Die Look & Stil-Frage

Nieten & Rasten

Es kommt mir und gewiss nicht nur mir unter, dass man ein Bild, das man das erste Mal sieht, schnell einem Fotografen zusprechen mag, weil dieser in den Jahren seines Schaffens einen ganz eigenen Stil entwickelt hat. Offen bleibt die Frage, ob er damit angekommen ist, eine Periode überlebt oder ob – im Falle von Auftragsarbeiten – genau dieser Look nachgefragt und daher in Variationen reproduziert wird.

Drahtseilakt

Ob meine Bilder eine Handschrift tragen, weiß ich nicht, aber wenn dem nicht so ist, dann bleibt die Frage, ob es Unsicherheit ist, Wankelmut vielleicht? – Ich weiß, dass ich gerne ausprobiere, digital und seit letzter Zeit auch wieder mehr analog, farbig und schwarz-weiß arbeite. Mal halte ich eine Serie in einem Stil durch, mal war eine Art der Bearbeitung scheinbar fest verbunden mit einer Kamera. Ich habe zum Beispiel lange meine Bilder aus der Sigma DP1s nur in s/w konvertiert und dann war es auch durch. Jetzt habe ich aber sehr viele Bilder aus dem USA-Urlaub mitgebracht und jedes Mal, wenn ich mich daran setze, bearbeite ich sie anders, weil ich finde, dass es zur Aufnahme passt.

Weiß ich nicht wohin ich will oder weiß ich genau, dass jedes Bild eine eigene Betrachtung verdient hat und wie ist es bei euch?

Mamiya 645 Super in da house

Mamiya 645 Super

Wie oft hatte ich mir schon die Nase plattgedrückt an Schaufenstern, an meinem Laptopdisplay … mein Begehr war eine Mamiya 645 – soviel schien sicher. Nur wie sollte ich das meiner Kiev 88 beichten, wie mürrisch in ihrem Koffer lebte? – Ich beschloss, Tatsachen zu schaffen und kaufte eine sehr gut erhaltene Mamiya für knapp dreihundert Euro und investierte noch ein wenig mehr Geld in den Prismensucher, der mit einer Zeitautomatik daherkommt. Einen Kodak T-MAX 100 legte ich ein und los ging das Abenteuer 4,5×6!

Kästen

Wer sich wie ich für den Auslöseklang einer Kamera begeistern kann, ist recht schnell eingenommen von der 645, die nicht zu Unrecht den Zusatz “Super” im Namen führt. Wenngleich mit einem Body aus viel Kunststoff versehen, macht alles einen sehr guten, sehr wertigen Eindruck – nichts hakt und nichts klemmt. Es funktioniert. Nachdem ich mit Bedienung und ersten Ergebnissen sehr zufrieden bin, freue ich mich, dass es Zubehör und Linsen auf dem Gebrauchtmarkt reichlich und auch bezahlbar gibt. Möge der Markt die Kamera auch weiterhin so unterschätzen.

Elbblick

Eastcoast Fotofachgeschäfte

Bromfield Camera

Ich war ja im Urlaub an der US-Ostküste und zwar in Boston und New York – dies war ein Service für jene Besucher dieser Seite, die sich weitem Scrollen verweigern. Das soll es ja geben.

Als Fotofreund mit Ausrüstungsklatsche habe ich natürlich schon in Deutschland geforscht, welche Geschäfte es denn “drüben” so gibt. Ich hatte bei Calumet in Cambridge eine Gegenlichtblende für die Fuji X100 vorbestellt, die dort offenbar nie eingetroffen ist. Von Jim oder Joe habe ich zumindest nichts mehr gehört. Da ich aber auf der Reise meinen Drahtauslöser zerstört hatte, musste ich einen neuen kaufen und ging zu Ritz Camera, die schon keine Gegenlichtblende hatten – einen Drahtauslöser hatten die auch nicht. Mehr aus Zufall als Vorsatz schwenke ich in Downtown dann bei Bromfield Camera (10 Bromfield St., Boston, MA 02108) rein und fühlte mich in dem etwas rumpeligen Laden, der auch Leica Vertragshändler ist, sehr wohl. Meine Frage nach dem Drahtauslöser beantwortet man sehr ruhig positiv und zeigte mir Neuware von Kaiser am Ständer, drehte aber gleich ab und wühlte in einer Kiste, zog ein gutes Stück heraus und sagte “drei Dollar!” – Ganz begeistert und dennoch auf eine negative Antwort gefasst, fragte ich nach der Original-Gegenlichtblende für die X100 und mein Verkäufer stellte beinahe beiläufig fest, dass er glaube, die zu haben. Er hatte dann auch noch die Original-Bereitschaftstasche, aber ich wollte es nicht übertreiben und zog sehr zufrieden mit den beiden Teilen ab.

