Die andere Kameratasche

Nein, es ist nicht die große custom-made Kameratasche von retube für den Betreiber dieses Blogs – es ist Sonntag und es regnet und wir hatten noch Kamerastoff zuhause und es war etwas langweilig, also filmte ich mit der “Holganex” wie die beste aller Hälften mir eine kleine Tasche für so multimedialen Krimskrams nach meinen Vorstellungen zusammennähte. Rattenschwanzsatzende.

Holganex

HOLGANEX

Nach der Pentanex nun also der nächste Schritt und der geht qualitativ zurück – es geht nicht mehr um die Adaption von DDR-Ingenieurskunst, sondern um das Anstecken chinesischer Spritzgusserzeugnisse. Für 13,13 Euro habe ich über die Bucht eine Holga-Linse für die Sony NEX erstanden und muss sagen: das gefällt mir gut. Zwar ist die Haptik (authentisch) minderwertig, die in der Tat funktionierende Schärfe befindet sich nicht wie erwartet oben, sondern links am eingerasteten “Objektiv”, aber alles in allem kann man sich nicht beklagen.

Strahlender Stern

Ob dieses neue Spielzeug nun dazu taugt, die Diskussion um die “Digitale Lomographie” zu befeuern oder nicht, ist mir reichlich egal. Dank der bisherigen Bildergebnisse habe ich für mich eine Alternative zur stets angestrebten Digital Harinezumi gefunden und damit ist die Zufriedenheit hergestellt. Für Schnappschüsse aus der Hüfte ist mir die digitale Variante kein Sakrileg, aus ökonomischer Sicht vielleicht sogar besonders sinnvoll – nur nenne ich es nicht Lomographie, wenngleich zumindest Vignette und Co der optischen Unzulänglichkeit der Holga-Linse entspringen. Am Ende soll jeder mit seinem Zeugs glücklich werden und kann auch bei lomography.com zu völlig überzogenen Preisen billige Plastikkameras kaufen oder sein iPhone so verpacken, dass es wie ein Fotoapparat aussieht.

Langkranz

HH – Holga Hamburg

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Ein Nachteil einer zusammegerafften großen Kamerasammlung könnte sein, dass man einige dieser Schätzchen viel zu selten nutzt, was auch meine Mittelformat-Holga in den letzten Monaten zu spüren bekam. Zwar war sie wegen eines oftmals klemmenden Verschlusses erstmal aus dem Spielbetrieb genommen worden, doch es ist schon eine Weile her, dass ich ihn mit Balistol wieder willfährig gemacht und zusätzlich eine verbesserte Lichtdichtung mit Schaumstoff eingesetzt hatte.

Elbphilharmonie

Es begab sich also vor einigen Tagen, dass ich neben der Sony NEX auch die Plastiklinsen-Holga mit eingesteckt hatte und ob des strahlenden Sonnenscheins einen nicht ganz so lichtempfindlichen Ilford FP4 PLUS eingelegt hatte, was sich als nicht die schlechteste Wahl herausstellte – nur in sehr schattigen Ecken war es dann recht duster. Das Gros der Bilder hatte ich gleich zu Beginn des Schwenks beim gefährlichen Autotreffen verbraten, andere nicht.

Bunte partielle Schärfe

Fleischerhaken-Lastkraftwagen

Einäugigkeit hätte noch den Weg in die Überschrift dieses kleinen Beitrages finden müssen, doch der Rezipient sollte nich gleich mit einem Wust an Informationen überfordert werden – also “Einäugigkeit” hätte hier noch reingekonnt, weil die heute vorgestellten Bilder mit der Holga Stereo aufgenommen wurden, ich aber nur jeweils eine Aufnahme gescannt habe.

