Spinner Moto

Ich hatte ja vor einigen Tagen ein Panorama-Bild aus New York auf meiner Festplatte gefunden und war plötzlich ganz angetan von der Weite des Feldes und zeigte mich sehr entschlossen, es weiter zu betreten. Eine Fuji 617 oder eine Hasselblad X-Pan schien gerade nicht erschwinglich, eine Horizon hatte ich schon einmal ausprobiert und dann kam letzte Woche in einem Newsletter von den Lomographen die Ausgeburt des Panoramas: Brummkreiselknipsen mit Motor.

Da nach dem großen Philosophen Tim Taylor alles einen Motor braucht und ich mir lebhaft vorstellen kann, dass der Einsatz der Spinner 360° auf Stativ mit Fernbedienung einiges möglich macht, ließ ich mir das Set mal schicken und hoffe nun auf das Zusammentreffen von Zeit und akzeptablem Wetter und neun Batterien, die ich brauche. Hope on!

Yasuhara Fisheye für Sony NEX

Nachdem ich zuletzt den werten Herrn Miyazaki hatte vorstellen können und seine Objektive, kommen wir heute erneut zu einer sehr kleinen japanischen Werkstatt, die nun ein Fisheye für die Sony NEX und auch MFT anbietet. Die Firma Yasuhara, rund um den Jahrtausendwechsel bekannt für zwei sehr feine Messsucherkameras, bringt Ende März, Anfang April in Europa die “Madoka 180″ auf den Markt.

Wie hier auf dem Beispielbild (Klick macht groß) zu sehen, bekommt der Fotofreund und auch die Fotofreundin ein kreisrundes Bild mit einem Blickwinkel von 180 Grad oder zumindest fast. Da es sich hier fraglos um eine gerne so genannte “Spaßlinse” handelt, dürfte sich preislich recht atraktiv daher kommen. Noch einige Werkstangaben: Blende 4, Länge etwa 40mm, Gewicht etwa 200g.

Meine Sony NEX-3 hat sich ja zur “Allesfresserin” entwickelt. Neben den adaptierten Sony Alpha- und Minolta-Linsen, lässt sie sich bereitwillig mit M42ern, einer Holga-Linse, Minischerben einer Pentax auto 110 und offenbar mir großer Wonne mein Zeiss ZM 1.5/50mm ein.

Times Square Breite

Times Square Pano Contra Lux
Vermutlich nur auf sehr großen Monitoren wirkt das Panorama, so eingebettet in die Beschränkungen dieser Spalte im Blog macht es wohl nicht eine besonders imposante Figur, aber ein Klick auf das Bild erlaubt den Sprung zu flickr und dort eine vergrößerte Darstellung. Die Türen stehen dem visuell geforderten Rezipientenkreis also sowas von offen, dass es schon fast zieht.

Die Geschichte zum Bild ist eine schnell erzählte Geschichte. Ich wollte meine Kamera, also der gerade bei Fujifilm in Reperatur befindlichen X100, die Chance einräumen, mich von ihrer Panoramafunktion doch noch zu überzeugen nachdem sie das in Boston am Charles River nur ein wenig hatte tun können. Am überlaufenen Times Square, einem weitgehend totgeknipsten Motiv, schlug sich die kompakte Fuji jedoch sehr gut. Schade nur, dass sie in die Werkstatt musste.

Scarface 9000

Scarface

Es ist mein x-ter Versuch, meine gleichermaßen treue, wie verrockte Minolta AF 9000 in gute Hände und wenn nicht gute, dann wenigstens sehr zahlungsfreudige Hände abzugeben, weil Geld in die Kasse muss und weil ich nicht mit allen Kameras, die ich habe, angemessen spielen kann. Nun steht sie also für schlappe 45,00 Euro in der Bucht und harrt der Dinge.