The Photo Village

In New York führte gleich mein erster Weg von der Penn Station zum vermeintlichen Paradies für den Fotofreund, nämlich zu B&H an der 9th Avenue, wo ich mir unbedingt das “Ari Marcopoulos Camera Bag” ansehen wollte, weil es sie wohl nur da direkt zu erstehen gibt. Meine Mail aus Boston, ob ich denn eine reservieren müsste, blieb unbeantwortet, aber der Umweg war klein und vielleicht gab es ja noch mehr, was sich anzusehen lohnte. Für einen Neuankömmling in dieser Metropolis ist der Laden schon etwas irrtierend und das nicht nur, weil ich meinen Koffer in die Aufbewahrung geben musste und das Geschäft sehr verwinkelt angelegt ist. Auch hatte ich in meinem ganzen Leben noch nicht soviele orthodoxe Juden hinter irgendeinem Tresen gesehen wie hier. Ich steuerte also auf den Herren mit dem schönsten Hut zu und fragte nach der Tasche, weil ich sie nicht in den Regalen sah. Er erklärte mir, dass sie vorrätig wäre und ich dachte, ich könnte sie nun ansehen. Dem war dann leider nicht so. Mit einem Maßband wurden mir die Dimensionen aufgezeigt, was mich nicht zufrieden stellte. Von der Reise erschöpft und etwas entnervt bollerten wir mit dem Gepäck (ich reise ja nicht alleine) 25 Blocks hoch zu unserem Hotel.

Nachdem wir uns etwas eingelebt hatten im Dicken Apfel beschloss ich, ein weiteres Fachgeschäft aufzusuchen und zwar The Photo Village (1133 Broadway, Suite 824, New York, NY 10010) in der Nähe des Flatiron Building, welches u.a. Produkte von “Artisan & Artist” führen sollte, und zum Glück hatte ich mir die genaue Anschrift herausgesucht, weil am Haus selbst gibt es überhaupt keinen Hinweis auf den Laden. Etwas unsicher gingen wir hinein und fragten den Wachmann, der uns knapp in den achten Stock schickte, wo wir obiger Tür ansichtig wurden. Sie stand einen Spalt offen und wir gingen “Hello!”-rufend hinein. Hinter Kartons und Taschen und einer Kiste Noktons kam dann ein Mensch hervor, dem ich kurz mein Begehr (kleine Tasche mit Platz für Minolta 9000 mit zwei Linsen, Fuji X100, iPad und Kleinkram. Ein Griff in die Sammlung und schon hatte ich die perfekte Tasche in der Hand. Diese werde ich noch einmal gesondert in Szene setzen und hier dann angemessen vorstellen.

Eigentlich hatten wir noch zu Adorama gewollt, weil die so einen schönen Auslöseknopf haben für die X100, aber am Ende hatten wir dann auch keine Lust mehr auf Fotofachgeschäfte. Pro Stadt von einem guten Laden zu wissen ist, ja schon sehr viel.

Beacon Hill Love

Oldschool

Dem deutschen Sommer entfliehend hatte der Fotofreund und die beste aller Hälften erst neulich die Zelte an der amerikanischen Ostküste aufgeschlagen, wie auch nur beiläufig interessierte Leser des Blogs werden festgestellt haben. Nun begab es sich, dass – trotz prominenter Berichterstattung – nicht alleine New York besucht wurde, sondern auch Boston.

Primo's

Und in dieser ausgesprochen charmanten Stadt haben wir in Beacon Hill ein absolut wunderbares Wohnquartier gefunden. Während unsere Bleibe im kaum weniger schönen Back Bay stand, haben wir das hier vorgestellte Viertel ein wenig in unser Herz geschlossen, Häuser betrachtet, daran gedacht, wie schön ein Stadthaus hier doch wäre, wenn die Lottofee und Fortuna endlich einmal in unserem Sinne turteln würden, so dicht an den historischen Stätten, am Charles River am Atlantik – man hätte schwärmen können, und wir schwärmten. Sehr.

The Dog's Place

Meine custom-made retube 6100

retube 6100

Wie in den letzten Wochen auf diesem Blog immer wieder einmal berichtet, habe ich mir für meine Reise in die USA eine Fototasche von retube-taschen.de bauen lassen und nun möchte ich kurz davon berichten. Einzelheiten zu Aufbau, Materialien und einen ganzen Schwung Bilder findet ihr beim Taschenfreak.

Mitte Juli war die Tasche dann endlich fertig – endlich, weil unsere Reise in die Vereinigten Staaten bevorstand und sie für den Flug sowie die Straßen von Boston und New York entwickelt worden war.

Die Umgängetasche sollte einiges aushalten und es ist wirklich ein sehr solides Modell geworden. Die in Anlehnung an “Binford” aus der Serie “Hör mal, wer da hämmert” mit 6100 benannte Tasche ist nicht zuletzt durch den Traktorschlauch und die Kunststoffplatten sowie Polster im Inneren absolut stabil. Um meine Minolta 9000 nebst Linsen sorgte ich mich ebenso wenig, wie um die Fuji X100 oder mein iPad. Ich glaube, ich hatte noch nie so unerschütterliches Handgepäck.

