Dirty Instamatic

An eisigen Leinen

Es ist schon einige Monate her, dass mir mein werter Fotokollege Daniel eine Kodak Instamatic 500 geschenkt hatte. Durch Zufall hatte ich außerdem im Sommer in einem Fotogeschäft im fränkischen Rothenburg o. d. T. noch einige 126er Filme ausfindig gemacht und ließ sie mir nun nach Hamburg schicken. Siehe hierzu: Auferstehung einer Instamatic (mit Video)

Betonaue

Der Instamatic-Film mit seinen 28×28 mm großen Negativen hat sich als etwas vergrößerte Variante des Pocketfilms 110 nicht mehr am Markt behaupten können, so muss ich mit meinen Restbeständen auskommen, die zum Teil schon sehr lange abgelaufen sind. Auch mein alter Canon Scanner weigert sich, den 126er als was anderes als einen KB-Film zu betrachten und so wurden die Scans etwas dreckig oder dirty und verloren das geschätzte quadratische Format.

Ich habe die Kodak nun also immer mal wieder eingepackt und hier und da herumgeknipst, manchmal rächte sich diese Sorglosigkeit mit gräßlichen Resultaten, einige sind jedoch fast gut bis possierlich.

Schiff(e) ahoi! Freie Parkplätze

Eiskalter Sonnenschein

Fractional Sharpness

Es schien schon eine gefühlte Ewigkeit her gewesen zu sein als die Sonne sich durch den seit vielen Wochen omnipräsenten Grauschleier, den wir Himmel nannten, hatte durchsetzen können. Schon am Montag lachte sie, die Sonne, am Dienstag tat sie es immer noch und daher machte ich mich schwer beladen auf den Weg. Mit possierlichen Begleiter waren neben der Nikon D40 (mit 18-55mm Kit-Objektiv und Lensbaby) die beiden Analog-Schätzchen Franka Solida I, die bei der Kälte zeigt, dass Harz auch einfrieren kann, und meine Kodak Instamatic 500 – Filme vollmachen war das Stichwort.

Schlepper-Pärchen

Der Ausflug wurde gar abenteuerlich, denn weniger die Temperaturen von etwa minus 10 Grad Celsius – die waren wegen weitgehender Windstille höchsterträglich – machten es zu einem schwierigem Unterfangen, sondern das Glatteis sorgte für wenig sicheren Tritt. Offensichtlich scheint man der Ansicht zu sein, dass Promenaden oder Treppen in Grünanlagen nicht gestreut werden müssen. Also schnell bei den schnellen Rentnern abgeschaut, wie man sich an die Treppengeländer klammert und “ab dafür”.

Camporn on Ice

Während ich mich bei den analogen Aufnahmen nach meinem Gossen Sixtino Belichtungsmesser richtete, wurde ich mit der Nikon D40 etwas mutiger, denn digitale Bilder kosten ja nicht soviel, da kann man mal ausprobieren und das mit den Plastiklinsen im Lensbaby. Ob sehr kalter Finger war der Ausschuss recht hoch, aber das erste Bild gefällt mir gerade wegen des kernigen Verlaufs ganz gut.

Fly, Baby, fly! Here I am Good Old Times Something Green Dockland on Ice Blauer Himmel, grauer Stahl
Winterspiegelung

Shooting: Kekskonzert mit Liebe Minou

Schräglage des Fotografen

Zusammen mit dem werten Stilpiraten begleite ich schon seit einiger Zeit die Sängerin Liebe Minou durch die Stadt. Im Sommer hatten wir ein sehr schönes Shooting in der Nordheide, dann folgte ein Kekskonzert bei Pony & Kleid und nun traf man sich bei bitterer Kälte an der Feldstraße, wo ein lustiger Photoautomat aufgestellt ist. Doch etwas war anders: der Stilpirat saß wegen eines Verkehrshindernisses auf seinem Landsitz fest, also hatte ich mich alleine gegen das dreiköpfige Videokamera-Team zu “behaupten” und das nur mit zwei alten Analogkameras, deren Bilder noch nicht fertig sind, und meiner Dynax 7D mit dem 50mm (für KB) ausgestattet. Ich hatte also im Grunde nur ein leichtes Teleobjektiv eingepackt.

