Japan Camera Hunter

Fotografenseiten im Internet gibt es sehr viele. Von dem Anfänger, der den Fotofreunden die Welt erklärt, von Ahnungslosen mit professionellen Auftreten über die rührenden Geschichten und Inspiration für die nächsten 125 Jahre. Es gibt aber auch Seiten, zu denen man sehr gerne ein Lesezeichen setzt, weil sie einzigartig sind und eine davon ist Bellamy Hunt, dem Japan Camera Hunter, der für seine Kunden immer auf der Suche nach Schätzchen auf dem japanischen Markt ist. Und da ich diesen Job leicht und locker gerne in die TOP 5 der erstrebenswerten Jobs gehoben habe, bat ihn ihn um ein Interview, in dem er auch von seinen einmaligen Kameragurten berichtet, aber dazu später …

Hallo Bellamy! Du lebst und arbeitest in Tokyo als “camera hunter”. Kannst Du uns etwas mehr darüber erzählen, wie Du nach Japan gekommen bist und über deine Arbeit. Wie läuft das auf dem japanischen Markt?

Ich kam vor etwa sieben Jahren per Zufall nach Tokyo – plötzlich fand ich mich in Japan wieder, das war eher Glück. Ich war ein begeisterter Fotograf, aber ich hatte keine Richtung. Ich war etwas ohne Orientierung bis ich mir eine DSLR kaufte und wieder im Bereich der Fotografie arbeitete – für einen japanischen Fotografica-Lieferanten. Nachdem ich einige Jahre für eine japanische Firma gearbeitet hatte, entschied ich mich, mich selbstständig zu machen. Es ist wirklich ausgesprochen interessant auf dem japanischen Fotografie-Markt zu arbeiten, zumal es nicht viele Ausländer gibt, die das hier tun. Ich bekomme alle Dinge zu sehen und in die Hand, die mit dem Fotografieren zusammenhängen. Es ist wirklich ein Traumjob.

Hier in Deutschland siehst Du auf dem Kamerabörsen immer wieder japanische Händler, die zwar überwiegend auf der Suche nach hochwertigen Kameras von Rollei oder Leica sind, aber auch günstige Voigtländer usw. aufkaufen. Sie erzielen daheim offenbar gut Preise dafür, so dass sich der Import in der Heimat lohnt. Sind klassische deutsche Kameras so teuer in Japan? Wie sieht das im Vergleich dazu mit japanischen Kameras aus?

Der japanische Markt liebt klassische deutsche Kameras, sie sind sehr beliebt und auch teuer, aber dafür gibt es einen guten Grund. Es gibt mehr Leica Kameras in Japan als in Deutschland! Die Sammler sind die vorsichtigsten, die ich jemals gesehen habe. Ich weiß, dass man losgehen kann und eine Leica M4 MOT ersteht, die noch völlig unbenutzt ist. Das ist schon eine ganz besondere Erfahrung. Die japanischen Kameras sind schon von einem sehr hohen Niveau, aber deutsche Kameras sind dann doch noch etwas anderes. Ich kenne verschiedene Läden, die ausschließlich deutsche Kameras verkaufen. Da ist zum Beispiel ein Geschäft, dass nur klassische Zeiss- und Contax-Linsen verkauft. Das ist etwas, was den japanischen Markt einzigartig macht – dieser Sinn nach Qualität.

Auf deiner Internet-Seite habe ich gesehen, dass Du offensichtlich die Hexars ganz gerne magst. Was hat es mit diesen modernen Messsucherkameras auf sich?

Es ist nicht, dass ich die Hexars nun besonders hervorheben würde, aber ich habe herausgefunden, dass sie sehr beliebt sind und ich komme ganz gut an sie heran. Nirgends auf der Welt wirst Du binnen einer Woche eine solche Kollektion von Limited Edition Versionen anhäufen können wie hier. Hier habe ich es aber zuletzt nur wegen der Herausforderung gemacht. Es gibt hier soviel hochqualitative Kameras, so ist es für mich ein gutes Gefühl, sie schnell für die Leute finden und beschaffen zu können.

Während Leica, Zeiss und Voigtländer hochwertige Film-Kameras auf dem deutschen und internationalen Markt anbieten, gibt es in Japan auch noch aktuelle Analoge von zum Beispiel Fuji mit seinen Klasse W und S sowie Natura-Kameras. Was hälst Du von diesem Segment?

