
Wir waren allesamt schon ganz aufgeregt, einige Protagonisten quietschten sogar vor lauter Vorfreude ganz hinreissend – die Liebe Minou gab im Hamburger Waagenbau ein Kekskonzert, das ist ein Konzert zu dem Kekse gereicht werden, und erneut wurden der Stilpirat und ich gefragt, ob wir nicht auch kommen und fotografieren wollten, begleiten wir die hinreissende Sängerin doch schon seit vielen Monaten. Ganz neu dabei war unser Freund mit dem Nickname Metapartikel, der ebenso wie der Autor dieser Zeilen das erste Mal die Möglichkeit zur Konzertfotografie wahrnehmen wollte.

Ich packte also in mein Köfferchen die Konica Minolta Dynax 7D mit einem schönen 1.7/50mm und dem Flohmarktschnäppchen 3.5-4.5/35-105mm – beide von Minolta. Dazu gesellte sich ein Topca 330 AFD-Blitzgerät, den das selbsternannte Kultkaufhaus 1000 Töpfe vor wenigen Wochen für fünf Euro verschleudert hatte. Als Diffusor diente ein Stück Pappe, das ich mit der matten Seite eines Abrisses Alufolie beklebt hatte.
Meine Begleiter hatten mit den Vollformatkameras Nikon D3s und Canon 5D Mk II dickere Geschütze aufgefahren, wie auch die anderen herumwuselnden Foto- und Filmfreunde. Ich riss also rauschverachtend die ISO an der Dynax hoch bis 400 und 800, blitze lustig gegen die schwarz-getünchte Decke (nur beim Pianisten Nis hatte ich links von ihm ein weißes Laken als Prallfläche für den Blitz) und machte mich schon auf Bilder mit der Anmutung eines als Farbnegativ gescannten Fuji Neopan 1600 gefasst, doch anders als das schwache Display vermuten ließ und ich dennoch zu hoffen wagte, waren die Bilder gerade im Vordergrund fast brillant. Ich meine ohnehin, dass Clubkonzerte mit oder ohne Krümel in schwarz und weiß gehören!
Vergesst nicht, bei Liebe Minou auf myspace und ihn ihrem Blog vorbeizuschauen.


Manchmal ertappe ich mich ja dabei, so ein richtig kleiner Analog-Romantiker zu sein und sie schaut mich schon so lange etwas wehleidig aus der Vitrine an: meine Agfa Synchro Box, die ich im letzten Jahr für schmales Geld in einem bekannten Online-Auktionshaus erstanden hatte. Auf meinem Kurzausflug nach Cranz an den äußersten Rande Hamburgs, von dem ich an dieser Stelle bereits berichtet hatte, wurden als Blechdose nebst Ilford FP4 Plus 125-Rollfilm eingepackt und am Estesperrwerk mit dem Film belanden, was ich mit der Sigma-Kompaktkamera in – unter Zuhilfenahme von iMovie – denkbar schwach filmisch dokumentierte.

Mir war in den letzten Monaten aber offensichtlich ganz entfallen, wie gräßlich es sich durch die beiden Sucher der Box zielen ließ, doch bis auf ein, zwei Ausnahmen hatte ich das ganz gut hinbekommen, wie die Ausbeute an acht Bildern zeigte – mehr gehen schließlich nicht auf einen Rollfilm, denn man fotografiert im gigantischen 6x9cm-Negativformat. Ach, wie charmant so eine über 50 Jahre alte Blechkiste, deren etwas stark riechende Original-Kunstledertasche ich noch horte, doch immer noch ist. Den Gedanken, sie mit in den Urlaub zu nehmen, verwarf ich dennoch schnell – ohne Stativ und Kabelauslöser nutze ich die Kiste nie.


