
Nein, das ist kein Workshop und kein Tutorial, wie man Panoramen im Winter herstellt, es ist auch kein Tatsachenroman – vielleicht eher ein Geständnis, welches dank Spikes unter des Fotofreundes Stiefeln nicht einmal schlüpfrig wird. Es ist die Geschichte von Weihnachtsgeschenken, Neugier und Ungeduld.

Unter den Tannenbaum hatte er gelegen, der Nodalpunktadapter (ein Nodal Ninja Mk 3) und er musste natürlich ausprobiert werden, wobei die Experten streiten, ob das bei diesen sehr, sehr tiefen Temperaturen schlau ist, mit Aluminium, Stahl und filigraner Technik draußen zu spielen, wenn man auch die hier derzeit im Blog oben rechts beworbenen Spezial-Handschuhe sein eigen nennt.

Es ist ja am Ende egal, weil nicht augerutscht und nichts abgefroren. Das farbige Bild ist aufgenommen mit einem 35mm Takumar auf Novoflex-Adapter an der Sony NEX-3, wobei ich Schritte von 10 Grad einhielt. Hierfür hatte ich schon daheim die entsprechenden Einstellungen vorgenommen. Das s/w Panorama oben ist mit dem Kit gemacht worden, wobei auch ob der Kälte keine weiteren Regulierungen am Ninja vorgenommen worden waren, nur die Rasterungen wurden auf 24 Grad umgestellt und natürlich die Brennweite.

Recht gewissenhaft hatte ich Weihnachtswünsche bis zuletzt sehr, sehr sparsam ausgesprochen, habe keine Karte mit Frau, Hund und Kamerasammlung verschickt, obwohl es sich anbot, aber eine einfache Reportage auf ARTE im Fernsehen ließ mich weich werden als ich sah, dass man mit einem Fuji-Film, einer Kiev und dem ohnehin drappierten Plastikbaum Kleinkunst behaupten kann. Alles Gute also und frohe Ostern!

Sie sollte durchbrochen werden, die Schaffenspause und da kam der Vorschlag eines Freundes, einen Ausflug zum Bergedorfer Schloss zu machen, zur rechten Zeit. Ich hatte – wohl von Vorahnungen geplagt – nur das kleinste Gepäck aus Sigma DP1s und Minox 35 GT-E (geladen mit einem Rollei Redbird) nebst kleinem Hama-Stativ in die Tasche geworfen, wo es sich den Platz mit der Suppe zum Abendbrot und den Spikes für die Schuhe teilen musste.

Terminschwierigkeiten geschäftlicher und familiärer Art versagten dem Initiator dann leider die Teilnahme an diesem kleinen Ausflug, also blieb der Erzähler heute auf sich alleine gestellt: Vom Einkaufen in Ottensens Zentrum bewegte ich mich sicheren Schrittes also in Richtung Elbe, wollte ich doch – ganz geilo auf Kitsch – den Sonnenuntergang an diesem so klaren Wintertag mitbekommen. Entgegen der sonstigen Gewohnheit riss es mich gar in der Nachbearbeitung dazu hin, einigen Aufnahmen aus der Sigma die Farbe zu lassen.

Die Ergebnisse aus der Minox werden noch etwas auf sich warten lassen. Trotz teilweise großzügiger Auslegung dessen, was ein analoges Bild wert sein könnte, habe ich es nur auf 20 Aufnahmen gebracht. Mein erster Ausflug mit dem Redbird im Winter des letzten Jahres hatte mich nicht so umgehauen, aber warten wir es ab.


Die Zeit der fehlenden fotografischen Betätigung erlaubt den Blick – auch in die digitale – Fotokiste, um einmal ältere Bilder zur Hand zu nehmen, solche, die am ersten Tage der Bearbeitung vielleicht nicht die Wertschätzung erfuhren, die Ihnen zusteht oder zum Zeitpunkt der Entstehung ein anderes großes Handicap hatten: die beschränkten Fähigkeiten des beiläufigen Fotografen.
Vor nun fünf Jahren reiste ich, an zeitgenössischer japanischer Musik und Literatur sehr interessiert, nach Tokio und hatte das Glück, dass ich über eine frühere Mitstudentin eine Japanerin kannte, die mir die Stadt zeigen konnte. Schon damals ermahnte sie mich, mehr zu fotografieren, aber ich knipste nur rum und hole nun peu a peu ein neues Foto heraus und versuche zu retten, was zu retten ist.

Weder Zeit noch der Kuss der Muse – die letzten Tage verstrichen wieder in fotografischer Tatenlosigkeit, wenn man von dem Versuch absieht, mit der Sigma DP1s des Abends freihändig ein Bild zu machen. Man einigt sich also auf die bereit benannte Tatenlosigkeit und fährt mit seinen Schilderungen fort. Grau in Grau – so stellte sich das Draußen zuletzt nicht selten da und irgendwie bekam ich assoziationsmäßig die Kurve zum Grau von Bunkern.

Im Februar dieses Jahres war eine kleine, aber auch sehr neugierige Gruppe von Fotofreunden mit Dame auf Initiative meines Kumpels Daniel unterwegs in einer ehemaligen Zivilschutzanlage in der Nähe des Hamburger Hauptbahnhofes. Damals war ich noch ausgerüstet mit einer vergleichsweise einfachen Nikon D40 und habe mich gestern mal hingesetzt, einige Bilder in Lightroom nachzubearbeiten und dann unter Benutzung der Fuji Acros 100-Vorlage von lens-flare.de in S/W umzuwandeln. So ganz ohne Farben werden – nach meiner bescheidenen Meinung – die Beklemmungen, die man in so einem Bauwerk hat, noch etwas besser transportiert als in Color. Gerade die zweite hier gezeigte Aufnahme bekommt ohne großes Schrauben einen kernigen Film Noir-Touch.


Erneut ein Einbildpost im Blog. Das Wühlen in der Bilderkiste erweist sich als wahre Freude, besonders dann, wenn man keine Zeit findet, sich einmal mit etwas Ruhe mit der Kamera im Anschlag herauszuwagen und auch der Weg zur Arbeit nicht mehr mit dem Rad sondern ob des Wetters mit dem ÖPNV bestritten wird.
Heute also ein Bild aus sonnigeren Tagen, wenngleich es an diesem Tage immer mal wieder kurz geregnet hatte. Ich freundete mich gerade erst mit der Minolta 9000 an und war schon bei der Aufnahme des Bildes der festen Überzeugung, dass es rocken würde – beim Scannen war ich dann aber nicht mehr so euphorisch und legte es “zur Seite”. Als ich es wieder “in Händen” hatte, schien es wieder zu rocken. Ja, es rockt!

Ohne zuvor den Fachberater beim Expeditionsausrüster konsultiert hatte, ließ ich mich von der lieblichen Sonne aus dem warmen Haus locken und wurde schnell gewahr, dass sehr, sehr deutliche Minusgrade und ein sehr, sehr gut aufgelegter Wind eine Herausforderung besonderer Güte sind.
Da ist man manchmal mit dem Tücken der doch zu schlechten Kleidung und den Handschuhen, die auch jeden Feinmotoriker an der Kamera zum Tollpatsch werden lassen, mehr beschäftigt, als einem lieb ist. Am Ende reichte es dann aber doch zu Kaffee (heiß) und einigen Bildern, die gefielen. Eines – etwas auf alt getrimmt – soll hier vorgelegt sein. Ich hoffe, das ist erlaubt …