Ob es der Verkaufsförderung zuträglich ist, dass ich die Minolta in all ihrer Verlebtheit anpreise – mag man so oder so beurteilen, aber ich muss sagen, dass dieses “Portrait” der Kamera mir schon bei der Bearbeitung so gut gefiel, dass ich Retouchen zu ihren Gunsten unterließ. Dass Boris dann heute auch noch etwas ratlos zu faltigen, verlebten Gesichtern bloggte, ermutigte mich, einen stillen Beitrag zu leisten.

Der Traum des Herrn Miyazaki

Im Oktober des letzten Jahres hatte ich hier auf diesen Seiten Bellamy Hunt, ein Brite in Tokyo, vorgestellt, der sich selbst Japan Camera Hunter nennt und seinen Lebensunterhalt in erster Linie dadurch bestreitet, dass er auf eigene Faust oder auf Kundenauftrag in Japan Kameras aufkauft und weiter veräußert. Nun brachte ihn diese Tätigkeit auch in Verbindung mit Herrn Miyazaki, der in seiner kleinen Manufaktur MS Optical Objektive umbaut oder in Kleinstauflage herstellt. Der frühere Designer von Teleskopen in Diensten eines bekannten japanischen Spielzeugherstellers hat sich nach seiner Pensionierung nocheinmal selbstständig gemacht und einige sehenswerte Produkte entwickelt.

Am auffälligsten vielleicht seine neuste Entwicklung, das Super Triplet Perar 4/28 für das Leica M-Bajonett, welches für umgerechnet 535 Euro plus Versand und Steuern bei Bellamy zu beziehen ist. Wenngleich das Hauptaugenmerk auf dem M-Bajonett liegt und z.B. auch Contax-Linsen umgebaut werden, hat Herr Miyazaki auch ein Herz für Neumodisches. Für die kleine Pentax Q hat er bereits den Prototyp eines Sonnetar 25mm F/1.1 hergestellt.

Bitte lest auch den ausführlichen Artikel zu diesem liebenswerten Projekt bei Bellamy Hunt (englisch)!

Einen Beitrag zur 4/28 gibt es auch beim Herrn Jeriko zu lesen. Übrigens.

Mit der Zeiss Ikon am Strom

Vogelfluglinie

Hatte die neue Zeiss Ikon mich im Stich gelassen? Warum war der Verschluss eines bitterkalten Abends nicht aufgegangen als wir, aus dem warmen Auto kommend, umgehend die Stative aufgebaut hatten, um Bilder zu schießen? – Es wird noch etwas Forschung bedürfen, um diese Frage zu klären, vielleicht wäre auch Tageslicht hilfreich. Hell war es am folgenden Tage, als ich mit meinem Bruder per pedes an die Elbe zog. Auf dem Fußweg war die Kamera schon eine Viertelstunde der nicht mehr ganz so krassen Kälte in der Fototasche ausgesetzt und gab sich gütig.

Sonne & Eis

Unten, in Neumühlen, schnurrte wieder alles in der Messsucher wie ein Kätzchen. So stelle ich mir das zumindest vor, denn ich hatte immer einen Hund und die grunzen vielleicht mal, doch das ist eine andere Geschichte. Es stand an diesem Tage auf dem Testprogramm “Leben mit dem Gegenlicht” und “Schnellscharfstellen für Vogelfreunde”. Das hat alles sehr gut geklappt, die Zeiss Ikon wurde anschließend liebgehalten und dann wieder in die Wärme verfrachtet – zu Tee und Keksen.

Sigma stellt DP1 & DP2 „Merrill“ vor

Während die vernetzte Fotografenwelt sich den Kopf darüber zerbricht, ob die immensen Pixelmassen der Nikon D800 nötig sind und aufjault, dass die Nikon D4 erst verspätet lieferbar ist, während Olympus die OM-D vorstellt und viel Beachtung findet und während Sigma reichlich Spott erntet für die Preissenkung bei der SD 1 von 7500 auf 2000 Euro – während dieser unruhigen Zeiten droht die Ankündigung von Sigmas neuen Kompakten DP1 & DP2 „Merrill“ etwas unter zu gehen und das gefällt mir nicht.

