Sachen von Dauer

Das Duell der Giganten

Es knarzt als sich das kleine Teufelchen auf seinem Ledersessel zurecht setzt. Auf meiner rechten Schulter hat er es sich samt seines englischen Möbels eingerichtet, zündet sich mit einem Streichholz eine filterlose Zigratte an und schnippt das kleine Hölzchen laut lachend auf die andere Schulter, wo sich das Engelchen eingerichtet hat und seine kleinen Zettelchen mit den Notizen für das Plädoyer der Vernunft sortiert.

Einige Meter weiter stehen sich entschlossen die Giganten auf dem Boden gegenüber. Ein überwiegend blaues Sparschwein trägt den vom Teufelchen handschrieben Zettel mit dem Namen einer Messsucherkamera keck zur Schau, etwas kleiner kommt ein sehr helles Schwein daher, das mutig erklärt, dass sich der “Dicke” gerne mit Zetteln bekleben lassen kann solange es selbst nur Scheine zu Fressen bekäme.

Es sieht unversönlich, unvereinbar aus auf den ersten und vielleicht auch auf den zweiten Blick, wenn der erste denn nur ein flüchtiger Blick war. Zwei Sachen von Dauer stehen sich gegenüber oder verdreht nebeneinander. Es ist vereinbar, so die Vision. Mögen die Schweine fetter werden – die Messer sind gewetzt!

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Mein “bestes” Foto 2011

Bild des Jahres

Ja, nee, doch: da auf dem Tisch, da steht mein (vielleicht) bestes Foto des Jahres. Es ist mir zumindest eines meiner liebsten Fotos und darum zeige ich es im Zuge der Blogparade von visuelleGedanken.de nachdem Martin mich so freundlich auf diese hingewiesen hat. Das Original habe ich bei flickr hinterlegt, aber schon einmal auf meinem Blog gepostet, daher diese Variante.

Warum dieses Bild, das vielleicht auch eine Stock-Fotografie sein könnte? – Aufgenommen Anfang August auf dem Rockefeller Center in New York City, also noch nördlich es Empire State Buildings. Oft gesehen, wollte ich nun auch die Ferngläser im Vordergrund mit der unscharfen Stadt im Hintergrund mit einsammeln, doch beim letzten prüfenden Blick durch den Sucher meiner Fuji X100 stand da plötzlich dieses Kind und es wollte nicht weg, meine Geduld endete zeitig und sagte mir: “okay, Du willst es nicht anders, Du wirst Teil des Fotos!” und es war das, was das Foto aus meiner Sicht ausmacht. Als ich es noch im Hotelzimmer mit NIK’s Snapseed im iPad bearbeitete, kam das Licht, kam die Klarheit an dem Tag perfekt raus. Vielleicht darum mein “bestes” Foto 2011.

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Tokyo Timelapse

Mir wird ja schon immer warm uns Herz, wenn ich Fotos von Tokyo sehe und wenn ich gute Fotos von Tokyo sehe, dann juckt es mich, wieder nach Japan zu reisen und es auch zu versuchen, denn als ich in Japan war, genauer in Tokyo, da habe ich nur belangloses Urlaubsgeknipse vollzogen. Damals reichte es mir, wie ich glaubte, doch als ich wieder daheim war, haderte ich mit der Ausbeute.

Nun ja, “es ist, wie es ist”, wie Stefanie im NDR sagen würde, doch dieses Timelapse-Video von OkometubuY macht mich dann doch etwas unruhig, zumal ich ja schon an diesen Zeitraffern interessiert war, nachdem Paddy und Gunther es einem so schmackhaft gemacht hatten. Für obiges Ergebnis braucht nur viel Zeit, Talent und die richtige Ausrüstung. Das Tokyo-Filmchen ist mit einer modifizierten Sony NEX-5N und einer großen Auswahl an verschiedenen Linsen erstellt.

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Die andere Kameratasche

Nein, es ist nicht die große custom-made Kameratasche von retube für den Betreiber dieses Blogs – es ist Sonntag und es regnet und wir hatten noch Kamerastoff zuhause und es war etwas langweilig, also filmte ich mit der “Holganex” wie die beste aller Hälften mir eine kleine Tasche für so multimedialen Krimskrams nach meinen Vorstellungen zusammennähte. Rattenschwanzsatzende.

