
lomography.com
Die Lomographen haben mal wieder etwas neues auf den Markt geworfen, ein neues Spielzeug aus Plastik für 135er Kleinbildfilm. Das LomoKino ist gemacht für den kleinen Kurzfilmmacher, wie es aussieht, denn 36 Bilder sind im Film nicht viel und etwas anderes als das Abnudeln eines Filmes sieht das ebenfalls erstehtbare LomoKinoscope kaum vor. Man könnte natürlich auch ein episches Meisterwerk erstellen – vorausgesetzt, die einzelnen Szenen beschränken sich auf weniger als 48 Sekunden und man hat etwas Ahnung von Schnitt und/oder der hybriden Verarbeitung in diesem besonderen Fall.
Nun ja, ein witzige Spielerei ist es vielleicht schon. Mit 65,- für die Kamera alleine und 89,- für das Bundle ist der Einstieg finanzierbar. Der Filmverschleiß kommt dann etwas teurer.
http://microsites.lomography.com/lomokino/

“Ich hab’ da was für Dich”, mein alter Freund steckte den Kopf durch das offene Seitenfensters meines Autos und erinnerte sich daran, dass ich der Fotografie zugeneigt bin. Er hätte auf Omas Dachboden etwas gefunden und gleich an mich gedacht. Seine Assoziationen, seine Gedankengänge gefielen mir sehr gut. Wir wollten uns später auf einen Kaffee treffen und er stellte schnell fest, dass meine Küche ja ein guter Ort wäre, denn dann könnte er die Kamera gleich mitbringen. Ich war außer mir.
Bei Kaffee und Keks wurde mir dann eine etwas abgeschrammte Bereitschaftstasche mit einer sehr gut erhaltenen Canon A35F gereicht. Diese vollautomatische Messsucherkamera bereichert fortan meine Sammlung, ich habe wieder einen Camporn-Beitrag verfasst und dabei wollte ich doch eigentlich meinen langersehnten Neuzugang vorstellen, den ich vor einigen Tagen höchstselbst gekauft hatte. Später – wenn nichts dazwischen kommt.

Etwa so lange wie die Reise nach Paris dauert nun auch die fotografische Aufarbeitung dieser – das ist von der Arbeit zwar unterbrochen fast eine Verdopplung des Urlaubs – und da suchen einige nach der Sinnhaftigkeit der ausführlichen Fotografie.

Paris war für mich stets eine der Städte, die man schwarz-weiß, die man im Stile des Film Noir auf Film bannen sollte, viele Versuche und Überlegungen im Vorfeld der Reise drehten sich nur um diesen Punkt, nur ist Paris im Sommer während des Tages auch sehr hell, was den Einsatz eines Tri-X 400@1600 eigentlich ausschloss, zumal der Fotofreund am späten Abend schon etwas lustlos und müde war. Um dem Ideal dennoch nah zu kommen, nahm ich einen panchromatischen efke 50-Film und belichtete ihn in der Minolta 5000 als 200er, sodass auch er um zwei Stufen gepusht werden musste. Leider gelang es mir an der Seine nicht, Nachschub (auch in Form eines Ilford Pan-F) zu bekommen – es blieb bei einem Film.


Dass ich vor einigen Tagen noch in Paris weilte, hatte ich bereits durch mindestens drei Blogposts angedeutet und da wundert es nicht, dass sich auch der heutige Beitrag um die Bilderwelt von der Seine dreht. Wie die findigen Mitglieder der Leserschaft bereits am Titel erkannt haben, könnte es sich in diesem Text auch um den Kodak Porta handeln, genauer gesagt um den 160 VC, dessen Verwendung ich zum großen Erstaunen von TillaPe mit Punk in Verbindung gebracht hatte.

Nach langem Findungsprozess hatte ich im Vorfeld der beschwerlichen Reise meine 1988er Minolta AF 5000 nebst 35-105er Objektiv zur analogen Hauptstreitmacht in meiner Umhängetasche erklärt und dabei auch zwei Portas von Kodak verschossen. Da ich mehr bei der Stadtbesichtung fotografierte als die Metropole fotografisch zu erwandern, hält sich die Anzahl der Aufnahmen, die mir wirklich gefallen in Grenzen, vieles wurde beinahe im Vorbeigehen abgelichtet, doch dann und wann fand ich – für mich etwas überraschend – Gefallen an Menschen. Die Stadt ist schließlich voll davon und immer nur das obere Drittel von Gebäuden ist ja auch nicht erfüllend. Und, TillaPe, Punk ist die Dame auf dem zweiten Bild!


