
Man könnte versucht sein, anzunehmen, dass meine Seite hier langsam zur Nachrichtenseite verkommt, doch ganz so wird es nicht kommen. Von einer Ausstellungseröffnung und einer Hochzeit abgesehen bin ich zuletzt nicht so recht zum fotografieren gekommen..
Das soll aber nicht Thema sein, denn es hat sich tatsächlich jemand gefunden, der die 110er Pocketfilme wieder auflegt. Zu 6,90 Euro pro Schwarz-Weiß-Film kann man diese nun im Onlineshop der Lomographen vorbestellen. 5000 Filme sind dann alsbald verfügbar, wie es in der Pressemitteilung heißt.
Die lieben Leute von Lomography haben mir ja vor einiger Zeit einen Spinner 360° zum Spielen gegeben und nachdem meine anfänglichen Studien des Gerätes noch den Motorizer mit einschlossen, tapste ich beim zweiten Schwenk nur mit der viel ursprünglicheren manuellen Variante los – mit Zugschnur und Trallala.
Für jemanden, der auf Nachfrage gerne einmal behauptet, dass die analoge Fotografie die sinnlichere, die bewusstere Variante der Fotografie ist, für einen solchen also ist der Spinner keine wirkliche Offenbarung, denn die Haptik, die Konstruktion bleibt doch sehr “Toycamera” und ist freilich nicht vergleichbar mit einer Zeiss oder Mamiya, aber das ist auch nicht die Spielwiese. Es gibt keinen Sucher, es gibt keinen wirklichen Auslöser, es gibt einen Haltegriff und die Schnur, an der man zieht. Die Kamera dreht sich um die eigene Achse und dann ist das Bild offenbar im Kasten und ich mit drauf, doch das unfotogene Glotzen wird dann später korrigiert.

Nach der Entwicklung des Films ist diese Behauptung untermauert und es geht an die Nachbearbeitung. Da die Darstellung eines so weiten Panoramas im Blog oder bei flickr immer etwas jämmerlich wirkt, ringe ich iMovie gleichermaßen entschlossen wie ernüchtert Kamerafahrten über das Foto ab. In diesem Fall sogar eine kleine Geschichte über Besucher von außerhalb und den Triumph der Liebe. Und es ist doch ein lustiges Spielzeug.

lomography.com
Die Lomographen haben mal wieder etwas neues auf den Markt geworfen, ein neues Spielzeug aus Plastik für 135er Kleinbildfilm. Das LomoKino ist gemacht für den kleinen Kurzfilmmacher, wie es aussieht, denn 36 Bilder sind im Film nicht viel und etwas anderes als das Abnudeln eines Filmes sieht das ebenfalls erstehtbare LomoKinoscope kaum vor. Man könnte natürlich auch ein episches Meisterwerk erstellen – vorausgesetzt, die einzelnen Szenen beschränken sich auf weniger als 48 Sekunden und man hat etwas Ahnung von Schnitt und/oder der hybriden Verarbeitung in diesem besonderen Fall.
Nun ja, ein witzige Spielerei ist es vielleicht schon. Mit 65,- für die Kamera alleine und 89,- für das Bundle ist der Einstieg finanzierbar. Der Filmverschleiß kommt dann etwas teurer.
http://microsites.lomography.com/lomokino/

Nach der Pentanex nun also der nächste Schritt und der geht qualitativ zurück – es geht nicht mehr um die Adaption von DDR-Ingenieurskunst, sondern um das Anstecken chinesischer Spritzgusserzeugnisse. Für 13,13 Euro habe ich über die Bucht eine Holga-Linse für die Sony NEX erstanden und muss sagen: das gefällt mir gut. Zwar ist die Haptik (authentisch) minderwertig, die in der Tat funktionierende Schärfe befindet sich nicht wie erwartet oben, sondern links am eingerasteten “Objektiv”, aber alles in allem kann man sich nicht beklagen.

