golden Half Halbformatkamera stiefmütterlich zu behandeln, unbeachtet in der Vitrine versauern zu lassen und wenn ich mich erbarme, sie zu nutzen, ihr den entbehrlichsten Kleinbildfilm einzupflanzen. Es ist auch kein Konzept, es ist die lieblose Tatsache, dass Beirette und Zenit der kleinen Knipse derzeit den Rang abgelaufen haben.

Gängeviertel Streetart

Nun aber, mit der Einsicht, dass nur wenige Bilder aus der Kamera – zumindest in schwarz/weiß – in charmanter Qualität sind, bekenne ich mich durch den völligen Verzicht auf Nachbearbeitung zum dreckigen Charakter der Ergebnisse und – wie sollte es anders sein: ich finde dann doch irgendwie irgendwas charmant daran.

Flowers for Streetart Barmbeker Straßenbilder Schiefe Eingänge

Tokioter Streifzüge – Interview mit Yuhi

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Das World Wide Web ist in der Tat manchmal eine erfreuliche Seite der Globalisierung, auch wenn sie mir zeigt, dass nicht nur in Deutschland, sondern praktisch zeitgleich in Japan die Frauen wegen irgendwelchen Schuhen H&M-Filialen bestürmen. Nun, das am Rande. In meinen flickr-Alben merkte ich vor einiger Zeit, dass der User hongkongmuffin immer wieder Bilder von mir zu seinen Favoriten hinzufügte. Mit einem Klick – ja, ja, das WWW! – schaute ich mir dann mal seine Bilder an und da gefielen mir doch so einige. Mit Kompaktkameras zieht Yuhi durch Tokyo, meiner ausgemachten Lieblingsstadt – außerhalb von Hamburg. Ich bat ihn also um Arbeitsproben und ein Interview. Hier kommt es – holprig und mit Werbelinks zu meinen Gunsten.

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Kannst Du uns ein wenig etwas über den Ort, in dem Du wohnst erzählen?

Ich lebe am Stadtrand von Tokyo, in Tama City und fahre oft nach Shinjuku (Anmerkung: größtes Kommerz- und Vergnügungsviertel im Westen Tokyos mit Sitz der Verwaltung) um zu fotografieren.

Du benutzt hochwertige Digitalkompaktkameras, wie die Ricoh GR Digital III (damit wurden hier gezeigte Fotos gemacht) oder auch die Sigma DP2. Warum? – Hast Du immer eine Kamera dabei oder packst Du sie für einen geplanten Fotowalk ein?

Außer auf der Arbeit habe ich eigentlich immer eine Kamera dabei, doch meistens gehe ich mit dem Vorhaben, Fotos zu machen, los.

Wie man in Deinem flickr-Stream sehen kann, bevorzugst Du urbane Fotografie in der Großstadt, aber Du beschränkst Dich nicht alleine auf die Architektur, sondern lichtest auch die Menschen ab, die sich in diesem Umfeld bewegen. Wo liegt darin die Faszination für Dich?

Ich fühle den Charme dieser künstlichen Umgebung. Diese wird die Welt früher oder später absorbieren. Es ist, wie das aktuelle Erscheinungsbild dieser Welt zu beobachten oder zu bannen, bevor es schon wieder vergangen ist.

Seit Du in letzter Zeit sehr viel im quadratischen Format fotografiert hast, reizen Dich denn auch klassische Analogkameras, wie zum Beispiel eine Hasselblad?

Ja, eine Hassey oder eine Rollei interessiert mich schon, doch sofern ich eine erlangen sollte, würde sich mein Stil der Fotografie nicht ändern.

Vielen Dank für das nette Gespräch. Ich will auch so eine Ricoh haben!

[Schweigen]

Fotowalk über zwei Brücken

Brücke über Brücke

Angedacht, geplant, verkündet, gemacht – das schnelle 4-Punkte-Programm für Fotofreunde und Fotofreundin für den düsteren Herbstabend. Zwei Standorte wurden für die Langzeitbelichtungen im Hamburger Hafen ausgeguckt und im Troß der lustigen Stativaufsteller angefahren. Die erste Station war der Fähranleger “Neuhof” unterhalb der Köhlbrandbrücke, das zweite Mal parkte man die Autos nicht weit von der Kattwykbrücke und maschierte fast bis zum Containerterminal Altenwerder.

Let's hang - Gegenlicht

Eingepackt hatte ich neben meinem kleinen Bruder, der erstmals mitspielen durfte, die Nikon D40, die Konica Minolta Dynax 7D und last, but not least: meine Zenit ET. Zugegeben, die Nikon war das Arbeitstier an diesem Abend, sechs der acht vorgestellten Bilder machte die handliche DSLR. Belichtet wurde mit Zeiten zwischen 2 und 30 Sekunden bei Blenden zwischen 3.5 und 20 – Spielkram, schön kitschig, nicht uncharmant, schöner Abend!

Nächtlich, dampfende Köhlbrandbrücke Lichtspuren und Stahlkäfig Die Kattwickbrücke. Punkt. Gleissender Containerterminal Farben von Licht mit Blumen Lighted Lines

Herbstschaftlich strahlendgrau mit Gold

Herrschaftliches Instax

Eigentlich ist ja Ingo Schuld, er und sein völlig vernachlässigter Blog Schuld, dass dieser Begriff von “Strahlendgrau” wie eine Art Schläfer bei Anblick dieses anhaltend trüben Hamburger Himmels wieder in meinem Kopf aktiviert wurde. Aus Blankenese kommend die Elbchaussee entlang fahrend sah ich die schönen kahlen Bäume in Höhe Teufelsbrück, bog auf der Suche nach einem Parkplatz ab und entfernte mich immer weiter von meinem Ziel bis ich das Jenisch-Haus sah.

