
Der Fotonachmittag neigte sich dem Ende zu als ich mit meinem Homie Daniel in die St. Trinitatis-Kirche zu Altona schwenkte. Von außen ist das Gebäude für hanseatische Maßstäbe imposant, innen herrscht praktische Nachkriegs-Nüchternheit. Beinahe waren wir schon wieder draußen als mein Blick am Eingang nach oben fiel und ich mit dem HTC Hero-Mobiltelefon obiges Bild machte.

Ein sehr ähnliches Bild hatte ich schon vor einige Monaten in Altenwerder geschossen, wo derartige Leuchter aber mitten im Schiff hingen, auch damals war ich mit Daniel unterwegs, nur wurde das Foto mit einer Konica Minolta Dynax 7D als Berlichtungsreihe geschossen und schließlich zu einem HDRI zusammengesetzt. Hat beides was …

Man sollte ja immer eine Kamera dabei haben, so ein lomographischer Grundsatz, doch da ich nicht nur lomographisch photographiere fühle ich mich daran nicht so sehr gebunden – da reicht dann und wann auch mein kleiner Androide, der mit der App Vignette ganz charmante Ergebnisse liefern kann.

Nun begab es sich, dass ich bei gute Wetter wieder einmal zu Fuß durch meine Heimatstadt ging – auf einer Route, die ich schon vor dem letzten Wochenende kennengelernt hatte. Leider ergab es sich nicht, dass alle “Mitreisenden” die Zeit und Muße aufbringen wollten, die so ein Knipser denn so für nötig hält, so sei der Ausflug vertagt. Auf sehr bald!

Ein Blick ins Archiv verriet mir, dass die letzte Stadion der Katzentour im Oktober des vergangenen Jahres dokumentiert worden ist – nun, wo der Katzenhalter wieder dann und wann Muße findet, mit dem Fahrrad durch Hamburg zu cruisen, nun soll es eine Fortsetzung geben.
Heute posiert die Katze an auf einem vielleicht nicht ganz so bekannten Denkmal. Während des Deutsch-Dänischen Krieges 1864 lieferten sich Dänen und Österreicher sowie Preußen vor der Insel Helgoland ein Seegefecht (Wikipedia), kurz darauf trat der Waffenstillstand in Kraft. Zum Andenken an die Toten Österreicher wurde in Altona nahe der Palmaille (Google Maps) ein Denkmal aufgestellt und gerade in diesen Wochen wieder etwas gereinigt. Altona, einst die zweitgrößte Stadt des dänische Herrschaftsbereichs, wurde nach zunächst gemeinsamer Verwaltung durch die Großmächte des Deutschen Bundes vom Gasteiner Konvent 1865Â bis 1866 von den Habsburgern verwaltet und fiel erst später, nach Preußens Sieg bei Königgrätz, wie das gesamte Schleswig-Holstein an Preußen.
Nach so kriegerischem Anstrich halte ich BULLETPROOF von La Roux für ein angemessenes Stück.

Es ist noch gar nichts solange her, dass die iPhoner alle Spielarten von Social Media mit Ergebnissen aus der damals noch brandneuen Appikation Hipstamatic nahezu überschwemmten. Die Ergebnisse der sehr einfachen Digitalkamera in diesem Apple-Produkt wurde durch digitale Prozesse auf absolut analog, auf oldschool, auf lomo, auf charmant getrimmt, dass auch Belangloses noch etwas haben kann.

Ich habe nun kein iPhone und seitdem der frühere “etwas andere” Computerkonzern das Stadium des selbstherrlichen Größenwahn erreicht hat und das iPhone zum “Must-Have” stilisiert wurde, möchte ich auch keines haben – wenngleich ich fotografischen Spielereien gegenüber eigentlich sehr aufgeschlossen bin. Allerdings stört mich bei Hipstamatic, dass man nicht nur die Grundversion kaufen muss, sondern auch die etlichen weiteren erhältlichen Effekte. Die hier noch nicht weiter genannte, wobei im Mittelpunkt stehende App Retro Camera ist dagegen kostenlos im Android Market zu bekommen, bietet bislang zwar nur drei Kameramodelle, wovon vorwiegend nur eines, nämlich die Bärbl, im Augenblick von mir benutzt wird.


Vor einiger Zeit hatte ich hier bereits die kostenpflichtige App PanoPhoto vorgestellt und ärgerte mich im Nachhinein ein wenig, dass ich das Zusammenfügen beziehungsweise “Stitchen” zweiter Bilder zu einem Panorama mit PhotoStitch Lite auch für umsonst hätte haben können.

