Sony NEX-3 – erste Betrachtungen

Sony Alpha NEX-3

Ein Fotobekloppter braucht ja eigentlich keinen Grund, eine neue Kamera zu kaufen, wenn der Schrank bereits voll ist, aber Begriffe wie Backup, Reise, Liveview und Video fielen bevor es ihn magisch an den Tresen des Fotofachgeschäftes zog, um den Neuling von Sony nach recht gewissenhafter Untersuchung käuflich zu erwerben.

Nachdem man mir – nicht ganz vollständig – erklärt hatte, nur Qualität der Videofunktion und Gehäuse unterschieden die Sony NEX-3KB (ab 459 Euro) von der teureren NEX-5, sollte es also die kleine Variante werden, zumal mit der Vollformat-Alpha ja auch etwas sehr hochwertiges daheim vorhanden ist und man war ja auf der Suche nach einer “Immer-dabei-wenn-die-Sigma-nicht-will-oder-kann”. Die NEX wurde im folgendem Bild zum Vergleich einmal neben einer Minox 35 und einer Konica auto S3 aufgebaut.

Troika

Die Beute nun in die heimische Höhle gezerrt, gab es beim “Unboxing” gleich die erste Enttäuschung, denn trotz eines Preises für Kamera mit 18-55mm-Kit von knapp 500 Euro waren weder Gehäuse- noch Rückdeckel für das Objektiv vorhanden, das Kabel des Akkuladers ist zudem lächerlich kurz. Hier hat man am falschen Ende gespart und so sah ich mich gezwungen, die Deckel beim freundlichen Dealer in Südkorea zu kaufen.

Davon noch nicht weiter entmutigt, wurde das Gerät nun genauer unter die Lupe genommen: die Verarbeitung macht trotz Kunststoffgehäuses einen ordentliche Eindruck, wobei das Objektiv mit seinem Alu-Look ein Blender ist, denn unter der glänzenden Schale lauert schnöder Kunststoff. Da das Kit meinetwegen auch mattschwarz hätte sein können, bleibt es eine Randnotiz. Geschichte ist derweil das Ärgernis, dass man die wenigen so genannten Softkeys nicht belegen konnte. Nach dem Firmware-Update kann ich also sofort auf ISO anstatt “Aufnahme-Tipps” zugreifen. Fehlen tut mir aktuell weniger die Möglichkeit per IR auszulösen, was mit meiner Nikon D40 noch ging, sondern die Option, die NEX zum Beispiel mit dem Netbook zu nutzen und was mich wirklich ärgert, ist der viel zu zaghafte Hinweis im Display, wenn man keine Speicherkarte eingelegt hat.

Dusty Mikey

Entscheidend ist allerdings auf dem Platz und auf den wurde die Kamera die kommenden Tage auch mitgenommen. Eigentlich bin ich ja kein Freund von sucherlosen Liveview-Kameras und dann und wann verfluchte ich dieses Prinzip bei meiner Sigma DP1s (ab 259,95 Euro), doch die NEX erlaubt es, den sehr klaren und hellen Sucher u.a. um etwa 90 Grad nach oben zu schwenken, so dass schon fast Lichtschacht-Gefühle aufkommen, zumal man die Kamera einer Kiev 88 nicht unähnlich hält. Die ersten Erfahrungen also stimmten mich zuversichtlich.

Helgoländer Hummerhütte

Die ersten Schritte bei Nacht (Bild: Löscharbeiten) hingegen ernüchterten mich dann aber erstmal und da hatte sich die Sony nach den ersten Versuchen klar hinter der Sigma DP1s anzustellen und hat es erstmal auch mit dem Kit (!) schwer, sich gegen die Nikon D40 (Bild: Farben von Licht mit Blumen) zu behaupten, aber dem wird weiter auf dem Grund zu gehen sein – einer könnte das mittlerweile leicht unterdimensionierte Klappstativ sein. Was mich aber vom Hocker gehauen hat und wo sie selbst gegenüber der einen oder anderen Vollformatkamera keinesfalls zurückstecken muss, ist das Rauschverhalten bei hohen ISO-Zahlen. Das Bild der Helgoländer Hummerhütte aus dem Altonaer Museum ist bei ISO 1600 aufgenommen und man sieht nichts, was stören würde.

Das war der erste Teil des NEX-Tests. In der nächsten Runde geht es um die Adaption von manuellen M42-Objektiven an die Sony.

Technische Spezifikationen NEX-3 auf sony.de

Hinterlasse eine Antwort

Pflichtfelder sind mit * markiert.


Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>