Am letzten Wochenende zog es ja eine kleine aber illustre Runde von Fotofreunden mit Dame im Rahmen der “Gimme Shelter – Gruppenreise” zum Hachmannplatz. Schnell hatte ich meine digitalen Bilder bearbeitet und gepostet, sah aber kaum langsamer, dass sich viele Fotos der Teilnehmer ähnelten. Das ist an sich nicht schlimm, doch strebt nicht jeder Fotograf nach dem einzigartigen Bild? Irgendwie schon…

Umso beglückter war ich, als ich meinen entwickelten 1600er Fuji Neopan vom Szenetreff abgeholt hatte. Ich scannte den in der Zenit FS-12 (Kamera an der Fotosnaiper) mit Pentacon auto 2.8/29mm-Objektiv belichteten SW-Film also als Farbfilm ein, entzog ihm dann erst die Farbe und schraube noch ein klein wenig an der Kurve herum. Die Überbetonung des Korns, die Brutalität des fahlen Lichts gefielen mir sehr. Kein Gedanke daran, das Material im vorgesehenen Modus einzuscannen – warum auch?


Trotz anhaltender bitterer Kälte, also “bitter” für die Maßstäbe, die uns in den letzten Jahren bekannt waren, und einer eigentlich ausreichenden Eisdicke wurde die Außenalter in Hamburg nicht für das Alstereisvergnügen mit Buden und vielen tausend Besuchern freigegeben. Verschiedene Flurfunkanstalten berichten, dass es an entscheidender Stelle in den betreffenden Behörden am nötigen Schneid fehle. Allerdings sind Hamburger ja auch stur und sie gehen dann eben trotzdem auf das Eis und in der Tat hat es auch mich gehalten.

Gestern noch hoffte ich darauf, dass es super Licht wie zu Beginn der Vorwoche gäbe, doch mehr als graue Tauwetter-Suppe war wohl nicht rauszuholen. Ich verabschiedete mich also vom Einsatz des Rollei Crossbird 127 in meiner Brownie Starflex und wählte stattdessen meine Zenit FS-12 Â - für die ich mir im Photohaus Collonaden Klebefilm zum Schließen des Filmdeckels geholt hatte – mit Pentacon auto 2.8/29mm und Fujifilm Neopan 1600 sowie die Nikon D40. Am Rechner verpasste ich den Digitalfotos dann das vermeintliche Aussehen von Analogbildern mit reichlich Körnigkeit und Härte, hatte mich dabei insbesondere mit Blick auf die Kontraste etwas vom hochgeschätzten Stephan Sachs aus Erlangen inspirieren lassen, wenngleich meine Bilder vielleicht dann doch etwas brutaler in die Analog-lookalike-Richtung gehen. Die letzte, hier unten verlinkte Aufnahme habe ich übrigens mit meinem HTC Hero Android-Phone gemacht.


Die digitale Fotografie bringt es oft mit sich, dass man schnell neue Ergebnisse in Händen hält – Voraussetzung ist natürlich, dass man vorher Bilder gemacht hat. Ich habe diesmal beide Welten etwas vermischt und ein Pentacon auto 2.8/29mm-Objektiv aus DDR-Produktion an mein japanisches Schwergewicht Konica Minolta Dynax 7D geschraubt und bin zum Sonntagsspaziergang aufgebrochen. Es zog uns zur Elbe in Richtung Neumühlen und Altonaer Fischereihafen. Bereits nach dem Abstieg aus dem Rosengarten am Schlepperhafen wurde ich auf vorbeiziehende Segelschiffe hingewiesen, die ich gegen das Licht vor den modernen Hafenanlagen aufnahm und allen Fotografen nachdrücklichst sagen möchte: unterschätzt die Wichtigkeit von Gegenlichtblenden nicht! Ich hatte keine 55er dabei – obiges Bild ist zum Glück auch so etwas geworden.

