Vom Weihnachtsadapter

Weihnachtsspaziergang

Beinahe euphorisch feierte ich via twitter den letzten Zugang in die Sammlung von Fotozubehör, hatte das liebe Christkind doch den übermittelten ebay-Link gedrückt und aus dem fernen China kommen lassen, was ich so gierig begehrte: einen Adapter, der mir ermöglichte, die Linsen meiner Pentax auto 110 an der Sony NEX zu nutzen. Spielkram sagt der eine, Tinnef schimpft der andere – ich sage: geiler Shice!

Zur Verhinderung eines stattlichen Weihnachtsbauches, so bedeutete man mir, wurde ich also rausgebeten in leicht erhöhte Hamburger Luftfeuchte und zog schließlich und natürlich freudestrahlend und erquickt herunter an die Elbe, wo ich die Kombination aus Puppenstubenweitwinkel und Allesfresser NEX zum Praxistest bat. Es funktioniert und es war auch ein wenig nasskalt.

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Klasse S – Königin der Nacht

Sprit Royale

Auch die Fujifilm Klasse S ist neu in meiner Sammlung an Kameras – nach dem Verkauf einiger Stücke war wieder Platz für etwas, was ich schon lange begehrte. Nun hat die kleine und handliche Japanerin den ersten Film (Fujifilm Superia 1600, exp. 11/11) hinter sich und da es derzeit sehr früh dunkel wird, durfte sich sie auch gleich beweisen im NATURA-Modus, der die Fotografie bei vorhandenem Licht unterstützen soll.

Dockland

Während ich also früher, vor nicht allzu langer Zeit, ein sichereres Gefühl hatte, wenn ich gerade bei Dunkelheit meine digitale Sigma DP1s dabei hatte, so stellt sich nach Sichtung der ersten Bilder aus der Klasse S eine gewisse Beruhigung ein. Man kann sich also auch bei Dämmerung und noch etwas später aus der Hand geschossen auf die Analoge verlassen. Vom Stativ her zu schießen, war keine Kunst, aber aus der Hand – ohne die Chance, zu kontrollieren, ob verwackelt oder nicht – das wollte ich mir nicht so recht zutrauen – bis jetzt.

Es mag ein ernüchternder, ein trockender Exkurs über Befindlichkeiten bei der Vollziehung von Selbstverständlichem sein, aber für den Autoren dieser Zeilen ist es doch *schluchz* eine bemerkenswerte Einsicht – gerade oder obwohl die analoge Fotografie bei viel Licht ihm nicht neu ist. Man kann es auch auf Punkt bringen: die Fujifilm Klasse S ist kein iPhone-Killer, sie ist eine ganz andere, eine geilere Liga als die ausgerufene Revolution der Point-and-shot-Fotografie. Wer das nicht versteht, sollte schauen, was die selbsternannten Meinungsführer zur Kamera des iPhone 4S bloggten …

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Fujifilm X100 – ein Vierteljahr später

B

Kurz vor meinem Sommerurlaub in den USA habe ich mir, wie hier in einer ersten Betrachtung skizziert, die Fujifilm X100 gekauft, weil ich einerseits meine schwere DSLR-Ausrüstung daheim lassen wollte und dennoch nicht auf die Bildqualität einer großen Kamera verzichten wollte. Abgesehen davon sieht die Kamera super aus und schien auch wunderbar bedienbar.

Nun, einige Monate später, wage ich einen Rückblick während andere sich schon wieder teilweise wütend oder etwas desillusioniert von der Fuji trennen, wie auch dieses Bild eines Kameraladens aus Shinjuku in Tokyo zeigt, wobei der japanische Hersteller niemals behauptet hatte, dass belanglose Fotos fortan der Vergangenheit angehören oder dass man etwas niemals dagewesenes erfunden hätte. Auch die Klage über den beschränkten Brennweitenbereich, weil auf ein fest verbautes Objektiv gesetzt wurde, kommt für mich etwas überraschend, da das ja nichts neues für den potentiellen Käufer war und auch in der Tradition kompakter Messsucherkameras, wie die Konica auto S3, die Hi-Matics von Minolta usw. steht. Man musste halt wissen, worauf man sich einlässt, wenn man soviel Geld in die Hand nimmt.