Verschiedene Giebel

Ganze sechs Aufnahmen (12 Bilder) auf dem Rollei Digibase 200-Diafilm standen mir also auf dem Plastikkamera-Walk zwischen Wohlerspark und Bahnhof Sternschanze zur Verfügung und wer nun glaubt, dass diese sechs Bilder mit viel Bedacht aufgenommen wurden, der irrt – über diese zwei Aufnahmen hier habe ich wenigstens einen Moment nachgedacht, aber sonst war der Schwenk mit der 3D-Holga sehr lomographsich, wie ein Auszug aus den Regeln unterstreicht: 5. denke nicht, 6. sei schnell, 7. es ist vorher nicht wichtig zu wissen, was Du auf den Film gebannt hast und 8. erst recht nicht nachher … Check!

Stereo Holga Animation

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Ich scheue ja nicht davor zurück, beim Kamerakauf Fragen nach Nützlichkeit und Notwendigkeit ganz hinten anzustellen und da blieb es dann auch nicht aus, nachdem die Lomographische Gesellschaft die neue Holga Stereo vorgestellt hatte, nachzusehen, ob ich diese in China nicht deutlich billiger bekommen würde – es ist auch so eine Jagd-Recherche-Schnapper-Geschichte, die mich treibt, aber das soll man einem Historiker ja nicht negativ anlasten können.

Stereoholgaunboxing

Ich hatte also auf ebay schnell einen Anbieter in Hong Kong ausfindig machen können, der mir die Holga Stereo 3D mit Betrachterbox und einigen Rahmen für die Dias für etwa 80 Euro inklusive Versand zukommen lassen wollte – die Lomographen wollen dafür knapp 50 Euro mehr haben – meine Ersparnis reduzierte sich nach dem Bezahlen der Mehrwertsteuer beim Zoll auf etwas mehr als 30 Euro, was man beim Kauf einer Plastikkamera durchaus eine Hausnummer ist, wie ich meine, wobei ich nicht weiß, ob die Wiener noch zusätzlich Kosten für den Versand aufrufen. Nun ja, ich habe nun einmal den direkten Weg aus China gewählt und bekam nach drei Wochen mein Paket.

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Natürlich konnte ich es nicht abwarten, mit der Kamera loszuziehen und beschloss auf dem Weg zur Arbeit einfach mal an der Hoheluftbrücke auszusteigen und bis zur nächsten Station am Eppendorfer Weg zu spazieren. Mit einem abgelaufenen Kodak Ektachome 100 PLUS EPP Diafilm machte ich die ersten fast beiläufigen Aufnahmen – beiläufig, weil ich es sehr spannend fand, wie die Passanten einen Fotofreund mit dieser exotischen Kamera bestaunten. Das nächste Mal werde ich mir aber – und das ist sicher – etwas gewissenhafter die Motive nach dem 3D-Effekt aussuchen.

Das erste Resümee muss lauten: typisch Holga! Mit allem Charme und allen Schwächen. Die Benutzung eines Diafilms, der dem Prinzip nach ja unbedingt anzuempfehlen ist, ist heikel, aber gerade in der Sonne noch machbar. Ich werde als nächstes wohl mal einen Rollei Digibase versuchen. Wer gerne eine Blende mehr Spielraum haben möchte, der sollte vielleicht gleich den Adaptersatz von 120er auf 135er Film mitbestellen und sich mit dem vom Analog-Experten Spürsinn vorgeschlagenen Agfa Precisa 135-36 (Dia Farbfilm) versuchen. Ich für meinen Teil werde bei allen Widrigkeiten wohl beim Rollfilm bleiben – glaube ich.

Die HOLGASTAX wird kommen!

Randy von holgamods.com hat schon einige Perlen rund um die chinesische Mittelformatkamera aus Plastik ausgetüfftelt. So gibt es seine modifizierte Holga mit mattiertem Inneteil, eigenem Bulb, aber auch gerne gefärbten Gehäusen oder die wirklich super-stylische STEALTHHOLGA, doch das alles soll nicht Thema sein.