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Hohn, Spott und die kantige Antwort

Manchmal, ja manchmal, da lasse ich mich zu kleinen Verrücktheiten hinreissen. Vor einigen Tagen zum Beispiel, da plapperte twitscherte in meine Timeline hinein, wie gerne ich doch eine Polaroid SX-70 haben würde. Sehr schnell meldeten sich Fotofreunde und Fotofreundinnen, die ein solches Stück besitzen, vergaßen aber nicht, im gleichen Atemzug klarzustellen, dass ich mich auf den Kopf stellen könnte und das gute Stück trotzdem nicht bekommen würde. – Ich mag euch trotzdem.

Selbst der Appell an einfachste Instinkte, wie die Aussicht auf Eiscreme, wollten kaum erweichend wirken. Ich kam mir also ein wenig so vor, wie der Esel, der die Karotte an der Angel zwar sieht, sie aber niemals erreicht – vielleicht leihweise. Danke dafür. Es galt also, die Karotte aus dem Beuteschema zu streichen, zumal auf ebay lustige Preise dafür ausgerufen wurden. Der Zufall, das Schicksal wollte es dann aber, dass mir mein hochgeschätzter Freund Daniel eine Polaroid 2000 (für SX-70-Filme) zum Geschenk machte. Sie ist nicht so schön flach, nicht so unglaublich stylisch, aber trotzdem nicht zu verachten.

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Auftanken

Night Oil

Ja, es kommt die Sonne raus und ja, die Stadt erwacht zum Leben, lässt sich aus der Lethargie reissen und ab dafür. Ich bin mittendrin im Foto-Blues. Es gelingt hier und da ein Bild, was mir gefällt, doch es scheint nicht planbar, wenn man von einem 360 Grad-Pano für meinen Kumpel Björn von Retube absieht, der mir dafür eine Fototasche nach meinen Wünschen bauen wird. Nächste Woche will ich mal wieder raus mit einem meiner Mentoren. Er soll mir nur die richtigen Abbaggersprüche für die Muse in den Block diktieren und Kaffee will ich haben.

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Frohe Weihnachten 66!

Merry Christmas!

Recht gewissenhaft hatte ich Weihnachtswünsche bis zuletzt sehr, sehr sparsam ausgesprochen, habe keine Karte mit Frau, Hund und Kamerasammlung verschickt, obwohl es sich anbot, aber eine einfache Reportage auf ARTE im Fernsehen ließ mich weich werden als ich sah, dass man mit einem Fuji-Film, einer Kiev und dem ohnehin drappierten Plastikbaum Kleinkunst behaupten kann. Alles Gute also und frohe Ostern!

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Memolio Mini-Fotoalbum

memolio

Früher hatte man immer noch die Fototüte, die man in die Fototütenschublade stopfen konnte, heute kann man sich die Fotos vielleicht auf Rechner, Schlauphone oder meinetwegen auch Tablet ansehen. Selbst ich, der noch viel analog fotografiert, scannt die Negative. Papierabzüge sind selten und das ist dann und wann doch sehr schade.

Dieses kleine Unbehagen führte mich vor einigen Monaten zu memolia.com und ich hatte seinerzeit schon mal mit dem auf den ersten Blick ansprechenden Editor herumgespielt. Nach dem Sommerurlaub an der Seine wollte ich den Anbieter mal austesten und lud 24 Bilder hoch, die im Editor arrangiert werden mussten, wobei ich einmal die Eiffelturm-Spitze mit der Niete gelocht habe und der Bereich konstruktionsbedingt ohnehin verdeckt ist. Ein klares Manko, wie auch der sehr überschaubare Einfluss auf das Aussehen des ersten und letzten Blatts. Das ist der Profi-Version offenbar vorbehalten, was ich bei Kosten von 15 Euro nicht verstehen konnte.

Während ich das Format in Größe etwa des iPhones sehr mag, ebenso die seidenmatte Ausführung, war ich von der Papierqualität etwas enttäuscht, die lange Lieferzeit von 10 Werktagen war mir zu lang, doch so schlecht, wie man meinen könnte, fällt das Gesamturteil nicht aus – wirklich ärgerlich ist die Beschränkung der Gestaltung, auf das Prinzip eines Fächers lässt man sich ja vorsätzlich ein.

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Interaktion und Dank

Wege ins Licht

Dieses Web 2.0 ist für mich immer wieder eine kleine Überraschung, wenngleich ich gerade mit der Veröffentlichung einiger Fotos sowohl auf flickr als auch hier im Blog gewiss auch eine Reaktion der kleinen Betrachterschar provozieren möchte. Ich freue mich dann über die Kommentare zu meinen Fotos, die über “great shot” und HTML-Codes für Awards hinausgehen, sehr.