Zuletzt war ich mit einigen meiner Bilder nicht zufrieden und gerade beim Umgang mit der Kiev hatte ich mir ein glücklicheres Händchen gewünscht, also musste wieder ein Erfolgsgefühl her, was allerdings nicht zu erzwingen ist. Ich wählte also das Pentacon-Objektiv, dass mir viel Spielraum gab, zudem ich nun den ominösen Knopf begriffen hatte, der mir durch das Drücken beim Auslösen auch an der Dynax erlaubte mit mehr als nur Offenblende zu arbeiten. Ich muss sagen, dass ich – abweichend von meiner Gewohnheit, alles ins Quadrat zu schneiden – sehr zufrieden bin mit meinen Bildern. Das ist sehr viel und ein verdammt guter Start in die Woche.


Wie schon der Stilpirat in seinem Blog festgestellt hatte: twittern, bloggen usw. bringt auch Menschen im realen Leben zusammen – auch wenn sie dann schwer bepackt und unglaublich ausgerüstet Fotos machen gehen. Am gestrigen Donnerstag war es wieder soweit und es wurde am Lessingtunnel in Altona getroffen. Auf der Stundenplan notiert: Langzeitbelichtungen, Belichtungsreihen, Klugscheissereien und die Vorstellung von Metapartikels Reiseplänen.

Ich selbst hatte eine Nikon D40 und eine Konica Minolta Dynax 7D und dummerweise eine Jacke mitgenommen. Obige Aufnahmen entstanden übrigens mit der vergleichsweise günstigen Nikon und ihrem mitgelieferten Kit-Objektiv – natürlich auf einem Stativ: so ruhig sind auch meine Hände nicht. Überlegungen entsprechende Meditationskurse zu besuchen wurden im Block Klugscheisserei heiter abgehandelt.

Bereits in der vergangenen Nacht wurde diese Aufnahme vom Bahnhof Altona ins Netz geladen und in x flickr-Gruppen untergebracht. Sehr gefreut hat mich dabei, dass einerseits Foto-Ziehvater Stilpirat es positiv beurteilte und andererseits, dass eines meiner Vorbilder, nämlich Chris Jongkind es als Favorit gespeichert hat.
Die gesamte Ausbeute des Ausflugs inklusive eins hammermäßigen Out-of-Cams von Bild 2 findet sich im flickr-Album – außer dem kleinen Vorgucker auf tumblr. Über Kommentare würde ich mich ürbigens freuen.

Restposten und ein 1€-Artikel – viel mehr scheint im früheren Prestigebau FRAPPANT (Blogpost, weiteres s/w-Bild) an der Großen Bergstraße in Hamburg-Altona jeseits des Bahnhofs nicht zu bieten. Also ist scheint es nur Recht und billig, dass hier ein innerstädtischer IKEA eröffnet – das würde diese Ecke beleben, so das Kalkül. Man vergisst bei all dem fehlenden Glanz, dass hier aber Leben stattfindet, wie oben zu erahnen ist. Ob das dem vermeintlichen Ideal entspricht sei ebenso dahingestellt, wie das Geständnis, dass ich als Fotograf derartige Orte mit etwas morbiden Charme, mit Straßenkunst und einer gewissen Vergänglichkeit erstrebenswerter finde, als Großparkplätze, Bekleidungsketten oder den x-ten Starbucks, der für viel Geld großen Mist feilbietet.

Zu den etwas ruppigen Aufnahmen noch ein oder zwei Worte: aufgenommen mit der Goldenhalf von Superheadz unter Verwendung meines letzten Rollei R3 400 KB-Films. Gescannt wurden die Halbformataufnahmen mit einem Canon Canoscan 3200F im Modus Farbfilm und seid versichert: im s/w-Modus war die Ausbeute noch dünner. Erste Erfahrungen hatte ich mit einem Kodak GC 400 Farbfilm gemacht und die Ergebnisse waren deutlich besser, lomographischer – auch wenn man mir bei der Spürsinn-Gruppe geduldig erklärte, wie ich mit dem R3 umgehen sollte – nur dafür bin ich im analogen Postprozess zu ungeduldig. Nichts für ungut! (^_~)
Weitere (auch neue) Bilder der Goldenhalf findet man im flickr-Album und in meinem neuen crazy tumblr-Blog mit den Namen “in capone’s schuhen”.