Ergebnisse

Frei nach dem Ausspruch, dass die beste Kamera immer jene sei, die man dabei hat, freundete ich mich schnell mit gegebenen Möglichkeiten an, musste oftmals eh etwas aus dem Hintergrund agieren, da das filmende Gewerk ja auch noch da war. Erst nachdem das Video im Kasten war, konnte ich die Protagonisten auch mal stellen, wie ich wollte.

Durch das Fenster

Nachdem wir uns nach scheinbar endloser Session nahe des Heiligengeistfeldes aufgehalten hatten, zog es uns nach wärmendem Kaffee und kleinem Mittagessen weiter in die Sternschanze in Brunos Käseladen, wo erneut gesungen wurde – dann kaufte man Käse.

Vorstellung des Glücksschweins Kekskonzert im Bild Zufrieden Kalte Füße Entschlossener Seemann M.
Platz ist in der kleinsten Hütte Internetadressen Rücken an Rücken Hamburg, schweinchenkalt, das Haar sitzt Alles Käse Bruno hat Schwein

Kalte Füße am Hafen-Walk

Die schönste Bahnstrecke

Der geschätzte Kollege Metapartikel hatte noch einen M42-Gehäusedeckel für mich. Diese immer wieder kehrende Feststellung hat den Entschluss, am eisigen Dienstag-Abend an die Hamburger Landungsbrücken ziehen zu wollen vielleicht nicht beschleunigt, aber den Deckel habe nun ich. Von derlei Brumborium begleitet machten wir uns über den Altonaer Fischmarkt mit der Fähre auf den Weg. Ich hatte neben der Konica Minolta Dynax 7D auch noch die Zenit FS-12 Fotosniper nebst Fujifilm Neopan 1600 Professional eingepackt, doch die schwere Russin sollte sich bald eher als hinderlich erweisen, zumal sie sich nicht auf das Stativ setzen ließ.

Under the Viaduct

Da schossen wir also weitgehend digital durch die Gegend, wobei ich mit dem Einsatz des alten DDR-Objektivs Pentacon auto 2.8/29mm etwas vermeintliche Exotik in den Ausflug brachte und am Ende auch noch eine große Erkenntnis mitnahm: wenn man bei einer Canon Vollformat die ISO auf 1600 hochreisst und weiterhin Bilder von bestechender Qualität erhält, heißt das noch lange nicht, dass das auf der Dynax auch noch zu wirklich akzeptablen Ergebnissen führt.

Elbphilharmonie Aufzug Tripodwalk Tatü Tata Landungsbrücken instant

PanoPhoto for Android (Foto-App)

Winterschwenk

Es soll nicht zur lieben Gewohnheit werden, dass hier nur Android-Apps vorgestellt werden, doch da ich meinen “Helden” von HTC noch recht neu habe und sowohl die deutschsprachige Dokumentation solcher Applikationen noch sehr knapp ist, als auch der Aufbau des Android Markets für google’eske Ansprüche armselig erscheint, sei nun mein zweiter Kauf in diesem Shopping-Labyrinth vorgestellt: PanoPhoto.