Nun Zeiss und Voigtländer werden derzeit in Japan von Cosina hergestellt, so sind es nun eher japanische Kameras geworden. Nikon, Canon und Fujifilm stellen darüber hinaus immer noch analoge Kameras her, was, wie ich denke, einiges über den heimischen Markt aussagt. Wenn Fujifilm eine neue Kamera auf den Markt bringt, muss sie sicher sein, dass es dafür auch Kunden gibt. Die Klasse- und Natura-Kameras sind exzellent, sie haben sehr hochwertige Linsen und sind darüber hinaus noch einfach zu bedienen. Neben den großen Konzernen stellen auch kleine Firmen hier Lomo-Kameras her – in Japan lihnt es sich also auch heute, dieses anzubieten.

Lass uns nun über ein weiteres Geschäftsfeld sprechen und zwar über diese fantastischen Kameragurte aus Seide alter Kimonos, die Du auch verkaufst. Ein sehr japanisches Produkt. Wer hatte die Idee dazu? Erzähl uns mehr über die Materialen und die Geschichte des Produkts.

Diese Verwendung von Seide war die Idee eines Freundes von mir, der etwas einmalig anderes machen wollte. Er schlug vor, dass er Zubehör wie Geldbörsen aus alten Kimonos machen könnte. Ich meinte, es wäre eine gute Idee und fragte ihn, ob er nicht auch einen Kameragurt fertigen würde. Er machte also einen und ich liebte ihn. Es war einfach, aber schön in Handarbeit aus echter Kimono-Seide. Es fühlte sich sehr japanisch an – vom Design bis zur Qualität. Ich dachte mir, dass dies besonders im Ausland sehr beliebt sein würden und begann, die Gurte über meine Webseite zu verkaufen. Mittlerweile werden sie in der Tat aus aller Welt nachgefragt. Jeder einzelne Kameragurt ist absolut einzigartig, Du kannst nur die Grundfarbe wählen, denn jeden Kimono gibt es nur einmal. Es ist wirklich ein sehr cooles Konzept und bislang ist jeder Kunde mehr als glücklich.

Besten Dank für das Interview!

Internetseite: http://www.japancamerahunter.com/
ebay-Store: http://stores.ebay.com/Bellamy-Camera?_rdc=1
Kontakt:http://www.japancamerahunter.com/contact/
twitter: http://twitter.com/jpncamerahunter

Fuji X10 vorgestellt

Bild: Fujifilm

Im Frühjahr dieses Jahres hatte Fujifilm die lange erwartete X100 auf den Markt gebracht und dann dauerte es noch bis das Gros der Interessenten diese Kamera in Händen halten konnten. Ich gehöre zu den Glücklichen, die diese noch vor dem Urlaub bekamen und bin mit meinem Kauf weiterhin sehr zufrieden.

Nun stellen die Japaner mit der X10 ein weiteres Mitglied dieser Reihe vor, wie optisch irgendwo zwischen Leica, Bessa und Fujis Klasse W beziehungsweise Klasse S liegt. Die X10 kommt mit einem Zoom-Objektiv daher, das über einen Brennweitenbereich von 28-112mm im Kleinbild entsprechend verfügt. Mit 2.0-2.8 ist die Linse zudem sehr lichtstark, was auch den kreativen Fotofreunden sehr entgegenkommen wird, wenngleich der Sensor im Vergleich zur X100 zwar ebenfalls mit 12 Megapixeln daher kommt, aber leider auch deutlich kleiner ausgefallen ist.

Bild: Fujifilm

Auf den ersten Blick gewiss eine nicht uninteressante Kamera, wenngleich ich mich hinreichend versorgt fühle. Gespannt wäre ich dennoch auf eine direkte Begegnung mit dem Neuling, besonders die Umsetzung des optischen Suchers bei einem Zoom-Objektiv würde mich ja sehr interessieren.

Bei Adorama in New York City ist die X10 bereits für $699,00 (knapp 500 Euro) vorzubestellen.

Sigma DP1s FOR SALE

Sigma DP1s

Ja, geschätzte Leserschaft – ich verkaufe meine kleine Sigma DP1s! Ich war nicht unglücklich mit ihr, ihre Stärken und auch ihre Schwächen waren mir stets bekannt, aber nach erst 1,5 Jahren fand eine andere Digitale mit Festbrennweite den Weg in meine Fototasche und nun muss wieder Geld ins Haus.