Im Alltagseinsatz konnte sich die Aufteilung bewähren und die ansteckbare Kühltasche für meine Trinkflasche war bei bis zu 32 Grad Celsius ein Segen. Dann und wann wurde die Tasche dann aber auch zu schwer, so daß ich die Hauptklappe aus Traktorschlauch mit einem Reißverschluss abnahm – mit Regen war ja nicht zu rechnen. In den Serienmodellen soll auch die Polsterung des Kamerafachs nochmals optimiert werden ebenso in der hinteren Tasche, um etwas Gewicht zu sparen.

Am Ende war ich doch sehr froh, dass ich eine solche Tasche dabei hatte, denn Kameras, Linsen, Zubehör plus Getränke, Reiseunterlagen, Städteführer, Stadtpläne Pässe, und so weiter und so weiter in einem Gepäckstück zu haben, war doch eine große Erleichterung.

Bei Interesse meldet euch bei Björn von http://retube-taschen.de/

Gepanschte Zeitreise

Beacon Hill Fireplug

Einige Fotohomies hatten das Bild schon im flickr-Stream gefunden, doch wollte ich dem ungewollten Bildergebnis doch auch Platz im Blog einräumen, denn das Ergebnis aus Kodak Porta 160 NC und Schwarz-Weiß-Entwicklung ist dann doch überraschend farbig geworden.

Nachdem man mir das Missgeschick gestanden hatte, belichtete die Laborantin die 6×9-Negative aus der Agfa Box aus, ich habe dann nur den Abzug mit VueScan auf dem 8800F von Canon eingescannt und beschnitten. Das war es.

Flatiron Bling

Flatiron Bling

Das Flatiron Building zählte zu einem meiner Ziele während des kurzen Aufenthaltes in New York City, nicht zuletzt aus dem Motiv heraus, dass sich im Umkreis ein sehr spezielles Fotofachgeschäft sowie ein mir anempfohlender Sandwichladen fanden.

Mit einer Brennweite von 35mm an der Fuji X100 war sich vom Bildausschnitt schon etwas fesgelegt und nahm – wegen fehlender Wölkchen eben noch die Sonne und eine Laterne mit in den Sucher. So gefiel es mir dann auch gut.

Manhatten Straßengeknipse

Shadow

“Street” ist ja so furchtbar en vogue, ein mir unbekannter Mensch schickte mir mit seinem Foto und ansonsten unkommentiert Gesetzestexte zum Recht am eigenen Bild und ich lege mit dem Drahtauslöser einen Mittelfinger auf den Schreibtisch … Am Ende mache ich es dann doch selbst – nicht das Klugscheissern, nicht irgendwelchen Standards folgend, sondern anfangs eher aus Resignation, denn man kann in New York eigentlich nichts fotografieren ohne Passanten mit auf das Bild zu bekommen.

The model and the photographer

Wenn man sich damit abgefunden hat, dann fotografiert es sich schon recht ungeniert, aber bitte unaufdringlich und nicht frech oder dummdreist in den Weg gestellt und abgedrückt. Ich wollte niemals die Rolle des dezenten Beobachters aufgeben und da steckte mir die grandiose Fuji X100 mit ihrer 35mm Festbrennweite (auf KB) eine angemessene Grenze.

Times Square High

Diese kleine Reihe also als Einstieg in die fotografische Nachlese meines Urlaubs und da ich drei Kameras mit im Gepäck hatte und zwei Städte bereist wurden, darf man sich auf Fortsetzungen einstellen, hochgeschätzte Leserschaft.

Entdeckerreise

Entdecker

Zurück aus den Vereinigten Staaten! – Erstmals in meinem Leben habe ich den Schritt in die USA gewagt nachdem Afrika und Asien bereits einige Male bereist worden waren. Die Reiseroute umfasste Boston und New York – wir blieben also an der Ostküste.

Extra für diese Reise hat mein Freund Björn von retube mir eine Foto- /Handgepäcktasche gebaut und da man ja nie genug Taschen besitzen kann, wurde in einem sehr interessanten Fachgeschäft am Broadway eine weitere Fototasche erstanden, die es weder bei den großen Händlern wie B&H geschweige denn in Deutschland gibt. Jeans hamstern kann ja jeder! Beide Taschen werden hier in Bälde genauer vorgestellt.

Die Filme aus Minolta 9000 und AgfaBox werden erst nächste Woche im Labor landen, wobei ich Farbe, Dia und S/W quer durch den Garten geballert habe und schon vorweg berichten darf: mit einer Box bekommt man die Frauen rum (wenn die eigene nicht gerade aufpasst)!

Hello Taxi! Bukowski Warehouse

Travelbox NYC

Travelbox NYC

Der US-Kamerafreund kennt vieles, aber eine AgfaBox ist sogar hier exotisch, wie ich habe feststellen dürfen. Drei Filme habe ich in Boston und New York belichtet und nun bin ich gespannt, was ihnen Unachtsamkeit und Röntgengeräte angetan haben.

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