Interior

Ich hatte ja schon nach den ersten Tagen mit der Fuji geschwärmt und meinte, die Kompakte schlechthin für mich entdeckt zu haben, was besonders der Sigma DP1s nicht hätte gefallen können, wenn sie zur Mißgunst im Stande wäre. Aber ein optischer Sucher ist ein optischer Sucher, ist ein optischer Sucher und den hat eben nur die Fuji, wenn wir Leica mal ausklammern und das tun wir! Tatsächlich bestätigte sich dieser positive Eindruck und ich kam mit der Fuji so gut zurecht, dass ich einen fast verwegenen Plan fasste …

… es sollte der X100 vorbehalten sein, einzige digitale Kamera in meiner Tasche – neben Agfa Box und Minolta 9000 – zu bleiben und sie schlug sich so vortrefflich. Es kam ihr gewiss entgegen, dass wir mit Boston und New York in erster Linie große Städte bereisten und sie für das Leben auf der Straße und Bauten mit dem leichten Weitwinkel gut ausgestattet war. Nur ein einziges Mal, als wir mit der Staten Island Fähre weiter als erwartet an der Freiheits-Statur vorbei fuhren, hätte ich ein Telezoom gewünscht, aber an dem Bild hängt mein Seelenfrieden nicht. Es wäre irgendwie eine Erinnerung gewesen, aber etwas Neues gewiss nicht.

Avenue closed

Was mich dann zwischenzeitlich etwas geschockt hatte, waren die Abstimmungsprobleme zwischen Kamera, beziehungsweise ihren Speicherkarten, und dem iPad. Ich hatte das Apple-Dingens auch als Image Tank mit in den Urlaub genommen und zog jeden Abend die Bilder von den Speicherkarten auf das Tablet, was auch sehr gut funktionierte und eine erste eingehendere Sichtung erlaubte – auch konnte ich mit Snapseed erste Fotos bearbeiten. Problematisch war es dann aber, wenn man durch das iPad ausgelesene Karten wieder in der Kamera nutzen wollte, denn das Gerät aus dem Hause Apple schrieb auf die SD-Cards und das machte die X100 besonders beim Start (auch aus dem Standby) unglaublich langsam – teilweise bis zu 10 Sekunden bis zur Aufnahmebereitschaft. In meiner mittleren Verzeiflung schrieb ich aus Boston eine Mail, einen Hilfeschrei, an Fuji Deutschland und erhielt umgehend gleichermaßen hilfreichen, wie auch sehr freundlichen Support. Die Lösung fernab vom eigenen Rechner war dann aber die Verwendung von jeweils neuen Karten bis die Bilder auf eine Festplatte überspielt waren – dann konnte ich die SanDisks formatieren und seither bilden Kamera und Karte wieder ein sehr flinkes und einträchtiges Paar. Ich mag sie.

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Manfrotto 055 Kugelkopf im Alltag

Orange Punkte und Flächen

Vor einigen Monaten schickte Manfrotto mir einige Informationen zur neuen Stativkopffreihe aus Magnesium und da ich ja ein neugieriger und sehr aufgeschlossener Zeitgenosse bin, ließ ich mir den “055 Magnesium Kugelkopf mit 200PL” ins Haus schicken, um ihn genauer unter die Lupe zu nehmen. Mein Dank geht dafür an Manfrotto, das mich nach meinem Urlaub mit dem Testkandidaten erfreute.