Daher wird feilgeboten die Sigma mit Originalverpackung und einer kleinen Delle im Korpus. Die Kamera funktioniert einwandfrei und befindet sich ansonsten in einem sehr gepflegten Zustand. Meine Preisvorstellung liegt bei VB 200,00 Euro.

Beispielbilder finden sich in meinem flickr-Album.

Japan – in den Schatten gestellt

Shimbashi

Meine Japan-Affinität ist nicht nur rein theoretischer Natur, ich habe dieses Land auch schon einmal bereist, erwähnte das eine oder andere Mal, dass ich mich rückblickend ärgere, dass ich damals, vor etwas über fünf Jahren ein sehr beiläufiger Fotograf war, aber das alles rückt nun wirklich an den Rand der Betrachtungen, in den Schatten.

Nun möchte ich heute einen Ansatz der Fotofreunde von Spürsinn aufgreifen, die an http://www.shelterbox.de/ spenden wollen. Ich hatte mir noch http://www.aktion-deutschland-hilft.de/ notiert, die mir seinerzeit von Haiti noch ein Begriff waren.

Derbytime

Derby-Niederlage

Es gibt Sachen, die dürfen nicht passieren oder wenn sie passiert sind, dann dürfen sie sich nicht wiederholen. So am 3. September 1977, wo der FC St. Pauli 2:0 im Hamburger Volkspark gewann. Das Duell hatte sich noch einige Male wiederholt, doch der HSV hatte es bislang immer noch geschafft, die Oberhand im eigenen Hause zu behalten.

Heute aber nicht, heute siegte der Yuppie-Club vom Millerntor gegen die Millionarios im Rautendress und ich – der Autor und Fotofreund – war hinreichend verärgert, um auch vermeintliche Reliquien der Fanbiografie für ein wütendes Foto auf die Straße zu werfen. Die Flagge riecht nun allerdings deutlich weniger nach dem Bier, das mir am 20. Mai 2000 ein Duisburg-Fahrer draufgegossen hatte – es gibt also auch positive Aspekte. Wenn die Hähme der Kollegen verklungen ist, geht das Leben auch weiter. 2015 oder so.

Only the human eye focuses faster

Kleine Ausflüge auf youtube können durchaus kurzweilig sein, vor allem, wenn sie in die Vergangenheit führen. Dieser kleine Werbefilm trommelt für die Minolta Maxxum, die hierzulande als Minolta AF 7000 auf den Markt gekommen war. Diese Kamera gilt als erste SLR mit Autofokus, was bei Annahme der Markteinführung als entscheidender Faktor auch stimmt – etwas älter, aber vorerst zurückgehalten, war die Minolta 9000, die noch mit manuellem Filmtransport daherkam, aber sonst etwas mehr Ausstattung zu bieten hatte.

Altonaer Museum muss bleiben!

AMbleibtEINGANG

Der Hamburger Senat hat in seiner unendlichen Weisheit beschlossen, dass die Stadt um des Sparens willen auf das Altonaer Museum verzichten kann – tausende Freunde des Hauses nicht! Für Elbphilharmonie, Polizeiorchester und HSH Nordbank sind Millionen da, für das Traditionshaus, dessen Schließung in einigen Jahren etwa 300.000 bis 500.000 Euro p.a. sparen würde – in einigen Jahren, weil der Umzug der Exonate und die Umstrukturierung Millionen verschlingen wird – gibt es kein Geld. Hier sei eine Pressemitteilung des Museums veröffentlicht und es wäre schön, wenn sich noch viele weitere Unterstützer – auch im Internet über twitter, über ihre Blogs, etc. – finden würden. Danke!

Eine Welle von Protestaktionen rollt auf den Hamburger Senat zu, nachdem am vergangenen Mittwoch, 22. September 2010, die Senatsentscheidung zur Schließung des Altonaer Museums bekanntgegeben wurde.

Auf einer außerordentlichen Personalversammlung der Stiftung Historische Museen Hamburg (SHMH), an der auch der Kultur-Senator Reinhard Stuth teilgenommen hat, wurde heute von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stiftung ein breites Spektrum von Aktionen zum Erhalt des Altonaer Museums beschlossen.

Die traditionsreiche Einrichtung Altonaer Museum soll laut Senatsbeschluss im kommenden Jahr geschlossen werden. Die Pläne der Kulturbehörde und Finanzbehörde sehen vor, dass das Museumsgrundstück zügig verkauft und das Gebäude einer anderen kulturellen Nutzung zugeführt werden soll. Zur Abwicklung und Auslagerung der 640.000 Exponate konnte Senator Reinhard Stuth der Belegschaft keine konkreten Angaben machen.