Meine alte Panasonic Lumix DMC-FZ2 ist derzeit meine ständige Begleiterin und auch auf dem Weg von und zur Arbeit. Tagsüber verrichtet sie ihre Aufgaben auch recht ordentlich, die Leica-Optik ist nicht die schlechteste Wahl beim alten Chip, doch des Nachts – so klagte ich – will sie nicht so recht. Während ich ohne Lektüre der Bedienungsanleitung keine Möglichkeit gefunden habe, an der Belichtungszeit zu drehen, hieß es drücken und hoffen.

Ich verließ mich also auf meine ruhige Hand, meine vielgerühmte ruhige Hand, von mir viel gerühmte ruhige Hand und drückte ab. Bei meiner Nikon D40, an der man einstellen kann, da bringt es was, bei der Lumix augenscheinlich nicht, es sei denn, ich ignoriere beim Nacht-Portrait-Programm die Aufforderung, den Blitz zu nutzen und halte 8 Sekunden still. Da bleibe ich erstmal beim film noir style, der – im Computer gepusht – Darstellungsdefizite nicht kaschiert, sondern zur Absicht macht.

Ich hatte sie in den letzten Monaten zugegeben etwas vernachlässigt, meine HOLGA 120 CFN – der letzte Film wurde wohl noch während der Blüte der Sakura entwickelt und dabei empfand ich mich als großer Anhänger des Holgaismus. Ich bin dann aber wohl doch ins Haus des Bauern gezogen, habe auf dem Sofa gelegen und … anderen Götzen, wie den Brownies oder DSLR gehuldigt. Im Kühlschrank lag nun noch ein ILFORD XP2 SUPER 400 und den packte ich zum Photowalk rund um den schönen Kuhmühlenteich ein – augenscheinlich waren Kamera und Film mit dem abendlichen Ausflug ganz zufrieden, ein Hochgefühl provozierte darüber hinaus die gelungene Doppelbelichtung eines Bildes (indem ich vergaß, weiterzuspulen).

Voll war der Film auf der oben genannten Tour allerdings nicht geworden und so wurde er auf eine Runde in die neue Hafen-City mitgenommen – allerdings war es früher Nachmittag an einem sehr sonnigen Tag. Da die Blendeneinstellung an der Kamera eigentlich zu vernachlässigen ist und ich, anders als beim Photowalk, kein Stataiv dabei hatte, war ich etwas besorgt ob möglicher Überbelichtung, aber augenscheinlich war dies unbegründet. Der Rest der Bilder im HOLGA-Album.

Ich ärgere mich schon ein wenig, dass ich Anglizismen in der Überschrift zu diesem Beitrag benutze, aber “Nachtschüsse” erscheinen mir in der heutigen Zeit kaum mehr verständlich für einen weiten Kreis möglicher Rezipienten. Nun ja! Ich war also am späten Abend losgeradelt mit der Nikon D40, weil mein alter neuer oder neuer alter Schatz Dynax D7 am Ladegerät hing. Mission: Fotografie bei Dunkelheit und damit einher Spielen mit der Belichtungszeit.

Der Weg führt mich und mein treues Stahlross zur Autobahn, allerdings war der Verkehr nicht so berauschend, als dass jetzt bildschöne Verläufe von Scheinwerfern und Rücklichtern gelingen sollte, auf dem Rückweg aber plötzlich ein bislang wohl ignorierter Lichtschein von der einen Straße in die davon abgehende: eine Hitchcock-Dokumentation vom früheren Abend noch im Hinterkopf sah ich obiges Bild in einem kernigen Schwarz/Weiß und probierte bis der Lichtschein gefiel. Am Rechner noch den s/w-infraroten Effekt darüber und ich kann zufrieden schlafen gehen.