Nun kaufte ich also die Vollversion von PhotoStitch, die ein Panorama aus bis zu (sic!) fünf Aufnahmen gestattet, was ich gerade an Straßenkreuzungen sehr charmant finde. Obiges Bild zum Beispiel habe ich am Spritzenplatz in Hamburg-Ottensen aufgenommen, an dem gleich mehrere Straßen aufeinandertreffen. Zu einem 360 Grad-Bild hat es dann aber doch nicht gereicht.

Nun muss man sich aber die Frage gefallen lassen, wozu man sich eine solche Applikation kauft. Zu viel sollte man nicht verlangen. Während bei urbanen Aufnahmen zum Beispiel die verschobenen Übergange nicht so gravierend auffallen, sind sie bei obigem Panorama über die von tief stehende Sonne “beleuchtete” Elbe die Übergänge über die gesamte Höhe der Aufnahme klar zu erkennen. Mit Software wie “Hugin” für den heimischen Rechner ist PhotoStitch also keinesfalls zu vergleichen. Wer sich damit abfinden kann, hat ein weiteres kurzweiliges Gimmick für sein Android-Phone gefunden.
Wenn man sich nun für diese App (Vollversion) interessiert, dann kann mit dem Android-Phone unter Verwendung eines Barcode-Scanners diesen QR-Code ablichten und wird dann in den Android-Market weitergeleitet.
Zumal ich an einem Kauf nicht partizipiere, möchte ich nochmals darauf hinweisen, dass diese App nicht mehr als eine lustige Spielerei ist, die ich allerdings gewiss auf meinen nächsten Städtereisen nicht missen wollen werde. (^_~)

Trotz anhaltender bitterer Kälte, also “bitter” für die Maßstäbe, die uns in den letzten Jahren bekannt waren, und einer eigentlich ausreichenden Eisdicke wurde die Außenalter in Hamburg nicht für das Alstereisvergnügen mit Buden und vielen tausend Besuchern freigegeben. Verschiedene Flurfunkanstalten berichten, dass es an entscheidender Stelle in den betreffenden Behörden am nötigen Schneid fehle. Allerdings sind Hamburger ja auch stur und sie gehen dann eben trotzdem auf das Eis und in der Tat hat es auch mich gehalten.

Gestern noch hoffte ich darauf, dass es super Licht wie zu Beginn der Vorwoche gäbe, doch mehr als graue Tauwetter-Suppe war wohl nicht rauszuholen. Ich verabschiedete mich also vom Einsatz des Rollei Crossbird 127 in meiner Brownie Starflex und wählte stattdessen meine Zenit FS-12 Â - für die ich mir im Photohaus Collonaden Klebefilm zum Schließen des Filmdeckels geholt hatte – mit Pentacon auto 2.8/29mm und Fujifilm Neopan 1600 sowie die Nikon D40. Am Rechner verpasste ich den Digitalfotos dann das vermeintliche Aussehen von Analogbildern mit reichlich Körnigkeit und Härte, hatte mich dabei insbesondere mit Blick auf die Kontraste etwas vom hochgeschätzten Stephan Sachs aus Erlangen inspirieren lassen, wenngleich meine Bilder vielleicht dann doch etwas brutaler in die Analog-lookalike-Richtung gehen. Die letzte, hier unten verlinkte Aufnahme habe ich übrigens mit meinem HTC Hero Android-Phone gemacht.


Es schien schon eine gefühlte Ewigkeit her gewesen zu sein als die Sonne sich durch den seit vielen Wochen omnipräsenten Grauschleier, den wir Himmel nannten, hatte durchsetzen können. Schon am Montag lachte sie, die Sonne, am Dienstag tat sie es immer noch und daher machte ich mich schwer beladen auf den Weg. Mit possierlichen Begleiter waren neben der Nikon D40 (mit 18-55mm Kit-Objektiv und Lensbaby) die beiden Analog-Schätzchen Franka Solida I, die bei der Kälte zeigt, dass Harz auch einfrieren kann, und meine Kodak Instamatic 500 – Filme vollmachen war das Stichwort.

Der Ausflug wurde gar abenteuerlich, denn weniger die Temperaturen von etwa minus 10 Grad Celsius – die waren wegen weitgehender Windstille höchsterträglich – machten es zu einem schwierigem Unterfangen, sondern das Glatteis sorgte für wenig sicheren Tritt. Offensichtlich scheint man der Ansicht zu sein, dass Promenaden oder Treppen in Grünanlagen nicht gestreut werden müssen. Also schnell bei den schnellen Rentnern abgeschaut, wie man sich an die Treppengeländer klammert und “ab dafür”.

Während ich mich bei den analogen Aufnahmen nach meinem Gossen Sixtino Belichtungsmesser richtete, wurde ich mit der Nikon D40 etwas mutiger, denn digitale Bilder kosten ja nicht soviel, da kann man mal ausprobieren und das mit den Plastiklinsen im Lensbaby. Ob sehr kalter Finger war der Ausschuss recht hoch, aber das erste Bild gefällt mir gerade wegen des kernigen Verlaufs ganz gut.