Es ist mir zuletzt immer wieder ein Graus gewesen, was das lustige Schlecker-Fotoland mit meinem abgelaufenen Polaroid High Definition Plus 200 angerichtet hat nachdem ich zuletzt etwas weniger gute Erfahrungen damit gemacht hatte. Das sollte aber nicht erstes Thema des Tages sein, denn die Bilder sind soweit was geworden und so können wir zur Betrachtung eben dieser schreiten.

Zuletzt hatte ich meine kleine Rollei 35B zum Begleiter bestimmt und der kleine 3-Linser mit Selen-Belichtungsmesser macht ja auch immer noch viel Freude, zumal ich mich nicht auf die schleppende Suche nach einer passenden Batterie machen musste, was ich bis zum Erwerb einer funktionsfähigen Minox 35 hatte aufschieben wollen, doch die Fotosniper hatte mir da einen Strich durch die Rechnung gemacht – Schluss mit den Zwischenrufen von den Nebenkriegsschauplätzen!
Ich hatte die kleine Schwarze also schon einmal mit zu einem Shooting auf St. Pauli, wo ich das obige “Fenster zum Hof” hatte aufnehmen können, dann ward sie wieder dabei als ich mit dem Kollegen Metapartikel auf dem Jüdischen Friedhof Altona war und schließlich zückte ich sie, als ich einmal mehr am Altonaer Hauptfriedhof vorbeikam, um bei etwas Nebel etwas gruselige Bilder zu machen – meinen ersten Film, den ich Wochen zuvor dort belichtet hatte, hatte das Schlecker-Fotoland ins Grab geschickt. Dazu passend: Wolfgang Ambros: Es lebe der Zentralfriedhof


Über soviel Harmonie hätten sich die Funktionäre in Ost-Berlin und Moskau gewiss derart gefreut, dass der Staub aus den grauen Anzüge gerieselt wäre, denn mein Versuch, die deutsch-sowjetische Freundschaft wahr werden zu lassen, hat geklappt! Eine Zenit ET-Spiegelreflex und ein Pentacon auto 2.8/29mm-Objektiv plus einem Film vom Klassenfeind harmonierten bei schönsten Herbstlicht ganz vortrefflich.

Angesteuert wurde das Frappant an der Großen Bergstraße in Altona als sich der Herbst noch einmal von seiner schönsten Seite zeigte. Mit im Gepäck war auch noch meine Kiev 88 Mittelformatkamera, aber das ist eine andere Geschichte. Gescannt wurde der im Großlabor entwickelte schon eine ganze Weile abgelaufene Polaroid High Definition Plus 200-Kleinbildfilm daheim vom Negativ mit einem Reflecta CrystalScan 7200. Mit den Ergebnissen aus der Zenit bin ich nicht unzufrieden, die gewisse Blässe der Bilder gefällt mir sogar ausgesprochen gut. Die Russin hat sich gegen die Beirette schonmal in Position gebracht, aber sie wird sich noch an anderer Stelle beweisen müssen und sie ist immer noch sehr schwer!

“Die beste Kamera ist die, die du immer dabei hast.” Dieser Ausspruch erscheint mir sinnvoll und da macht es auch nichts, dass mir der Urheber nicht sofort einfällt. Man sollte doch aber nicht alles dem Zufall überlassen und die “Immer-dabei-Kamera” doch recht gewissenhaft auswählen. Im Augenblick bin ich der Auffassung, dass es ruhig eine analoge Kamera sein dürfte, zumal ich noch einige abgelaufene Polaroid-KB-Filme habe. Die Beirette K100, ein Geschenk des Stilpiraten, hatte auf einer Feier schon recht feine Ergebnisse geliefert, nur waren Sucher und Optik selten eins – kein Grund, der leichten DDR-Kamera mit Bildtransportproblemen keine zweite Chance zu geben.

Dieser etwas ungewollte LOMO-Look hatte schon etwas und es unterstreicht auch den beiläufigen Charakter der Fotografie: entdecken, drüberzielen und schießen! Da wird auch mal von der gewissenhaften Einstellung der Schätzschärfe oder der Blende abgesehen, wie obige Aufnahme eindrucksvoll beweist. Heute nun – es liegen noch keine Ergebnisse vor – durfte sich auf einem kleinen Ausflug ins Frappant die Zenith ET mit Pentacon 2.8/29mm um den Posten als Trabant (Begleiter) bewerben. Die schwere Russin kann natürlich etwas mehr und das Auslösegeräusch … Man darf gespannt sein, wie der Analog-treue-Seele-Battle weitergeht.