Für Donnerstag, den 30.9. um 17.00 Uhr laden die Mitarbeiter der Stiftung zur Demonstration und Menschenkette von der Elbphilharmonie zur Finanzbehörde mit Kundgebung um 18.15 Uhr am Gänsemarkt.

Außerdem findet am Sonntag, den 3. Oktober ab 10.00 Uhr ein Tag der offenen Tür im Altonaer Museum statt. Auf dieser kostenlosen Solidaritätsveranstaltung wird um 12.00 Uhr eine Podiumsdiskussion mit prominenten Vertretern aus Kultur und Politik veranstaltet. Musik, Improvisationstheater, Führungen und ein Kinderprogramm begleiten den Aktionstag für das Altonaer Museum und für Kultur in Hamburg.

Weitere Informationen und Gelegenheit zum Austausch auf Facebook unter:

http://www.facebook.com/pages/Altonaer-Museum-Offen-bleiben/163045337043629

Unterschriftenlisten für den Erhalt des Altonaer Museums können Sie unter:

www.altonaermuseum.de herunterladen, ausdrucken und verteilen.

Tini will Horizon 202 verkaufen

Hori Top

Camporn-Tage auf meiner Seite? – Dieser Eindruck könnte entstehen, doch es ist vielmehr mein leicht schlechtes Gewissen, das mich treibt. Ich hatte Tini versprochen, im Freundes- und Knipserkantenkreis für ihre zum Verkauf stehende Horizon 202 Panoramakamera zu trommeln und ich tat es zu zaghaft, um von ernsthaften Bemühungen zu sprechen.

Nun also: Tini verkauft eine gebrauchte Horizon 202 (Artikel auf wikipedia, Funktionsvideo auf youtube), die Kamera hat unten im Gehäuse einen größeren Kratzer (auf dem ersten kleinen Bild zu sehen), der die Funktion aber keinesfalls beeinträchtigt, wie sie sagt. Ihr “Wunschpreis” liegt bei 250,00 Euro. Anfragen leite ich gerne an sie weiter.

Hori Kratz Hori Open

Zum jährlichen Kegelabend

Na, wo isser denn?

Es ist zur lieben Tradition geworden, dass alljährlich kurz vor Weihnachten zum Kegelarbeit gebeten wird, vorzugsweise in Landgasthöfe am Rande Hamburgs oder wie im diesjähigen Fall im Vereinsheim des SV Lurup im Westen der Stadt. In all diesen Jahren ist mir noch kein Veranstaltungsort untergekommen, der auch nur im Traume mit den Prädikaten “hip”, “schick” oder gar “zeitgemäß” versehen worden wäre, aber das ist auch gut so – man merkt doch erst wieder, dass etwas fehlt, wenn irgendeine Boutiquenkette an seiner statt oder fast noch schlimmer: ein Starbucks eröffnet.

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An der Flurstraße wurden wir nicht enttäuscht: die Bahn war im recht guten Zustand, die Kegel hingen an Seilen, die schon deutlich bessere Tage gesehen hatten, das Essen war günstig, die Regeln streng, die Bedienung freundlich und wir wohl die einzigen Gäste an jenem Abend, spielte die Ligamannschaft doch auswärts. Alles in allem ein runder Abend mit dem obligatorischen Muskelkater am nächsten Tage – man wird älter, jedes Jahr!

Kegelbahn des Schreckens etwas spiessig

Zum Mauerfall vor 20 Jahren: Mauer

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Es musste doch einen Grund für die ganzen “Damals in der DDR waren Bananen noch Bückware”-Sendungen geben … Richtig! Der Mauerfall vor 20 Jahren, der mir ermöglichte, viele liebenswerte Menschen aus den nunmehr nicht ganz neuen Bundesländern kennen zu lernen. Als Historiker hätte es mir eigentlich auch so einfallen sollen, aber wo hat man nicht immer seinen Kopf?

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Meine Nase jedenfalls hatte ich erst kürzlich in alten Fotoalben und erinnerte mich schnell daran, dass ich doch noch ganz miserable Fotos von meinem Aufenthalt in Berlin im Juni 1988 hatte – mit Mauergaffen, Zwangsumtausch, Volkspolizei und Club Cola. Das meiste habe ich mich nicht getraut mit meiner Agfamatic 2000 flash pocket abzulichten, aber einige Klassiker schon. Also: Happy Birthday, Reisefreiheit!

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