Der geschätzte Kollege Metapartikel hatte noch einen M42-Gehäusedeckel für mich. Diese immer wieder kehrende Feststellung hat den Entschluss, am eisigen Dienstag-Abend an die Hamburger Landungsbrücken ziehen zu wollen vielleicht nicht beschleunigt, aber den Deckel habe nun ich. Von derlei Brumborium begleitet machten wir uns über den Altonaer Fischmarkt mit der Fähre auf den Weg. Ich hatte neben der Konica Minolta Dynax 7D auch noch die Zenit FS-12 Fotosniper nebst Fujifilm Neopan 1600 Professional eingepackt, doch die schwere Russin sollte sich bald eher als hinderlich erweisen, zumal sie sich nicht auf das Stativ setzen ließ.

Da schossen wir also weitgehend digital durch die Gegend, wobei ich mit dem Einsatz des alten DDR-Objektivs Pentacon auto 2.8/29mm etwas vermeintliche Exotik in den Ausflug brachte und am Ende auch noch eine große Erkenntnis mitnahm: wenn man bei einer Canon Vollformat die ISO auf 1600 hochreisst und weiterhin Bilder von bestechender Qualität erhält, heißt das noch lange nicht, dass das auf der Dynax auch noch zu wirklich akzeptablen Ergebnissen führt.


Es soll nicht zur lieben Gewohnheit werden, dass hier nur Android-Apps vorgestellt werden, doch da ich meinen “Helden” von HTC noch recht neu habe und sowohl die deutschsprachige Dokumentation solcher Applikationen noch sehr knapp ist, als auch der Aufbau des Android Markets für google’eske Ansprüche armselig erscheint, sei nun mein zweiter Kauf in diesem Shopping-Labyrinth vorgestellt: PanoPhoto.

Schon bei “Vignette” gefiel mir die geschummelte Panorama-Version sehr gut und nun habe ich mich dazu durchgerungen, auch für ein “echtes” Panoramaprogramm einen guten Euro auszugeben. PanoPhoto erlaubt es, aus zwei Aufnahmen ein kleines Panorama zusammen zu setzen oder zu “stitchen”, wie es wohl auch genannt wird. Ich werde es wohl auch bald mal mit Stativ und DSLR versuchen, doch zurück zum kleinen Programm: Wie man besonders bei zweitem Bild sieht, geht das schmeichelnd gesagt gerade einmal passabel vonstatten, wenn man nicht aufpasst. Das obere Bild liefert dann schon ein recht ordentliches Ergebnis, bei einer Hochkantaufnahme, wie in der Anlage, ist der Schnittpunkt kaum noch zu erkennen. Gewiss sind die Ergebnisse nicht mit aufwenigen Programmen fuer die Montage am Rechner oder den schoenen Zenit Horizon zu vergleichen, aber fuer zwischendurch …


Frei nach dem Motto “Die beste Kamera ist die, die man dabei hat” nutzte ich die letzten Tage vermehrt mein HTC Hero Android Telefon, da ich das erste Mal knappe zwei Euro für eine App angelegt habe. Nachdem ich die freie Demoversion von “Vignette” ausprobiert hatte, wagte ich den ersten Einkauf im Andriod Market und lud das kleine Programm herunter. Es bietet neben der Simulation verschiedener Filme und anderer Effekte auch eine Vielzahl von Bildformaten, was mir als großer Freund des Quadrats besonders gut gefiel.

Schnell aber wusste mich aber auch das angebliche Panorama (Beschnitt oben und unten) zu begeistern. Wie bei diesem Wandbild oder auch bei der Ablichtung von Ladenreihen passt dieses Format sehr gut, zumal ich schon bei der Aufnahme die endgültige Komposition vor Augen habe. Alle hier gezeigten Aufnahmen sind “out of cam”.

Gewiss hält der Apple Appstore für den scheinbar uneinholbaren Konkurrenten iPhone sehr viel mehr Programme bereit, wie z.B. mein hochgeschätzter Kollege Stilpirat in seinem Blog umriss, doch von einer Marktführerschaft sollte man sich nicht abschrecken lassen, wie ich meine, denn “Die beste Kamera ist die, die man dabei hat”! Da ändert auch die Behauptung einiger, dass ein Fotograf ein iPhone braucht oder es das Gerät für Fotografen sei, nichts. Auch vor dem iPhone wurden gute Fotos gemacht und sie werden auch danach entstehen, es sei denn, die Welt geht unter. Vorsichtshalber behalte ich meine Golden Half mit Kleinbildfilm in der Tasche …