Als früherer Besitzer einer DP1s freut es mich natürlich, dass die Kamera wieder einmal schön puristisch daher kommt, das Objektiv steht etwas weiter heraus, aber der Stil ist identisch geblieben, was die Sigma von den Mitbwerbern doch ein wenig absetzt. Ich bin mal auf die Haptik gespannt und auch auf den Preis, den der japanische Hersteller vorerst ebenso wie den Termin der Auslieferung für sich behält.

Die neuen Kompakten haben nun offenbar den Sensor der SD 1 bekommen, der laut Hersteller über 46 effektive Megapixel (4.800×3.200×3 Schichten) und 44 aufnehmende Megapixel (4,704×3,136×3 Schichten) verfügt – da hier von drei Schichten gesprochen wird, darf man also von knapp 15 Megapixeln nach herkömmlicher Zählweise ausgehen, was deutlich brauchbarer klingt als jene etwa fünf Megapixel bei den Vorgängern, wenngleich es an der Klarheit und Dynamik der Aufnahmen wenig zu meckern gab.

Neu gerechnete Festbrennweiten kommen ebenfalls zum Einsatz. In der Pressemitteilung heißt es: Die speziell für die SIGMA DP Merrill Serie entwickelten Objektive wurden konstruiert, um die Sensorleistung auszuschöpfen. An der SIGMA DP1 Merrill kommt ein 19 mm F2,8 Objektiv, äquivalent 28 mm an einer 35 mm SLR Kamera, und an der SIGMA DP2 Merrill ein 30 mm F2,8 Objektiv, äquivalent 45 mm an einer 35 mm SLR Kamera, zum Einsatz. FLD (“F” niedrige Dispersion), das die gleichen Eigenschaften wie Fluoridglas besitzt und blankgepresste asphärische Linsen korrigieren Abbildungsfehler. Das überragende telezentrische optische Design verbessert die Bildqualität über das gesamte Bildfeld durch die Informationsübermittlung von Daten zum Sensor. Die Super-Multi-Layer Vergütung reduziert Streulicht und Geisterbilder auch unter schwierigen Lichtbedingungen, wie etwa Gegenlicht.

Auch soll die Geschwindigkeit der DP1 und DP2 “Merrill” höher geworden sein, was die Alltagstauglichkeit verbessern dürfte. Die DP1s war für Stadtimpressionen, für Architektur, Landschaften und ähnliches eine sehr gute Kamera, aber der langsame Autofokus und der lange Speichervorgang machten sie als Schnappschusskamera kaum tauglich. Sobald ich weiß, wie man die Firma Sigma erweichen kann, eine Testkamera zur Verfügung zu stellen, werde ich mich bemühen. Sehr.

Verweisen möchte ich noch auf die kleine Webseite zu den beiden Kleinen.

Schantalle geblitzdingst

Don't blitz Schantalle

Horizonterweiterung gelingt manchmal auch in geschlossenen Räumen, wenn es die richtigen Räume sind. Ich fuhr also mit meinem 48er Metz Systemblitz, der faltbaren GamiLight-Softbox und viel Elan zu Paddy in sein Studio (Fotokurse in Hamburg) und ließ mich einweisen in die ersten Schritte des Entfesselten Blitzen, da ich mittlerweile eine kleine Ausrüstung zusammen hatte und fortan nicht zögern wollte, sie auch zu benutzen.

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Wir baten die charmant schweigsame Schantalle also vor einen schwarzen Hintergrund, stellten die Kamera auf eine Verschlusszeit von 1/200 und tasteten uns an die Blende heran, ab der es ohne Blitz nur noch dunkel war – herausgefunden und dann mit Blitz abgedrückt. Die Intensität des Lichts variierte ich dann mutig am Blitz oder per Blende. Die Ergebnisse ermutigen mich, es weiter zu probieren.