Cam at Work

Mit einem Gewicht von 883 Gramm kommt der Neue etwas wuchtiger daher als mein bisher benutzter 498RC2, der mit 616 Gramm (jeweils inklusive Stativplatte) etwas schlanker ausfällt, aber im Gegensatz zum 055, der auf 12 kg ausgelegt ist, laut Hersteller “nur” bis 8 kg belastbar ist. Beides erscheint mir für Vollformat-DSLR oder analoge Mittelformat ausreichend und diese beiden Kamera-Typen werden auch recht gleichberechtigt benutzt, was vom 055er Universalqualitäten verlangt.

Klar ist auch, dass ein so kräftiger Kopf einen entsprechenden Unterbau benötigt und da ich kein Betonfundament zur Hand hatte, nahm ich mein treues Berlebach Report 3002-Holzstativ, das mit den 2,80 kg Eigengewicht plus Kopf und schließlich Kamera erst durch einen mittelmäßigen Tropensturm zu erschüttern sein wird.

Standhaft

Nun habe ich diese Kombination seit einigen Wochen im Gebrauch und muss einräumen, dass sie mir für den schnellen Schwenk oder einen längeren Walk per pedes dann doch etwas zu schwer ist und in solchen Fällen das Carbon-Stativ den Vorzug erhält. Im Studio aber vertraue ich auf die Standfestigkeit, ebenso – soweit möglich – an der Elbe und natürlich bei der Nutzung des Nodal Ninja-Panoramakopfes, den ich zuletzt in erster Linie für 360 Grad-Panoramen und Aufnahmen nach der Brenzier Methode bei wenig Licht eingesetzt habe.

Schräghaltung

Etwas martialisch in der Anmutung macht der neue Kopf einen hochwertigen Eindruck, wenngleich mich die Gestaltung der sauber arbeitenden Bedienungselemente etwas ratlos zurücklässt. Bei der Nutzung einer DSLR halte ich die Kamera bei der Ausrichtung mit der rechten Hand und fixiere die Kugel dann mit dem großen Hebel an der linken Seite – die Form dessen suggeriert mir aber, dass ich mit Rechts fixieren sollte. Dass die Aussparung im Kopf dann auf der rechten Seite liegt und die Kamera für das Portraitformat im Uhrzeigersinn um 90 Grad (oder etwas mehr, wenn man möchte) mag dann aus gegebenen Platzgründen unvermeidbar sein. Bleibt man bei keiner gewählten Einstellung bleibt die Libelle der Wasserwaage in der Stellung unbenutzbar. Möglicherweise ist meine Vorgehensweise ja exotisch, aber der Kollege, dessen Studio ich habe benutzen dürfen, war ähnlich unschlüssig und die lustige Anleitung brachte kaum mehr Licht in die Sache.

Doch verlassen wir den kleinen Schattenwurf, denn hiervon abgesehen ist der Stativkopf ein echter Malocher. Scheinbar unerschütterlich tut er wie aufgetragen, die Kugel läuft samtweich, lässt sich bombenfest arretieren, die Friktion ist darüber hinaus wunderbar dosierbar. Auch die Aufnahme der Stativplatten macht einen so soliden Eindruck, dass ich auch einmal das ganze Ensemble inklusive Kamera auf die Schulter nehme und zum nächsten Ort laufe – ohne ständig darauf zu lauschen, ob nicht doch etwas auf den Boden schlägt. Das ist ein Vertrauensbeweis meinerseits – ein großer!

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Sony SLT-A35 – der halbdurchlässige Einsteiger

Sony SLT-A35

Handlich, leicht und mit dem Minolta- beziehungsweise Sony-Bajonett ausgestattet – es klang nach einer Reise- und Backup-Kamera für den Autoren dieses Blogs. Also habe ich bei Sony gefragt, ob ich mir die im Juni vorgestellte A35 einmal etwas genauer anschauen dürfte und man zögerte nicht und stellte mir die SLT-A35Y leihweise zur Verfügung.

