Alien Skin Software Exposure 4

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Es ist nicht lange her, dass ich eine kurze Diskussion führte über den übertriebenen Einsatz von Filtern in der Nachbearbeitung digitaler Aufnahmen. Mit Marc, der schöne Frauen im Ruhrgebiet fotografiert, war ich in diesem Schriftwechsel sehr einig, dass es vielleicht doch etwas übertrieben ist, den mit der digitalen SLR aufgenommenen Fotos am Ende sogar noch Kratzer hinzuzufügen. Auf den ersten Blick scheint es daher fast unglaubwürdig zu klingen, dass ich das hier nun knapp vorgestellte Programm, das nichts anderes tut, als digitalen Fotos einen analogen Look zu verpassen, mag.

Wischen wir den möglicherweise anzudeutenden Vorwurf der Schizophrenie mit einer Vehemenz vom Tisch, dass später jemand kommen muss, um das Durcheinander wieder aufzuräumen. Es bleibt ja immer die Frage, wie man die zur Verfügung stehenden Mittel einsetzt.

Nachdem mir mit dem Umstieg von Lightroom 3 auf 4 eine Menge meiner “Film”-Presets verloren gegangen sind, ich sie aber weder missen wollte, noch die Lust hatte, sie geduldig wieder einzustellen, bediente ich mich also dem, was der Markt anbietet und da sehe ich mit Nik und Alien Skin zwei Anbieter, die für mich interessant sind, wobei Erstgenannter deutlich kostspieliger ist.

Original

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Fälschung

Fälschung

Das erste Beispiel hier, das einen Ilford Delta 100 simulieren soll, ist nun noch ein recht behutsamer Schritt, wobei ich das Korn komplett herausnehmen, das Bild sogar etwas pushen könnte, wenn mir danach wäre, aber es geht natürlich auch noch eine ganze Ecke radikaler bis zu alternativen Prozessen inklusive Alterung. Da mögen die Dunkelkammerfreunde und -freundinnen die Nase rümpfen und ich würde ihnen allen auch noch zustimmen, aber wenn ich diesen “Look” mal haben möchte, nicht über die Ausrüstung, das Know-how und die nötige Geduld verfügt, dann nähert man sich so zumindest an die Ästhetik an – ohne freilich den greifbaren Charme zu erreichen.

Original

Original

Fälschung

Fälschung

Neben etlichen Filmsimulationen, wie viele Schwarz-Weiß-, Farbnegativ- oder Diafilmen, wobei einige weitere bei der aktuellen Version hinzu gekommen sind, kann man die Aufnahmen altern, mit Lichtlecks oder Rahmen versehen – ein bisschen Instagram oder Hipstamatic lässt sich dabei also auch nicht leugnen.

Das Programm kostet derzeit 199 US-Dollar als Download. Alien Skin Software bietet außerdem die Möglichkeit, Exposure 4 zwei Wochen kostenlos in Photoshop oder in Lightroom, aber nicht in Apples Aperture zu testen.

Einen kleinen Rabatt habe ich für die geneigte Leserschaft von spiegelberg dot org bekommen: mit dem Coupon-Code SSP1301 gibt es 10% off für jeden Artikel im Alien Skin Store.



4 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Ich finde, dass solche Software durchaus eine Daseinsberechtigung hat. Um schnell verschiedene Interpretationen zu probieren oder den Effekt gleichartig auf einer größeren Menge Fotos anzuwenden, sind solche Programme wirklich praktisch.

    Eine Frage: Werden die Rahmen, Kratzer und Texturen prozedural, also immer neu, erstellt oder sind diese Artefakte vorgefertigt, so das die sich wiederholen?

  2. Jetzt mal unabhängig von dem Programm: Die Presets von Lightroom 3 sind doch in 4 noch voll einsetzbar. Man muss lediglich die Prozessversion wieder auf 2010 setzen. Und schon ist alles so, wie davor.

    Ich finde die Programme hier daher ziemlich uninteressant, da sie RAWs nicht unterstützen.

  3. Nun ja. Abgesehen davon, dass ich die Zurücksetzung des Prozesses für lästig halte, habe ich es nicht als Nachteil empfunden, dass man in Exposure 4 nicht im RAW arbeitet. Ich exportiere stets eine bereits mit Lightroom soweit bearbeite und gerenderte Datei und lege nur noch den Effekt drauf. Es soll ja keine Entwicklungsmaschine sein, daher auch die Integration/Anlehnung in bzw. an die beiden Adobe Programme.

  4. Die Frage kann ich dir aus meiner bisherigen Erfahrung noch nicht beantworten, da ich mich selbst bislang nur auf die Filme beschränkt habe. Das Wetplatedings war ein flüchtiger Exkurs. ;-)

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