Bermudadreieck

Schon bei “Vignette” gefiel mir die geschummelte Panorama-Version sehr gut und nun habe ich mich dazu durchgerungen, auch für ein “echtes” Panoramaprogramm einen guten Euro auszugeben. PanoPhoto erlaubt es, aus zwei Aufnahmen ein kleines Panorama zusammen zu setzen oder zu “stitchen”, wie es wohl auch genannt wird. Ich werde es wohl auch bald mal mit Stativ und DSLR versuchen, doch zurück zum kleinen Programm: Wie man besonders bei zweitem Bild sieht, geht das schmeichelnd gesagt gerade einmal passabel vonstatten, wenn man nicht aufpasst. Das obere Bild liefert dann schon ein recht ordentliches Ergebnis, bei einer Hochkantaufnahme, wie in der Anlage, ist der Schnittpunkt kaum noch zu erkennen. Gewiss sind die Ergebnisse nicht mit aufwenigen Programmen fuer die Montage am Rechner oder den schoenen Zenit Horizon zu vergleichen, aber fuer zwischendurch …

Fenster und Garage

Vignette for Android (Foto-App)

Franzose im Schnee

Frei nach dem Motto “Die beste Kamera ist die, die man dabei hat” nutzte ich die letzten Tage vermehrt mein HTC Hero Android Telefon, da ich das erste Mal knappe zwei Euro für eine App angelegt habe. Nachdem ich die freie Demoversion von “Vignette” ausprobiert hatte, wagte ich den ersten Einkauf im Andriod Market und lud das kleine Programm herunter. Es bietet neben der Simulation verschiedener Filme und anderer Effekte auch eine Vielzahl von Bildformaten, was mir als großer Freund des Quadrats besonders gut gefiel.

Wand Frappant

Schnell aber wusste mich aber auch das angebliche Panorama (Beschnitt oben und unten) zu begeistern. Wie bei diesem Wandbild oder auch bei der Ablichtung von Ladenreihen passt dieses Format sehr gut, zumal ich schon bei der Aufnahme die endgültige Komposition vor Augen habe. Alle hier gezeigten Aufnahmen sind “out of cam”.

Die Rampen

Gewiss hält der Apple Appstore für den scheinbar uneinholbaren Konkurrenten iPhone sehr viel mehr Programme bereit, wie z.B. mein hochgeschätzter Kollege Stilpirat in seinem Blog umriss, doch von einer Marktführerschaft sollte man sich nicht abschrecken lassen, wie ich meine, denn “Die beste Kamera ist die, die man dabei hat”! Da ändert auch die Behauptung einiger, dass ein Fotograf ein iPhone braucht oder es das Gerät für Fotografen sei, nichts. Auch vor dem iPhone wurden gute Fotos gemacht und sie werden auch danach entstehen, es sei denn, die Welt geht unter. Vorsichtshalber behalte ich meine Golden Half mit Kleinbildfilm in der Tasche …

Bahrenfelder Straße Querschuss Kleines Winterspiel Yuppies raus! Gummitaschenmachernähmaschine Penny Markt Fetisch

Daisy gastiert in Hamburg – Plastiklinsentag

Feuerschiff Elbe

Es war noch nicht lange her, dass das DHL-Bärchen mein neustes Fotospielzeug von Monochrom, meine Loreo Lens in a Cap, im mollig warmen Hausflur an mich übergeben hatte und da fragte der Fotohomie Abrocker, wer den Lust auf einen kleinen Ausflug zum Hafen habe, etwas Eis ablichten. Schnell war das Treffen für den Samstag abgemacht und schwer bepackt ging es dann los, denn ich wollte den neuen Fotorücksack, den der Weihnachtsmann gebracht hatte, ausprobieren. Neben der Nikon D40 und der kleinen Plastiklinse mussten auch die Konica Minolta Dynax 7D nebst einiger Objektive, die Golden Half und Kleinkram mit.

Boot und Stelen

Wir fuhren also mit dem Bus erst nach Walterhof, gingen zur Kirche Altenwerder, schwenkten zurück und machten uns auf nach Finkenwerder, wo der Hafen ein freudig aufgenommenes Objekt wurde. Nach heißem Kaffee wurden wir schließlich sehr wagemutig und setzten mit der Hafenfähre nach Neumühlen über – zur Verdeutlichung habe ich mit dem HTC Hero ein kleines Video im noch windgeschützten Hafen gedreht, auf dem Fluß wurde es dann ungleich stürmischer.