Herrschaftliches Jenisch-Haus

Wie durch Zufall hatte ich einige Kameras dabei und so bannte ich – trotzig bei Anblick des Himmels – das doch recht stimmungsvoll wirkende Gebäude erst auf ein sehr raren Instax Mini-Film von Fuji und schließlich auf die Nikon D40, die sich den Lichtverhältnissen doch etwas gewachsener zeigte als die kleine Sofortbild-Japanerin.

Zum Mauerfall vor 20 Jahren: Mauer

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Es musste doch einen Grund für die ganzen “Damals in der DDR waren Bananen noch Bückware”-Sendungen geben … Richtig! Der Mauerfall vor 20 Jahren, der mir ermöglichte, viele liebenswerte Menschen aus den nunmehr nicht ganz neuen Bundesländern kennen zu lernen. Als Historiker hätte es mir eigentlich auch so einfallen sollen, aber wo hat man nicht immer seinen Kopf?

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Meine Nase jedenfalls hatte ich erst kürzlich in alten Fotoalben und erinnerte mich schnell daran, dass ich doch noch ganz miserable Fotos von meinem Aufenthalt in Berlin im Juni 1988 hatte – mit Mauergaffen, Zwangsumtausch, Volkspolizei und Club Cola. Das meiste habe ich mich nicht getraut mit meiner Agfamatic 2000 flash pocket abzulichten, aber einige Klassiker schon. Also: Happy Birthday, Reisefreiheit!

Erste Gehversuche mit der Kiev 88

Frischfisch voraus!

Es war ein etwas holpriger Beginn mit mir und der liebenswerten Kiev 88, aber wir beide haben ja schon etwas Lebenserfahrung gesammelt und so entwickelt man Charakter, um nicht Schrullen zu sagen. (Filmriss durch Gewalt) Der Auftakt war schon durch das Wetter etwas behindert, so entstanden die ersten Bilder bei bedecktem Himmel mit Blende 2.8 und einer Verschlusszeit von 1/60 Sekunde.

Camporn mit Rosen

Durch den Lichtschachtsucher gelangen trotz der “Dunkelheit” durchaus scharfe Bilder, doch zu meinem Groll wurden Bilder bei schönster Herbstsonne und Einsatz des Prismensuchers nicht ganz scharf, daher heute in der Küche ein schneller improvisierter Schärfetest (die Fuji Instax sollte es sein!) mit dahingeworfenem Stillleben, ohne Ausleuchtung und dem schönen Polaroid-Rückteil. Das könnte eine feine Spielerei werden mit den Sofortbildern und dankenswerterweise hat mir der Vorbesitzer der Kiev auch schon einige Infos dazu zukommen lassen.

Deutsch-Sowjetische Freundschaft im Frappant

Zahlemann & Söhne

Über soviel Harmonie hätten sich die Funktionäre in Ost-Berlin und Moskau gewiss derart gefreut, dass der Staub aus den grauen Anzüge gerieselt wäre, denn mein Versuch, die deutsch-sowjetische Freundschaft wahr werden zu lassen, hat geklappt! Eine Zenit ET-Spiegelreflex und ein Pentacon auto 2.8/29mm-Objektiv plus einem Film vom Klassenfeind harmonierten bei schönsten Herbstlicht ganz vortrefflich.

Auffahrt oder Abfahrt

Angesteuert wurde das Frappant an der Großen Bergstraße in Altona als sich der Herbst noch einmal von seiner schönsten Seite zeigte. Mit im Gepäck war auch noch meine Kiev 88 Mittelformatkamera, aber das ist eine andere Geschichte. Gescannt wurde der im Großlabor entwickelte schon eine ganze Weile abgelaufene Polaroid High Definition Plus 200-Kleinbildfilm daheim vom Negativ mit einem Reflecta CrystalScan 7200. Mit den Ergebnissen aus der Zenit bin ich nicht unzufrieden, die gewisse Blässe der Bilder gefällt mir sogar ausgesprochen gut. Die Russin hat sich gegen die Beirette schonmal in Position gebracht, aber sie wird sich noch an anderer Stelle beweisen müssen und sie ist immer noch sehr schwer!

Tokyo Remastered

Orange Ginza Cab

Habe ich Blogpostschwemme? – Man weiß es nicht und wenn, dann gibt es dazu auch kein bundesweites Impfprogramm. Oink, oink! Ich hatte schon lange darüber nachgedacht, meine Fotos von meinem Trip nach Tokyo vor einigen Jahren nochmal durchzusehen und zu schauen, ob sich nicht doch etwas aus den beiläufigen Knipsergebnissen machen lässt.

Signs, Tracks and Sky

Ganze zwei Aufnahmen haben es in den Photoshop geschafft, mit deutlich besserem Willen wären wohl auch noch ein halbes Dutzend daraus geworden, die zugeschnitten, gerichtet, mit Alien Skin Exposure bearbeitet und gecolorkeyt wurden. Ich bin immer wieder erschüttert, wie ich eine derart weite Reise tun konnte, ohne auch nur irgendwelche fotografischen Ambitionen gehabt zu haben und stattdessen die Nikon Coolpix 5600 launig in die Gegend gehalten habe, obwohl ich vorhatte, einige Bilder daheim aufzuhängen. Ermahnungen meiner japanischen Freundin, ich möge mehr Bilder machen, wischte ich mit dem Hinweis, ich würde alles in Erinnerung behalten, vom Tisch. Kinder, fangt früh mit der Fotografie an, dann habt ihr später nicht so einen Ärger!

Das gesamte Tokyo-Album mit weiteren (unbearbeiteten) Bildern findet ihr hier.

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