
Es war ein sehr sonniger Tag in Hamburg und dazu auch noch sehr warm, doch gemeinhin nimmt man an, dass das im Sommer häufiger zusammenkommt. Nun ja – davon lässt sich der Fotofreund nicht weiter schrecken, vor allem nicht, wenn man gefordert ist, einer Besucherin der Stadt Fotomotive fernab der Touristenströme zu zeigen.

Ich habe die Gelegenheit genutzt und auf der Tour über den Jüdischen Friedhof von Altona wieder mehrreihige Panoramen (Brenizer Methode) geschossen, denn schließlich stehen auf Friedhöfen Grabsteine herum und erlaufen so Spielereien mit der Tiefenschärfe.

Am gestrigen Montag veröffentlichte Sony für die NEX-Reihe ein Firmware-Update, das sich gewiss auch auf der angekündigten C3 befinden wird. Die Neuerungen umfassen unter anderem einige Effektfilter, die ich hier einmal schnell vorstellen möchte, wenngleich ich in der Regel derartige Verfremdungen lieber in der Nachbearbeitung vornehme, um das “ursprüngliche” Bild auch noch in Petto zu haben – bezeichnenderweise habe ich es in dieser Reihe vergessen.

Abgelichtet habe ich den Szenetreff Foto Köhler in HH-Ottensen vom Stativ mit folgenden Effekten: Toy, Pos, Pos BW, Pop, Retro, Part R sowie Part G, Part B, Part Y, High Key und High Key BW. Für all jene, die mal schnell einen verfälschten Schnappschuss machen wollen oder wer die Arbeit am Computer nach der Aufnahme scheut, mag das interessant sein. Ich bleibe skeptisch, wie bei der automatischen Lächelreizauslösung oder so.
Nein, es ist nicht die große custom-made Kameratasche von retube für den Betreiber dieses Blogs – es ist Sonntag und es regnet und wir hatten noch Kamerastoff zuhause und es war etwas langweilig, also filmte ich mit der “Holganex” wie die beste aller Hälften mir eine kleine Tasche für so multimedialen Krimskrams nach meinen Vorstellungen zusammennähte. Rattenschwanzsatzende.

Nach der Pentanex nun also der nächste Schritt und der geht qualitativ zurück – es geht nicht mehr um die Adaption von DDR-Ingenieurskunst, sondern um das Anstecken chinesischer Spritzgusserzeugnisse. Für 13,13 Euro habe ich über die Bucht eine Holga-Linse für die Sony NEX erstanden und muss sagen: das gefällt mir gut. Zwar ist die Haptik (authentisch) minderwertig, die in der Tat funktionierende Schärfe befindet sich nicht wie erwartet oben, sondern links am eingerasteten “Objektiv”, aber alles in allem kann man sich nicht beklagen.

Ob dieses neue Spielzeug nun dazu taugt, die Diskussion um die “Digitale Lomographie” zu befeuern oder nicht, ist mir reichlich egal. Dank der bisherigen Bildergebnisse habe ich für mich eine Alternative zur stets angestrebten Digital Harinezumi gefunden und damit ist die Zufriedenheit hergestellt. Für Schnappschüsse aus der Hüfte ist mir die digitale Variante kein Sakrileg, aus ökonomischer Sicht vielleicht sogar besonders sinnvoll – nur nenne ich es nicht Lomographie, wenngleich zumindest Vignette und Co der optischen Unzulänglichkeit der Holga-Linse entspringen. Am Ende soll jeder mit seinem Zeugs glücklich werden und kann auch bei lomography.com zu völlig überzogenen Preisen billige Plastikkameras kaufen oder sein iPhone so verpacken, dass es wie ein Fotoapparat aussieht.


Scheinbar besessen vom Hamburger Hafen zog ich auf sanften Druck meines Bruders mit ihm los in die Nacht und in die HafenCity, wo er sich geduldig zeigen musste, ob meines Vorhabens, auch hier mehrreihige Panoramen nach der Brenizer Methode zu schießen – bei Dunkelheit ist die Sache ob der längeren Belichtungszeit deutlich schwieriger, doch ich hielt mich bereit für den nächsten Schritt. Die schwere Alpha 850 wurde zusammen mit dem 85er Sigma am kleinen Nodal Ninja auf das leichte Carbon Stativ geschraubt. Diese Konstruktion war etwas wackelig, aber beherrschbar – die Lockerheit des Freihand-Schusses ging dabei natürlich verloren, so dass einige Ergebnisse suboptimal waren, aber ein, zwei Panos – wie jenes unten – wurden.

Als Zweitkamera fand noch die Sony NEX-3 mit Kit-Objektiv Platz in der Fototasche und wurde einerseits für einzeilige Panoramen als auch für länger belichtete Einzelbilder benutzt. Vieles blieb Spielerei, doch einiges fand die Gnade des Bildbearbeiters, der dem Fotografen wahnsinnig ähnlich sieht.


Letzte Woche war ich wieder bei Björn von retube (Teil I der Serie zur Tasche) und wir haben weiter an den Details für meine Custom-Fototasche gefeilt, die Befestigungen für Einbein- oder Dreibein-Stativ wurden festgelegt, eine Halterung für eine Trinkflasche diskutiert und dann vertagt, denn man könnte das Getränk ja auch isoliert unterbringen, damit die Erfrischung gekühlt bliebt.
Desweiteren einigten wir uns darauf, einen Gurt einzubauen, der die Tasche besser fixiert, wenn man mit dem Fahrrad unterwegs ist – man soll dieses Extra aber auch leicht abbauen können, wenn man es absehbar nicht benötigt. Als Verschluss verzichten wir bei der großen Klappe auf Klett und nehmen Tenax-Verschlüsse. Sehr stylisch und leise.

Endlich mal Zeit am Wochenende, endlich dabei gutes Wetter und noch ausreichend Winterspeck um guten Gewissens eine Fahrradtour mit Kamera zu machen. In der Hamburger flickr-Gruppe wurde angefragt, ich sagte zu und war schließlich einer von vier (plus Hund) Unverschrockenen, die die Fahrt vom Alten Elbtunnel durch den Hafen über Kattwykbrücke nach Harburg wagen wollten.

Auf die kleine Reise mitgenommen hatte ich meine Vollformat Sony A 850 plus Sigma 1.4/85mm, eine Konica Auto S3 für die analogen Momente des Tages und eine Sigma DP1s für den Weitwinkelpart. Ein größeres Tele fehlte in meiner Tasche und es ergaben sich gefühlte zwölf Gelegenheiten, es zu benutzen und eigentlich benutze ich niemals eines. Etwa 25 Kilometer legten wir somit gerüstet zurück und natürlich musste ich wieder die Brenizer Methode ausprobieren, wie das Bild meines Rades unterstreicht und ich übte Blind-Komposition mit der DP1s bei strahlender Sonne …