Die Kamera erreichte mich also im Bundle aus Body, dem 18-55mm-Objektiv sowie dem 55-200mm-Telezoom. Beim Auspacken keine großen Überraschungen, wenn man von der Leichtigkeit des Gehäuses (415 Gramm ohne Akku und Karte) einmal absieht – die Objektive erhöhen das Gewicht nur marginal. Die haptische Qualität einer Alpha 850 zu erwarten, wäre vermessen – sollte die Kamera doch leicht sein. Die objektivseitigen Anschlüsse aus Kunststoff waren mir dann doch etwas zu konsequent, aber das sieht bei den Mitbewerbern selten anders aus.

No Stranger
1/400, f/1.4, Sigma 1.4/85mm, ISO 100

Die Leistungsdaten mit einen APS-C-Sensor (16,2 Megapixel), einer Serienbildfunktion von bis zu 7 Bildern pro Sekunde, Verschlusszeiten zwischen 1/4000s und 30s, sowie einer hohen Empfindlichkeit von bis zu ISO 12800 lassen von dieser SLT auf den ersten Blick Qualitäten einer DSLR erwarten, wenn sie auch in den Abmessungen eher einer Panasonic Lumix G2 entspricht und für meine großen Hände fast etwas zu klein ausfällt. Die Regierung des Hauses empfand die Abmessungen dagegen als sehr angenehm.

Die Bedienung der A35 stellte den Autoren dann nur vor überschaubare Rätsel, da mit Kameras von Konica Minolta und Sony soweit vertraut. Der Umstand, dass das Einstellungsmenü aber zweigeteilt ist und durch zwei verschiedene Knöpfe (Menü und Funktion) aufgerufen werden muss, irrtierte anfangs dann schon.

Das Fehlen des zweiten Rädchens, mit dem man Blende und Verschlusszeit manuell einstellen könnte, erscheint obligatorisch und muss wohl hingenommen werden, wenngleich es für mich deutliche Abstriche in der Bedienerfreundlichkeit bedeutet. Zwar kann man die Funktionsbelegung des Rads per Knöpfendruck ändern, aber das musste ich erst erforschen und nachschlagen.

KP Rider
1/160, f/2.8, Minolta 2.8/24mm, ISO 100

Obwohl es sich um das Einstiegsmodell in die SLT-Klasse handelt, vermisse ich außerdem, dass sich das Hauptdisplay klappen lässt. Sowohl die NEX-Reihe als auch verschiedene Mitbewerber halten dieses nützliche Ausstattungsmerkmal vor, das bei Sony erst mit der größeren A55 angeboten wird und beim direkten Vorgängermodell Sony SLT-A33L. Scheinbar hat die 33er dem nächst größeren Modell doch etwas zu sehr das Revioer streitig gemacht.

Sony bewirbt die neue Reihe von SLT-Kameras mit dem teildurchlässigen und feststehendem Spiegel. Als großer Anhänger optischer Sucher war ich natürlich skeptisch, wie sich dieser digitale Sucher in der Praxis schlagen würde, wo alleine der Autofokus-Sensor mit dem Licht arbeitet, welches der Spiegel nach oben lenkt.

Lichtermeer
1/1000, f/1.7, Minolta 1.7/50mm, ISO 100

Zwar scheint der AF wunderbar schnell, aber der Verlust des optischen Sucherbildes ist zumindest sehr gewöhnungsbedürftig. Besonders bei starkem Sonnenlicht kann der in der Werkseinstellung leider recht dunkle Xtra-Fine LCD-Sucher nicht mit dem althergebrachten Prinzip mithalten und auch bei schneller Bewegung der Kamera (z.B. Mitzieher) ruckelt das Bild merklich. Wenngleich man durch die neue Technik leichte Vorteile bei Dunkelheit hat, ein mechanisches Verschleißteil ausgeschaltet wird, die Serienbildgeschwindigkeit steigt und der Autofokus schnell arbeitet – ich bin dem optischen Bild irgendwie zu sehr verhaftet. Mal schauen, was die neuen Digitalsucher bringen!