Was bleibt neben der mitschwingenden Sorge, ob man sich nicht doch etwas aufgesackt hat? – Die Lens in a Cap ist auch und besonders an einer DSLR ein wirklich spaßiges Spielzeug, dessen Potential ich gewiss noch lange nicht ausgeschöpft habe. Bei obigem Bild vom Feuerschiff habe ich alleine die Farben und die Vignette manipuliert, diese holgaeske Unschärfe ist serienmäßig. Für mich ist es bislang die überzeugenste Variante von digitaler Lomografie. Das zweite Bild in dieser Reihe ist mit der Dynax 7D als HDRI aus drei Bildern aufgenommen.

Dampfender Tiger Gewirr und Grau Zwischen den Pollern Kein Anschluss (cold edition)

Von einem, der kalte Füße bekam

Dreharbeiten

Es war wieder einmal “Liebe Minou”-Zeit und wieder einmal machte ich mich auf, um dabei zu sein, wenn das helle Stimmlein erklingt. Heute saß ich schon bei der Nachbearbeitung, wobei es sonst immer etwas länger dauert, da auf die analogen Filme noch gewartet werden musste, doch dazu ein anderes Mal. Eine Erkenntnis: bei -8 Grad Celius vergeht die Zeit bei angenehmer Arbeit wie im Flug, geht aber nicht spurlos an einem vorbei.

TiltShiftMaker-Rumgespiele

Unter der Köhlbrandbrücke

Vor einigen Tagen sah ich im flickr-Stream von Alexandra Gärtner ein Bild der Hafen City in Hamburg, woran sie sich mit dem TiltShiftMaker versucht hatte. Da ich nur ein Lensbaby besitze, aber keine Möglichkeit habe, TiltShift mit meiner Kamera aufzunehmen, hatte ich mir diesen Online Editor einmal angesehen nachdem ich den TiltShift Generator für das iPhone schon kennengelernt hatte.

Rothenburg ob der Tauber

Dass dieser Editor nicht viel mehr als eine auf Dauer wohl nicht ganz spannende Spielerei sein kann, zeigt der Umstand, dass man nur einen geraden Schärfebereich in der Horizontalen zur Verfügung hat – das kann also mit den optischen Werken nicht mithalten. Man ist also lange auf der Suche nach Motiven, die bearbeitbar sind – das schmälert natürlich die Auswahl ganz beträchtlich. Aber für umsonst an einem düsteren Nachmittag ist es recht kurzweilig. Nun ist aber Kaffeedurst aufgekommen, wobei ich keinen Zusammenhang konstruieren möchte.

Hamburger Hafen Kuhmühlenteich

Zum Jahresbeginn: Gegenlicht

Beirette fängt Gegenlicht

Hamburg, eine Beirette K100, ein abgelaufener Kleinbildfilm, etwas drüber gehalten – abgedrückt. Soweit alles ganz einfach, soweit ein Produkt des vergangenen Jahres, in dem ich vom Stilpiraten die kleine wenig zielsichere Kompaktkamera aus der DDR geschenkt bekommen hatte.

Etwas nörgelig saß ich am Neujahrstag, an dem wenig mit mir anzufangen war, also am Scanner und freundete mich mit obigen Foto an. Zuerst etwas zögerlich, denn das Motiv nahe der Stadthausbrücke war jetzt nicht in den Postkarten-Top-Ten, die Brillianz, die dem Bild fehlte, machte es vielleicht bemüht charmant, aber mit längerem Hinsehen gefiel es mir dann immer besser. Es muss ja nicht gleich alles ab dem 1. Januar schlagartig besser, umgehend positiv anders oder sonstwas werden, aber es kann werden. Das finde ich fast tröstlich. Frohes Neues, werte Leserschaft!

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