
Das Dockland-Bürogebäude bei Neumühlen habe nicht nur ich schon einige Mal abgelichtet, es dürfte sich in den Alben sehr vieler Hamburger Fotofreunde und Besucher der weltbesten Stadt (ja, ja!) befinden, doch da der geschätzte zoomyboy den weiten Weg aus Österreich an die Waterkant gemacht hatte, dachte ich mir, dass man ihm dieses Gebäude zeigen musste. Bei Dunkelheit war es auch viel spannender als am Tage – als er das erste Mal da war.
Ich hatte für den kleinen Fotoschwenk die handliche Sony NEX-3 eingepackt und das nicht ganz so handliche 24-70mm Vario-Sonnar von Carl Zeiss drangesteckt, brachte mich mit dem Stativ am Heck des Dockland in Position und ärgerte mich zuerst, dass die Fotografenvergrämer einer privaten Sicherheitsfirma scheinbar blöd im Bild herumstanden. Ein Geistesblitz, ein kurzer Groll über die offenbar neuen Absperrketten und – schwupps! – rückte das Paar im Tor in den Mittelpunkt der Betrachtung. Nehmt das!

In meinem Blogpost Sony NEX 3 – manuelle Begegnungen aus dem November hatte ich mich schon sehr wohlwollend über den Noveflex-Adapter für M42-Anschlüsse ausgelassen, doch nun hatte ich mehr per Zufall das Pentacon 2.8/29mm auto an die kleine Sony geschraubt, weil mir die Brennweite auch auf der Crop sehr zusagte und ich an dem Abend unter Freunden auch mit der Offenblende auskommen würde, denn Blitzen sollte ich nicht.
An meinen DSLR musste ich stets damit leben, dass mehr oder weniger als f 2.8 nicht drin war, weil das automatische Objektiv aus der DDR keinen Umschalter für die manuelle Blende hatte und somit nicht mit dem Adapterring funktionierte. Der Novoflex-Adapter jedoch verfügt über einen Innenring, der eben diesen Stift hineindrückt, wie in diesem Bild zu sehen. Ob das nun Zufall ist oder nicht, hat mir der Adapterhersteller auf Nachfrage noch nicht mitgeteilt, aber ich nehme es mal erfreut hin.

Nun suchte ich für diese Randnotiz der Fototechnik noch ein Bild, das ich hier in den Blog stellen könnte und habe mich so richtig festgebastelt in meinem Arbeitszimmer, den Aufbau gleich dreimal auf meinem Schreibtisch angerichtet und nach einigen Lichtaufbauten endlich gefunden, was ich wollte. Jetzt wollte ich ja eigentlich nur etwas dokumentieren und sah mich gleich darauf damit befasst, wie denn ein ordentlicher Aufnahmetisch auszusehen hat und Light Set ups habe ich mir angesehen. Wo soll das alles noch hinführen? – Update: noch ein Ergebnis der Zusammenarbeit eingefügt.

Über das Frappant in Altona hatte ich schon viel geschrieben, auch viele Fotos gemacht und gezeigt, doch nun unterliegt es einem steten Wandel, einem zeitlich sehr begrenzten Wandel – es wird abgerissen. Vom Licht angetan, die Zankereien der Kameras um des Fotografen Gunst abgewartet und die Konica Minolta Dynax 7D nebst 24mm in die Tasche getan.

Per pedes in die beschauliche Fußgängerzone geschlendert, die Kamera gezückt und im Mainstream gelandet: um den Bauzaun schlawienerten heute sehr viele Fotofreunde – darunter sogar einer mit einer Pentax 645D, die ich ihm widerstrebend ließ. Obiges Foto ist einfach ausgeschnitten, die zweite Aufnahme ist ein Panorama – zusammengebastelt mit dem erst neulich erstandenen PTGui 9.

Es gibt Sachen, die dürfen nicht passieren oder wenn sie passiert sind, dann dürfen sie sich nicht wiederholen. So am 3. September 1977, wo der FC St. Pauli 2:0 im Hamburger Volkspark gewann. Das Duell hatte sich noch einige Male wiederholt, doch der HSV hatte es bislang immer noch geschafft, die Oberhand im eigenen Hause zu behalten.
Heute aber nicht, heute siegte der Yuppie-Club vom Millerntor gegen die Millionarios im Rautendress und ich – der Autor und Fotofreund – war hinreichend verärgert, um auch vermeintliche Reliquien der Fanbiografie für ein wütendes Foto auf die Straße zu werfen. Die Flagge riecht nun allerdings deutlich weniger nach dem Bier, das mir am 20. Mai 2000 ein Duisburg-Fahrer draufgegossen hatte – es gibt also auch positive Aspekte. Wenn die Hähme der Kollegen verklungen ist, geht das Leben auch weiter. 2015 oder so.