Es geht um Sofortbilder und das scheint auf den ersten Blick nichts neues, auch nicht im Zusammenhang mit Plastikknipsen aus dem Fundus der Lomographen, so gibt es bereits ein Rückteil für die Diana (Fuji Instax mini, die in Europa kaum zu bekommen sind!) oder es gab eines für die Holga, um Polaroid-Filme zu benutzen – die jedoch werden durch das Impossible Project erst wieder aufgelegt. Was bleibt also? Entweder die FUJOLGA von Randy (für Fuji FB-100C oder 100B) oder oben gezeigte HOLGASTAX, die bald erhältlich sein soll, wie gut unterrichtete Kreise im Netz zwitscherten, denn hier können die verbreiteten Instax Wide-Filme benutzt werden. Mein Wunschzettel wird länger …

Maritimes Toycamera-Festival

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Da hatte mich der geschätze Kollege Stilpirat mit einem Blogeintrag aber etwas kalt erwischt, wo ich doch den Blog …, nun ja. Er erwähnte die Ergebnisse meiner Fotografiererei mit den etwas einfacheren Kameras. Jetzt müssen diese also auch hier abgebildet werden und ich nehme bekannte Bilder – als Hommage an den Blog, den ich kaputt gemacht habe.

HOLGA – die chinesische Holga (ab knapp 30 Euro) ist eine sehr einfache Mittelformat-Kamera für 120er Rollfilme, die entweder mit Masken von 6×6 (12 Bilder) oder 6×4,5 (16 Bilder) bestückt wird – für mich bleibt das quadratische Format das einzig wahre Format. Ich verwende in der Regel Ilford Delta 400 PRO Filme, nur wenn es ganz sonnig ist, sind 100 ASA ausreichend. Es ist auch möglich, die Kamera auf 35mm Kleinbild umzubauen, wo die Firma Superheadz wohl den besten Umbausatz anbietet. Charakteristisch für die HOLGA sind die Randunschärfen und die leichte Verzerrung, Blenden kann man nur derer zwei einstellen und die Brennweite liegt bei 60 mm. Man muss also durch das Motiv das Bild bestimmen, einzustellen gibt es kaum etwas.

Mein HOLGA-Album auf flickr.

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Kodak Brownie Starflex – Etwa zwölf Euro hat mich meine analoge Lieblingskamera Brownie Starflex in einem großen Internet-Auktionshaus gekostet. Die in den Jahren von 1957 bis 1964 in den USA gefertigte Twin Lens Reflex benötigt 127er Rollfilme und belichtet diese mit 12 Negativen von 4×4 cm. Einstellmöglichkeiten gibt es im Grunde keine – nur ein Wahlhebel ist vorhanden: für S/W- oder Farbfilme. Ich benutze den efke R 100 127-S/W-Film, den es zum Beispiel über Spürsinn zu beziehen gibt. Die Bilder sind sehr hart in den Übergängen, geben diesen aber auch ein einzigartiges Flair, ein Gefühl der alten Zeiten.

Mein Starflex-Album auf flickr.

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Golden Half - die in Japan von Superheadz entwickelte Halbformat-Kamera Golden Half (ca. 45 Euro) ist das neuste analoge Pferd in meinem Stall. Sie ist gedacht als lomographische Kamera, das heißt, sie sollte immer dabei sein. Dafür habe ich dann auch zusammen mit Retube eine Immer-dabei-Tasche entworfen (Bag for GoldenHalf Cam on Vimeo!) – das aber am Rande. Interessant ist die Kamera in erster Linie aus dem Grunde, dass man mit einem Kleinformat-Film mit 36 Bildern bis zu 72 Aufnahmen machen kann. Mitgeliefert war ein Kodak GC 400 Farbfilm mit 24/48 Aufnahmen, der auch obigen Alsterdampfer bannte – ein Rollei R3 400 ist gerade in der Entwicklung. Hier wird natürlich nicht ganz so gewissenhaft abgewogen, wie bei HOLGA und Starflex, aber das verhindert nicht immer schöne Fotos.

Mein Golden Half-Album auf flickr.

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