Der Film Noir-Automat

Minox 35 GT-E Film-Noir-Automat

Wenn einige Dinge an einem Tage zusammenkommen … Am gestrigen Abend noch begab ich mich fahrlässig in größte Konsumgefahr und besuchte die Internetseite vom Photohaus Collonaden in der Hamburger Innenstadt. Ich wollte nur mal so gucken – das hatte ich mir fast glaubhaft eingeredet. Ich guckte und klickte und verguckte mich – in eine Minox 35 GT-E im Set mit einem Blitz FC-E und zwar im Bestzustand im Originalkarton.

Irgendwie musste ich es geahnt haben und sprach noch am Nachmittag im Szenetreff mit den Herren über die Minox und welches Modell denn wirklich zu empfehlen wäre. Vom Schicksal so geschlagen, schwang ich mich zur Mittagspause auf das Fahrrad und kehrte im Geschäft ein. Meine Rollei 35B gab ich in Zahlung und zog sehr zufrieden von dannen.

Was mich an der GT-E besonders freut und den Titel dieses autobiographischen Beitrags rechtfertigen könnte, ist der Umstand, dass diese Minox anders als meine defekte ML sich auch auf 1600 einstellen lässt und ich so mit den daneben drapierten Tri-X 400 kernige Film Noir-Aufnahmen erwarte – auch mit der Verschlussautomatik. Verweisen möchte ich noch auf die Blogposts zum Thema beim Versandhandel-Szenetreff Spürsinn.

Ist der Ruf erst ruiniert …

Classic Agfa - which one?

Fotofreunde werden ja dann und wann belächelt und auch in meinem Kollegenkreis gibt es hier und da den entsprechenden “Spruch” zu hören, doch daran wächst man ja und mit der Zeit rücken die Vorteile des eigenen Rufes, die Vorteile der Schublade, in die man gesteckt wird, in den Fokus. Es begab sich in der vergangenen Woche, da berichtete mir ein Kollege, dass man daheim noch “so ‘ne alte Kamera” hätte, die ich mir mal ansehen könnte.

Touristenbauch

In der gestrigen Spätschicht war es dann soweit, zwar wäre die Kamera wohl kaputt, doch ich könnte ja mal gucken. Neben der Arbeit sehr wohlwollend festgestellt, dass die Zeiten plausibel laufen, die Blende sich bewegt, der Filmtransport scheint auch zu gehen – soweit, so erfreulich. Den Belichtungsmesser müsste ich nochmal ausgiebiger testen, denn Selen schwächelt mit den Dekaden, doch trieb mir das “kannst Du ruhig behalten!” ein zufriedenes Lächeln ins Gesicht. Der Ruf ist ruiniert und das ist auch gut so. *5cent*

Jetzt gilt es für mich nur noch herauszufinden, welches Agfa-Modell genau ich da meiner Sammlung hinzufüge. Vermutlich aus der Silette oder Optima-Reihe mit Agnar 2.8/45mm-Objektiv … Update: Im Szenetreff Köhler – wo sonst? – wusste man natürlich sehr schnell, welch eine Kamera es ist. Es handelt sich um eine Silette L, die 1962 auf den Markt kam.

Pushed Trixy und Film Noir

Aller Laster

Film Noir – eine Aísthesis, die ich in der Fotografie zwar vor Augen hatte, aber noch nie mit Vorsatz umgesetzt hatte. Nun ist dieses Stilmittel schon lange bekannt und wurde sogar im Kino zuletzt durch Steven Soderberghs “The Good German” wieder etwas zum Leben erweckt. Ich wollte es auf einer der kommenden Reisen in europäische Metropolen während des Sommers nun in der analogen Fotografie einsetzen und beschloss wagemutig, erstmal zu trainieren.

Angelika

Meine Voigtländer Vitomatic IIa sollte als praktisch zeitgenössische Kamera eine Hauptrolle in meinem Versuch spielen, dazu legte ich einen Kodak Tri-X 400 ein und erklärte der Kamera, dass es sich um einen Film mit 800 ASA handelte. Eigentlich wollte ich nach Rücksprache mit Wissenden gar 1600 einstellen, aber das gibt die Vitomatic ohne murren nicht her und rechnen wollte ich nicht, was mir gedroht hätte, denn der Belichtungsmesser lag daheim.

Auf der Suche nach langen oder zumindest harten Schatten radelte ich durch meine schöne Heimatstadt, fand aber nur wenige, packte die Kamera also auch in den folgenden Tagen ein und – siehe da – es geht schon in die richtige Richtung, doch nächstes Mal gibt es in der Minolta 5000 die Ansage: 1600 ASA und los! Gepusht wird dann im Szentreff.

Fahrkarten an der Waterkant

Eisenbahnromantik – Workingmen-Style II

Holy Metapartikel

Verachtet die alten Schätzchen nicht – so hätte ich diesen Beitrag auch nennen können, doch einerseits hatte ich den ersten Teil der Eisenbahnromantik bereits veröffentlicht und so die berechtigte Erwartung auf einen zweiten Teil geschürt, außerdem könnte diese Überschrift mißverstanden werden wenn mein geschätzter Fotofreund Daniel den Titel ziert. Workingmen-Style also!