Am 24. März gegen Abend machen sich wieder einige Fotofreunde und Innen auf den Weg über den Hamburger Dom – the day before er eröffnet wird und dokumentieren die letzten Aufbauarbeiten, Lichttests und so weiter.
In der Hamburg-Gruppe von flickr verabredet man sich auch diesmal zum fast schon traditionellen Schwenk und wenn es passt, bin ich wieder dabei. Oben ein Bild eines früheren Ausfluges.
Hof-Panorama in voller Auflösung (neues Fenster)
Seit einigen Jahren schon wandelt sich der Hamburger Stadtteil Ottensen vom Arbeiterviertel, vom “Multikulti, vom Intellektuellenquartier zum In-Viertel mit Boutiquen und sehr, sehr teuren Eigentumswohnungen. Leider verliert der Stadtteil nicht nur viele Bewohner, die ihn ausgemacht haben, er verliert auch sein Gesicht.

Es ist gewiss nicht meine Berufung, als Chronist tätig zu werden, aber ich möchte schon versuchen – und da kommt der studierte Historiker in mir hoch -, es zu bewahren, festzuhalten, was Ottensen ist und war. Zu diesem Zwecke gehe ich immer wieder mit der Kamera raus und wo es sich anbietet, mache ich auch einmal ein 360 Grad-Panorama.


85,5+417+300= 802,5 Cent – So dreistellig scheint die Investion in Film (Kodak VR 400), Entwicklung mit Abzügen (bei Schlecker) und – was eigentlich am Anfang der Geschichte steht – die Kamera, eine PC-606, schon fast hoch, aber die Plastikknipse lässt sich auch noch weiterhin benutzen. Sonderlich aufregend ist die Fotografie mit dieser Knipse nicht, aber ich habe auch ein wenig das Interesse an der Kleinbild-Lomographie verloren. Das mag eine Phase sein, das kann es auch gewesen sein, man weiß es nicht. Was die 606 doch irgendwie reizvoll macht, ist der Umstand, dass man sie fast achtlos in die Tasche werfen kann und dann immer dabei hat. Das hat man ein Handy, ein Smartphone auch, aber das ist irgendwie ein Telefon und kein Fotoapparat und die gehen so schnell kaputt.


Die kleine Sony NEX-3KB
hat sich seit ihrem Erwerb im vergangenen Herbst fest etabliert in meinen genutzten TOP 5 an Kameras, als stete Begleitung, wenn die Sigma mal daheim bleiben soll, als Reisekamera, aber auch auf dem Nodal Ninja oder bei Innenraumaufnahmen aus der freien Hand, weil sie auch im hohen ISO-Bereich wirklich gut ist. Was mir bislang fehlte, waren wirklich begeisternde Linsen. Das 18-55 mm, das der Kamera beilag, ist soweit in Ordnung, doch adaptierte ich ein scharfes 3.5/35mm Takumar oder versuche mich seit einigen Tagen mit dem 2.8/24-70 Vario Sonnar von Zeiss. Darüber wird aber noch später in einem eigenen Beitrag zu berichten sein.
Für eine so kompakte Kamera ist gerade die letzte Lösung schon etwas grotesk, aber qualitativ wirklich sexy. Das 24-70 ist auch meine einzige Linse, die über den recht teuren Sony-Adapter auf A-Mount mit Autofocus funktioniert. Soll die NEX der langsamen Sigma DP1s (heute ein Exemplar NEU für 295,00 Euro im amazon Marketplace)
aber etwas mehr voraus haben, muss sich gleichermaßen schnell, wie überzeugend sein. Da ließen mich die letzten Meldungen aus dem Hause Sony verzückt aufhorchen. Während man gestern erklärt hatte, dass man Dritthersteller kostenlos die Konfigurationen für den E-Mount überlassen wollte, werden heute auf der japanischen Seite von Sony bereits einige sehr interessante Linsen in Aussicht gestellt. Darunter ein 24mm von Carl Zeiss. Über die Lichtstärke kann man nur spekulieren, aber 2.8 oder gar 1.8 zu erwarten, dürfte nicht viel zu gierig sein.
Etwas mehr Informationen gab es indes schon über photorumors zu NEX-Linsen aus dem Hause Sigma. Dort wurde schon ein Prototyp einer 2.8/30mm vorgestellt – was auf KB umgerechnet 45mm entsprechen würde. Man darf gespannt sein, was noch vorgestellt wird, zumal unter anderem auch Tamron und weitere Objektivhersteller interessiert seien, wie Sony schreibt und ich würde mir eher einen Tick mehr Weitwinkel wünschen.