Damn cold compacts

Schneetreppe

Der Kälte ins Gesicht lachen während man das eigene Antlitz hinter einem dicken Schal versteckt. Es war ein edles Vorhaben, das mein Kumpel vorschlug und lebhaft konnte ich mir vorstellen, die MAMAN-Skulptur vor der Hamburger Kunsthalle abzulichten. Allerdings klammerte meine am Schreibtisch gefasste Entscheidung gleichermaßen leichtfertig wie großzügig die Witterungsbedingungen in Hamburg aus, doch dazu vielleicht später.

Mum's coming

Ich packte also nur kleines Gepäck, bestehend aus Fujifilm Finepix X100 und Zeiss Ikon ZM nebst 50mm Sonnar sowie kleines Stativ und Drahtauslöser in mein feines Black Label Bag und stand dann um 19:00 bereit zwischen Kunsthalle und Galerie der Gegenwart. Knips, knips, lauf, lauf. Man spulte routiniert und frierend die Einstellungen ab und während mein Begleiter von Skiunterwäsche und dem zweiten Pullover sprach, fühlte ich mich unvorbereitet.

Zum Zwecke der Nahrungsaufnahme kehrten wir bald ein bei einem “Italiener” am Großneumarkt und versicherten einander, dass Eisschollen auf der Elbe bei Dunkelheit und Schnee noch abzulichten sind. Ein Parkplatz am Fischereihafen Restaurant war frei, die Zeiss verweigerte nach Restaurant- und Autowärme bei -11 Grad die Gefolgschaft und beruhigte sich erst nach Akklimatisierung im heimischen Wohnzimmer. Ich tadelte sie sehr und werde sie zeitnah wieder nach draußen zwingen. Ach ja, da waren ja noch entschlossene Schritte zum Dockland, typische Posen und Standpunkte, erneutes Frieren und ein Hochgesang auf das Auto. Es sprang an und brachte die Fotofreunde in die jeweils heimische Muggelichkeit.

Erste tapsige Rangefinderschritte

Wärmeoase

Nein, von schlafwandlicherischer Vertrautheit kann man noch nicht sprechen, wenn man mein Verhältnis zur Zeiss Ikon ZM in meinen klammen Händen skizzieren sollte. Es war kaum mehr als ein schneller Flirt, der mir mit der bis zur Auslieferung praktisch unbekannten Rangefinder-Kamera bislang vergönnt war. Vor lauter Ungeduld, die ersten Ergebnisse mit einem Kodak Tri-X 400 zwischen die Finger zu bekommen, wurde der schattige Winterfotoblues ins Reich der Fabeln geschleudert und ich machte einige Schnappschüsse.

Sitzgruppe Klassik

Mir waren in den vergangenen Jahren fraglos interessantere Bilder gelungen, was wohl auch an meinem kleinen Aktionsradius während der ersten Schritte mit der ZM lag, aber man darf auch meine Ungeduld nicht vergessen. Sie war sehr groß. Als mir also der Szenetreff Foto Köhler in Altona bedeutete, dass man erster Film bereit zur Abholung war, stürzte ich entschlossen ins Fachgeschäft und betrachtete die Negativstreifen mit der Lupe auf dem Leuchttisch: andere Liga, Königsklasse!

Jetzt galt es, diesen traumhaften Eindruck auch per Scan in die Welt von Nullen und Einsen zu transportieren. Der Canon 8800F wurde also bemüht, die bei Monochrom bestellten Glasscheiben zur Bändigung des gewölbten Negativstreifens eingesetzt und via VueScan einfach mal ohne weitere Manipulation durchgescannt: ein bisschen dunkel ist es schon geworden und das BÄNG will sich noch nicht einstellen, aber wir stehen noch ganz am Anfang. Ich bin zuversichtlich. Sehr.

Angedätscht

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