Obiges Foto hatte ich vor einigen Tagen auf dem Heimweg von der Arbeit geschossen und hatte auch nur einen Versuch, denn gleich im Anschluss gingen die Lichter aus. Ich zerrte am Computer noch etwas am Bild, da ich aufgrund meines Klemmstativs nur eine recht tiefe Aufnahmeposition gefunden hatte und ohne Sucher, den die Sigma DP1s nicht hat, bei hellster Sonne und bei Dunkelheit immer so meine kleinen Probleme habe … nun ja, ich wollte dieses Bild also herzeigen, weil es mir dann doch recht gut gefiel und war dann doch überwältigt von der Resonanz. Ich habe leider nicht immer die Zeit, auf jeden Kommentar einzugehen, aber ich wollte mal Danke sagen! Danke!

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100 Jahre FC St. Pauli – schöne Fotos

Darkroom

Um eines vorweg klarzustellen: Ich bin spätestens seit 1983 Anhänger von Hamburgs Nummer 1, dem HSV, und ich konnte gar nicht anders. Im Alter von zehn Jahren saß ich im alten Volksparkstadion und sah einen 5:0-Sieg über Borussia Dortmund, kurz zuvor hatten Magath, Hrubesch und Co in Athen den Europapokal der Landesmeister geholt und ihn stolz präsentiert. Ich wurde also Fan des bestmöglichen Vereins Europas und wohl auch der Welt, denn soviel war ich ja nicht herumgekommen. Von St. Pauli hörte ich auch erst später, der Verein vor der Haustür war ansonsten nur Altona 93.

Schlappen

Mit einem Kollegen und St. Pauli-Fan in Personalunion machte ich mich wenige Tage vor dem Hamburger Lokal-Derby auf, um die Sonderausstellung zum 100-Jährigen des Vereins zu besuchen, zumal sie bereits im Oktober wieder abgebaut wird, wie es aussieht. Da ich selbst durch die Arbeit in verschiedenen Museen vorbelastet bin, interessierte mich natürlich auch die Inszinierung der Historie und ich muss sagen, dass dies durchaus gelungen ist. Viele Fotos, auch vermeintlich unwichtige, wurden zusammengetragen und werden für meinen Geschmack in ihrer Schlichtheit perfekt präsentiert. Darüber hinaus hat man auch viel Wert auf den Einsatz auch digitaler Medien gesetzt, was nur in wenigen Fällen “etwas viel” geworden ist, wie die Hörstationen in der Ausstellung und im Viertel – hier ist der Clou, dass man bei jeder Stadion eine Festnetznummer anruft und dann vom Anrufbeantworter etwas erzählt bekommt. Ohne Flatrate ist das Unsinn und daher habe ich auch darauf verzichtet.

Was mir als Historiker gefehlt hat in der Aufarbeitung der NS-Zeit war eine umfangreiche Reflexion nicht nur der Rolle Wilhelm Kochs, die ausgesprochen knapp ausfällt, sondern vielleicht noch mehr jener des Dr. Otto Wolff, denn nicht nur nach Recherchen von St. Pauli-Kenner René Martens (in der taz) spielte der SS-Standartenführer eine bedeutende Rolle in der “Entjudung” der Hamburger Wirtschaft. Beim FC St. Pauli hat man die Vergangenheit des Trägers der Goldenen Ehrennadel auch noch Anfang der 1990er in einem Nachruf durchweg positiv beurteilt und auch heute ist man offiziell noch zu keinem anderen Schluss gekommen.

Insgesamt fällt mein Fazit für diese sehr gefällige Ausstellung positiv aus, wenngleich abgesehen von den oben angesprochenen Mängeln, hier und da Themen nur angerissen und nicht zu Ende erzählt werden (Kommerzialisierung, Kult) und natürlich die Zahl der Exponate eher überschaubar bleibt, doch welche Pokale will man auch zeigen? (^_~)

Kasse machen Skull & Kutte

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Zitat

Die Tatsache, daß eine im konventinellen Sinn technisch fehlerhafte Photographie, gefühlsmäßig wirksamer sein kann als ein technisch fehlerloses Bild, wird auf jene schockierend wirken, die naiv genug sind, zu glauben, daß technische Perfektion den wahren Wert eines Photos ausmacht.
(Andreas Feininger)

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