Unter den Tisch fallen soll jedoch nicht die erfreuliche Funktion, verschiedene Gitternetzlinien einblenden zu können, auch eine elektronische Wasserwaage soll es geben, doch habe ich sie nicht gewissenhaft genug gesucht, weil mir die Gitterlinien schon ausreichen.

S O S
1/1000, f/1.4, Sigma 1.4/85mm, ISO 100, 15 images (Brenizer Methode)

Was jedoch trotz des nach jeder Aufnahme kurzzeitig dunklen Displays gut funktioniert, ist die Erstellung von mehrreihigen Panoramen (Brenzier-Methode). Bei anderen Kameras, wie zum Beispiel der NEX-3 bleibt es zu lange dunkel, um schnell und flüssig die bis zu 40 Bilder ein mehreren Zeilen aufzunehmen. Auch mit dem nur kleinen Sensor im Vergleich zur sonst genutzten Vollformat-Alpha gelingt das Spiel mit der geringen Schärfentiefe sehr gut, wie das obige Bild zeigt.

sony lumix

Mit der Bildqualität bin ich durchaus einverstanden, schon mit den mitgelieferten Linsen kann man recht ordentliche Ergebnisse erzielen, ohne damit jedoch Micro Four Third-Kameras mit kleinerem Sensor entschieden in die Schranken zu verweisen – mit höherwertigen Objektiven unterstreicht die A35 dann aber, dass sie tatsächlich auf DSLR-Niveau spielen kann. Ich habe neben den Kit-Linsen meine Scherben von Sigma, Carl Zeiss und Minolta durchprobiert und könnte mit die A35 durchaus als Backup für die Vollformat vorstellen oder als Reisekamera mit einem Minolta 2.8/24mm beziehungsweise dem 1.7/50mm, die auf dem Gebrauchtmarkt zu Preisen zwischen 250 und 100 Euro noch gut zu finden sind.

Die Kamera bei amazon.de

Sony SLT-A35K (mit 18-55mm Objektiv)
Sony SLT-A35 (nur Gehäuse)
Sony SLT-A35Y (mit 18-55mm und 55-200mm)

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Sony NEX-C3 – ein Blick drauf

NEX-C3

Kein Jahr, nachdem ich meine Sony NEX-3 stolz und glücklich aus dem Fotofachgeschäft getragen hatte, war vergangen und schon kündigte der japanische Hersteller das Nachfolgemodell an. Eigentlich hatte ich zuvor auf neue Objektive gehofft und nervte Sonys geduldige und freundliche PR-Abteilung nun mit der Frage, wann denn nun mit dem 24mm Zeiss zu rechnen sei, doch über eine Ahnung kam ich nicht hinaus. Greifbarer war da schon die NEX-C3 und Sony war so nett mir auch diese Kamera für eine Inaugenscheinnahme vorbei zu schicken.

Was brachte nun die Evolution? – Okay, die C3 bietet mehr Pixel (16 statt 14 MP) an, aber bei einer Crop-Kamera erscheint mir das jenseits der 12 Millionen eher nicht so wichtig. Sie hat neue kreative Funktionen gegenüber dem Auslieferzustand meiner 3er, doch dank des letzten Firmware-Updates ist dieser Vorsprung dahin. Was kann sie also besser als meine kleine “Ratte”?

Kirche ohne Dorf

1/250, f/8.0, 2.8/16 mm, ISO 200

Meine NEX-3 ist fast für jede Schandtat zu haben, sie passt sich an, die Dritthersteller bieten zig Adapter und andere Spielereien. Sie arbeitet mit den NEX-Linsen, eher zögerlich auch mit den Adaptierten von Sony (der Adapter kommt ebenfalls neu und verbessert auf den Markt), jene von Sigma und Minolta bleiben nur manuell fokussierbar, so dass der Schritt zu den M42er Takumaren und Pentagons nicht mehr weit ist, auch die billige HOLGA-Linse erträgt sie. Mit guten Objektiven ist meine NEX wirklich gut. Sie ist klein, verkommt dabei manchmal zum “Haltegriff” für dicke Gläser, liegt aber gut in der Hand, ist so ergonomisch, wie ultrakompakt erlaubt.