Snake Steel

Zum Ausflug wurde schon soweit alles gesagt, nun also zum schwarz-weißen Festival der Sinne. Neben meiner Dynax 7D hatte ich auch noch mein Konfirmationsgeschenk von anno 1988, eine Minolta AF 5000, eingepackt, entschied mich dann vor Ort gegen einen Rollei Redbird und für den Ilford XP2, der noch in meinem Kühlschrank gelegen hatte.

Nachdem ich die entwickelten Streifen vom Szenetreff abgeholt hatte, machte mich mich bald ans Scannen und ich muss sagen, dass ich die 5000 viel zu lange und zu unrecht habe links liegen lassen. Sie macht doch mehr als passable Aufnahmen. Wenn man nun noch überlegt, dass das damalige Spitzenmodell, die 9000, heutzutage für schmales Geld in der Bucht zu haben ist … Verrückte und irgendwie auch undankbare Zeit!

12:00 Stullentransfer Schwarz-weißes Farbenmeer

Eisenbahnromantik – Workingmen-Style I

Two Lines

Ich kann mit Sonnenuntergängen eigentlich gar nichts anfangen, Kitsch und Postkartenromantik sind mir eigentlich völlig zuwider, doch manchmal kann man sich diesem nicht entziehen, dazu bedarf es nicht einmal eines guten Essens und einer charmanten Gesellschaft am Hafen von Naxos. Die Umstände dieses Ausfluges im “Making of“.

Mehrschichter

Im Szenetreff Foto Köhler machte man mich also vor einiger Zeit auf den großen Maschener Rangierbahnhof südlich von Hamburg aufmerksam, und so initiierte ich via unserer flickr-Gruppe einen Fotoausflug auf die große Straßenbrücke, die das Areal überspannt. Wir hatten angenommen, dass die Sonne dem Tage gegen 21:45 Uhr Lebewohl sagen würde und damit alsbald Gelegenheit hätten, das allein durch künstliches Licht erhellte Gelände mit kernigen Langzeitbelichtungen auf Chip und Film zu bannen – nur wurde es nicht wirklich dunkel und so wurde es mehr das Einfangen von Farbspielen, was einen Strich durch mein schwarz-weißes Vorhaben zu machen schien. Meinen Ilford XP-2 aus der Minolta 5000 darf ich morgen abholen und werde dann mein Urteil fällen, die Ergebnisse aus der Konica Minolta Dynax 7D darf ich heute schon vorlegen.

Rote Gleise Doppellok Rausch der Geschwindigkeit

Maneki Neko (招き猫) IX

kagamiyama maneki neko 09

Ein Blick ins Archiv verriet mir, dass die letzte Stadion der Katzentour im Oktober des vergangenen Jahres dokumentiert worden ist – nun, wo der Katzenhalter wieder dann und wann Muße findet, mit dem Fahrrad durch Hamburg zu cruisen, nun soll es eine Fortsetzung geben.

Heute posiert die Katze an auf einem vielleicht nicht ganz so bekannten Denkmal. Während des Deutsch-Dänischen Krieges 1864 lieferten sich Dänen und Österreicher sowie Preußen vor der Insel Helgoland ein Seegefecht (Wikipedia), kurz darauf trat der Waffenstillstand in Kraft. Zum Andenken an die Toten Österreicher wurde in Altona nahe der Palmaille (Google Maps) ein Denkmal aufgestellt und gerade in diesen Wochen wieder etwas gereinigt. Altona, einst die zweitgrößte Stadt des dänische Herrschaftsbereichs, wurde nach zunächst gemeinsamer Verwaltung durch die Großmächte des Deutschen Bundes vom Gasteiner Konvent 1865  bis 1866 von den Habsburgern verwaltet und fiel erst später, nach Preußens Sieg bei Königgrätz, wie das gesamte Schleswig-Holstein an Preußen.

Nach so kriegerischem Anstrich halte ich BULLETPROOF von La Roux für ein angemessenes Stück.

Aufgetankt

Filling Station Heaven I

Keine Ahnung, wie oft ich schon – offenbar mit Scheuklappen – an dieser Tankstelle o.ä. in Sasel vorbeigefahren bin, so wie auch am gestrigen Abend. Aus dem Augenwinkel sah ich das kleine Ensemble bei diesem traumhaften Himmel und brachte die Fahrerin dazu, die Kalesche zum Halt zu bringen. Ein Sprung aus dem Wagen, ein Griff nach der Sigma DP1s, welche heute via amazon (Link) für 279,00 Euro feilgeboten wird, und ab zum Objekt der Begierde.

Die kleine Kamera stützte ich auf dem Zaun auf und machte von allen erreichbaren Seiten Bilder von dem Gebäude als RAW und bearbeitete sie recht zurückhaltend mit Sigma Photo Pro, dem RAW-Konverter zum speziellen 3-Lagen-Chip der Kompaktdigitalen. Am Ende konnte ich mich nicht für eines der Bilder entscheiden – so wurden es eben derer zwei. Hoffentlich wird das am Ende kein Tankstellen-Fetisch …

Filling Station Heaven II

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