Als ich heute die Ergebnisse meiner ersten Schritte mit der Beirette K100, die mir mein lieber Kollege Stilpirat zum Geschenk gemacht hatte, ansah, dachte ich noch in der Drogerie stehend und kopfschüttelnd, dass sich wohl ein volltrunkener Troll der Kamera bemächtigt haben muss.

Mit einem abgelaufenen Polaroid High Definition Plus 200 bestückt wurde die DDR-Kamera also anlässlich einer Feierlichkeit auf die Tauglichkeit, mein steter Begleiter zu werden, getestet und auch wenn die Ergebnisse an sich nicht unerfreulich waren, bleiben Zweifel. Denn Sucherbild und Foto haben allenfalls die grobe Himmelrichtung gemein – nicht mehr: praktisch auf jedem Foto sind Köpfe abgeschnitten, was auf kurzer Entfernung (1,5 bis 3m) nicht ganz so zu ertragen ist. Nennen wir es – zähneknirschend – einmal mehr charmant, erfreuen uns an dem Kommentar von oli1975 zum “hässlichen Foto” im positiven Sinne und legen den nächsten Film ein!


Man nehme eine automatische Olympus µ[mju:]-1 und einen Kleinbildfilm Polaroid 200-Y 135, den ich noch in einer Fotokoffer gefunden hatte und der richtig lange abgelaufen sein dürfte, was sich wegen des fehlenden Kartons nicht nachvollziehen lässt. Mit diesem possierlichen Paket ging es fortan täglich los, was meine Golden Half hoffentlich verschmerzen wird.

Es mag etwas wagemutig gewesen sein, einen Film einzulegen, der wohl einen starken Magenta-Stich haben würde, wagemutiger ist es aber, ganz ohne Kamera loszuziehen, denn wie wir wissen ist die beste Kamera jene, die man immer dabei hat. Am Ende nach Billig-Entwicklung inkl. 9x13er Abzügen bei Schlecker bzw. Cewe hielt ich wieder die “Knipsergebnisse” – keine angestrengte Lomographie -Â aus alter Vorzeit in Händen, nicht ganz so stichig wie erhofft/erwartet, aber dennoch sehr charmant. Ein Glück, dass ich noch knapp zehn “neue” noch ältere Polaroid-Kleinbildfilme geschenkt bekommen habe!


Er hatte sich immer ruhig verhalten wenn eine neue Kamera kam: als die AgfaBox kam wurde gewedelt, die AgfaClack wurde kaum weniger wohlwollend aufgenommen, die Brownies wurden beschnuppert, Digitalkameras als Freunde erkannt, für die kaputte Minox 35 wurde geheult, als ob es hilft, doch die Rollei B 35 wird offenbar als Rivale um die Gunst betrachtet. Dabei kommt die Kleinbildkamera sehr spartanisch daher mit schmutziger Linse, aber mit dem Selen-Belichtungsmesser, der heute – wo die Batterien für die anderen Modell kaum noch zu bekommen sind – kaum von Nachteil ist.
Ich hatte eine Tüte alter Minolta SLRs, denen man die Jahre durchaus ansah, zum Photohaus Colonaden getragen und war mit der Rollei B 35 (vor 1976, Singapur) wieder herausspaziert. Nicht nur, dass die Tasche plötzliche viel leichter war, ich hatte endlich eine Immer-dabei-Analogkamera, die nicht so banal war wie die Olympus mju-1 oder so beschränkt wie die durchaus witzige Knipse Golden Half. Hoffen wir, dass wir die Linse wieder sauber bekommen! Der Hund kann auch ganz anders! (youtube-Video.)

UPDATE! Wir haben die Linse der mit dem Hund ringenden Rollei nicht mehr sauber bekommen. Also nach der Arbeit im Sauseschritt zum Photohaus Colonaden, wo man mir kurz vor Toresschluss obige schwarze Schönheit im Tausch anbot. Ich griff bereitwillig zu, da die mich so niedlich anschauenden Mittelformatskameras von Rolleiflex, Mamiya und natürlich Hasselblad zwar soooooooo hinreissend waren, aber heute auch nicht zu bezahlen. Wuff!