Das ist die C3 leider nicht. Sie ist erneut geschrumpft auf ein Maß, dass für größere Hände einfach zu klein ist. Das Schrumpfen mag man fast noch verstehen, wenn man nur mit dem 16mm Pancake arbeitet, aber sobald größere Linsen, wie das 18-55mm, angesetzt werden, ist es – höflich gesagt – albern. Während man beim Vorgänger mit einer Hand am Batteriefach noch Halt findet, ist es nun fast wegrationalisiert. Konnte man bei der 3er noch die SD-Karte wechseln wenn die Kamera mit einer Stativplatte versehen war, muss man die Platte nun entfernen, weil das Kartenfach in die Mitte gewandert ist und sich so nicht öffnen lässt.

Der Verzicht geht weiter, denn leider verzichtet Sony auch bei der Neuauflage des Einstiegsmodells auf die Buchse für den Kabelfernauslöser und auch Infrarot ist nicht mit an Bord, was der NEX-5 erlaubt, per Fernbedienung ausgelöst zu werden. Nichts geändert wurde am Blitzanschluss, der nur das NEX-System aufnimmt und somit leider verhindert, dass man einen optischen Sucher aufsetzt, was aufgrund von Sony Sonderweg eh nur mit einem Zwischenstück funktioniert hätte. Der US-amerikanische Anbieter JTec bietet da zum Glück die “Cold Show Viewfinder Mount” an. Ted Johnson bestätigte mir, dass der Adapter auch mit der NEX-3 funktioniert, wenn man bei der Bestellung um den “Plastik Adapter” bittet. Das dürfte auch bei der C3 zu erfragen sein. Leider ist es Sony nicht darüber hinaus nachhaltig gelungen, das große und bei entsprechenden Lichtverhältnissen brillante Display zu entspiegeln und somit rückt eine solche oben skizzierte Modifikation in den Bereich des Denkbaren.

Rolling Taschenmacher

1/500, f/8.0, 2.8/16 mm, ISO 1600

Fazit: Die Sony NEX-C3 ist eine gute Kompaktkamera, doch mir persönlich ist sie zu klein geworden und ich hatte über das Facelift hinaus doch noch einige Features erhofft, die dem Potential entsprechen. Einen elektronischen Sucher gibt es in Zukunft für den NEX-5-Nachfolger und einen großen Sprung macht dann die NEX-7, auch preislich. Ich bin gespannt und auch ein bisschen aufgeregt.

Die Daten der NEX-C3 noch einmal zum Angeben: 16,2 Megapixel Exmor APS-C HD CMOS Sensor, 5,5 Serienbilder pro Sekunde, Verschlusszeiten von 1/4000 bis 30s, bis zu ISO 12800, Leergewicht 225 Gramm.

Die Kamera bei amazon.de

Sony NEX-C3DB (mit 16mm und 18-55mm Objektiv)
Sony NEX-C3KB (mit 18-55mm Objektiv)
Sony NEX-C3AB (mit 16mm Objektiv)

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Oskar’s One Day Bag Mark II

Tasche seitlich

Es begab sich in New York City – etwas enttäuscht von B&H und dennoch wild entschlossen, eine kleine Fototasche zu erstehen, führte mich mein Weg in den Flatiron District an den Broadway, wo ich, wie in Eastcoast Fotofachgeschäfte skizziert, The Photo Village fand. Ich nannte dem Verkäufer also das Lastenheft, welches forderte, dass die Fuji X100, eine Minolta 9000 plus angesetzer Linse und zweiter Scherbe nebst iPad und Kleinkram mitkamen. Ohne zu zögern zeigte man mir das Black Label Bag Oskar’s One Day Bag Mark II und es passte.

Bloß nicht nach Fotonerd aussehen – das wünscht man sich dann und wann und die Tasche tut ihr bestes. Ganz in schwarz gehalten, mit einem soweit möglich wasserdichten Reißverschluss auf der Klappe, einem Fach innen für Filter, außen eine abnehmbare Tasche und ein Fach mit Putztuch, Faserschreiber und Platz für vier SD-Karten, trägt das BLB nicht allzu dick auf.

Black&Red Bag

Innen findet sich ein komplett herausnehmbares gepolstertes Fach für Kameras und Objektive, davor und dahinter passte das iPad in Schutztasche und auch Hefte in DIN A4 kommen gut mit unter. Für weiteres Zubehör, aber auch Geldbörse, Taschentücher etc. gibt es zwei aufgesetzte Taschen. Selbstverständlich sind die Trennwände der Haupttasche per Klett nach eigenem Gusto positionierbar. Summa summarum eine sehr gute Tasche, die vielleicht nicht ganz so akkurat verarbeitet ist, wie jene von Artisan & Artist, aber mit Crumpler und Consorten kann sie gut mithalten. Ihr Gebrauchswert ist für meine Zwecke ausgesprochen hoch, durch den breiten Gurt trägt sie sich gut. Wer also nicht auf die Idee kommt, eine wirklich große DSLR oder eine Mittelformat damit von A nach B schleppen zu wollen, wird zufrieden sein mit diesem Exoten.

U.a. über ebay ist sie bei The Photo Village zu bekommen. Umgerechnet sind knapp 150,00 Euro plus Versand fällig.

UPDATE: Nun auch beim taschenfreak.de.

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Nach einer Woche mit der Fuji X100

Reisekamera

Was haben sich die Experten und solche, die meinen, Experten zu sein, schon in den letzten Wochen und Monaten zur Fujifilm Finepix X100 öffentlich geäußert. Einige beklagten, die knapp 1000 Euro teure Kamera sie sei ein schwacher Abklatsch einer Leica M9 – für die man allerdings das sieben- bis achtfache würde anlegen müsste. Sie sehen sich ähnlich, beklagte die FAZ vor einigen Wochen, DigitalRev verglich beide Kameras in einem nicht ganz ernst gemeinten Beitrag auf youtube.

Asian Love

Widmen wir uns nun also ganz der X100, die ich recht überraschend etwa zwei Wochen nach der Bestellung beim Foto Gregor in der Hand hielt. Ich hatte sie “zur Ansicht” bestellt und wollte sie dann doch nicht mehr aus der Hand legen. Man packt die Fuji aus einem etwas bemüht edlen Kasten aus und ist von Anfang an absolut begeistert von der Haptik und der Bedienbarkeit der Kamera. Fokus-Modus, Blende, Verschluss und einige weitere Funktionen sind sofort erreichbar. Der Weg ins Menü bleibt einem in vielen Fällen gänzlich erspart, die Wege zu Makroeinstellung, ISO, Drive usw. sind kurz. Schnell schien mir klar, dass ich die Reisekamera gefunden habe.

Dodge

Die kleine Japanerin im Retro Look, der in anderen Spielweisen bereits bei den Analogen Klasse W und S aufgegriffen wurde, ist nicht meine erste Digitale mit Festbrennweite. Ich habe die letzten 1,5 Jahre eine Sigma DP1s genutzt und habe immer einen Sucher vermisst. Man könnte nun natürlich darauf hinweisen, dass es einen Aufstecksucher gibt, aber das ist nicht vergleichbar mit dem wunderbaren Hybridsucher der Fuji. In das optische Sucherbild werden alle nötige Informationen eingeblendet und das ist gerade bei Sonne, wo der elektronische Sucher nicht überzeugt, ein völlig neues Erlebnis (abseits der DSLR-Welt).

Alfa Romeo F12

Die Bildqualität ist für einen Nicht-Vollformatsensor nach meinem persönlichen Ermessen ausgezeichnet und auf den eigenen Eindruck kommt es mir am Ende auch an. Was mir nun nicht ganz so sehr gefallen hat, ist der Umstand, dass sie länger braucht als eine DSLR, um schussbereit zu sein und die knauserige Serienausstattung. Die Gegenlichtblende, die gemeinhin als recht unverzichtbar gilt, schlägt mit etwa 150 Euro zu Buche – sofern lieferbar. Im ähnlichen Preisrahmen bewegt sich auch die Echtleder-Bereitschaftstasche. Allerdings ist derartiges auch nicht im Lieferumfang des vielleicht direkten Konkurrenten Leica X1, die bei einem Neupreis von etwa 1500 Euro zudem ohne Aufstecksucher (280 Euro) kommt, zu finden.

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The NEXeffects

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Am gestrigen Montag veröffentlichte Sony für die NEX-Reihe ein Firmware-Update, das sich gewiss auch auf der angekündigten C3 befinden wird. Die Neuerungen umfassen unter anderem einige Effektfilter, die ich hier einmal schnell vorstellen möchte, wenngleich ich in der Regel derartige Verfremdungen lieber in der Nachbearbeitung vornehme, um das “ursprüngliche” Bild auch noch in Petto zu haben – bezeichnenderweise habe ich es in dieser Reihe vergessen.

nexeffects2

Abgelichtet habe ich den Szenetreff Foto Köhler in HH-Ottensen vom Stativ mit folgenden Effekten: Toy, Pos, Pos BW, Pop, Retro, Part R sowie Part G, Part B, Part Y, High Key und High Key BW. Für all jene, die mal schnell einen verfälschten Schnappschuss machen wollen oder wer die Arbeit am Computer nach der Aufnahme scheut, mag das interessant sein. Ich bleibe skeptisch, wie bei der automatischen Lächelreizauslösung oder so.

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Holganex

HOLGANEX

Nach der Pentanex nun also der nächste Schritt und der geht qualitativ zurück – es geht nicht mehr um die Adaption von DDR-Ingenieurskunst, sondern um das Anstecken chinesischer Spritzgusserzeugnisse. Für 13,13 Euro habe ich über die Bucht eine Holga-Linse für die Sony NEX erstanden und muss sagen: das gefällt mir gut. Zwar ist die Haptik (authentisch) minderwertig, die in der Tat funktionierende Schärfe befindet sich nicht wie erwartet oben, sondern links am eingerasteten “Objektiv”, aber alles in allem kann man sich nicht beklagen.

Strahlender Stern

Ob dieses neue Spielzeug nun dazu taugt, die Diskussion um die “Digitale Lomographie” zu befeuern oder nicht, ist mir reichlich egal. Dank der bisherigen Bildergebnisse habe ich für mich eine Alternative zur stets angestrebten Digital Harinezumi gefunden und damit ist die Zufriedenheit hergestellt. Für Schnappschüsse aus der Hüfte ist mir die digitale Variante kein Sakrileg, aus ökonomischer Sicht vielleicht sogar besonders sinnvoll – nur nenne ich es nicht Lomographie, wenngleich zumindest Vignette und Co der optischen Unzulänglichkeit der Holga-Linse entspringen. Am Ende soll jeder mit seinem Zeugs glücklich werden und kann auch bei lomography.com zu völlig überzogenen Preisen billige Plastikkameras kaufen oder sein iPhone so verpacken, dass es wie ein Fotoapparat aussieht.

Langkranz

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Zitat

Die Tatsache, daß eine im konventinellen Sinn technisch fehlerhafte Photographie, gefühlsmäßig wirksamer sein kann als ein technisch fehlerloses Bild, wird auf jene schockierend wirken, die naiv genug sind, zu glauben, daß technische Perfektion den wahren Wert eines Photos ausmacht.
(Andreas Feininger)

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