Ob dieses neue Spielzeug nun dazu taugt, die Diskussion um die “Digitale Lomographie” zu befeuern oder nicht, ist mir reichlich egal. Dank der bisherigen Bildergebnisse habe ich für mich eine Alternative zur stets angestrebten Digital Harinezumi gefunden und damit ist die Zufriedenheit hergestellt. Für Schnappschüsse aus der Hüfte ist mir die digitale Variante kein Sakrileg, aus ökonomischer Sicht vielleicht sogar besonders sinnvoll – nur nenne ich es nicht Lomographie, wenngleich zumindest Vignette und Co der optischen Unzulänglichkeit der Holga-Linse entspringen. Am Ende soll jeder mit seinem Zeugs glücklich werden und kann auch bei lomography.com zu völlig überzogenen Preisen billige Plastikkameras kaufen oder sein iPhone so verpacken, dass es wie ein Fotoapparat aussieht.


Einer meiner Haus- und Hoflieferanten, die Firma Spürsinn in Braunschweig, bietet zu meiner Freude die Plastik-Twin Lens Refelx Blackbird.fly an. Lange hatte ich mit der Anschaffung geliebäugelt, zu meinem Ehrentag ließ ich sie mir schließlich schenken und musste sie natürlich gleich mit der Maske für quadratische Bilder (man kann auch das Standardformat für Kleinbild sowie die Mitbelichtung der Perforation wählen) und einem abgelaufenen 200er Polaroid-KB-Film ausstatten.

Ganz begeistert ging es also los nach Ottensen, wo ich freudig die ersten Aufnahmen knipste, wobei ich es eher beiläufig anging als mir groß Gedanken über die Komposition der Bilder machte. Allerdings war ich schon versucht, hier und da per Doppelbelichtung etwas Würze in die Sache zu bringen, nur löste ich bzw. die Kamera durch unbeabsichtigte Bedienung ganz offensichtlich freudiger aus als ich vorspulte. Alleine der Bagger war meiner Erinnerung nach gewollt – was ich noch erinnere, sind Probleme mit der Handhabung des Films, der am Ende etwas gestaucht war.


Ich würde es wohl nicht zum Konzept erheben, meine Golden Half Halbformatkamera stiefmütterlich zu behandeln, unbeachtet in der Vitrine versauern zu lassen und wenn ich mich erbarme, sie zu nutzen, ihr den entbehrlichsten Kleinbildfilm einzupflanzen. Es ist auch kein Konzept, es ist die lieblose Tatsache, dass Beirette und Zenit der kleinen Knipse derzeit den Rang abgelaufen haben.

Nun aber, mit der Einsicht, dass nur wenige Bilder aus der Kamera – zumindest in schwarz/weiß – in charmanter Qualität sind, bekenne ich mich durch den völligen Verzicht auf Nachbearbeitung zum dreckigen Charakter der Ergebnisse und – wie sollte es anders sein: ich finde dann doch irgendwie irgendwas charmant daran.


Das Thema der digitalen Lomographie hatte ich hier und da schon einmal gestreift, in meinem alten von mir durch Unachtsamkeit und Ungeduld vernichteten Blog bereits zu den Holga-Linsen an Spiegelreflexkameras (holgamods.com) geschrieben und nun kommen die offiziellen Lomographen selbst auf die Idee – nur, dass es sich um Diana-Linsen handelt, die entweder an Canon EOS oder an Nikon F-Anschlüsse geschraubt werden können. Holgamods hatte da eine etwas größere Palette, aber das als Randnotiz.
Für den Adapter selbst werden 12,00 Euro fällig, wenn man praktischerweise doch eine Linse (mit Adapter) haben möchte, werden folgende Preise aufgerufen: 20mm Fisheye 45,00 Euro; 38mm Super-Wide 40,00 Euro; 55mm Wide & Close-up 50,00 Euro; 110mm Tele 40,00 Euro (ohne Gewähr).
Ich selbst grüble noch, ob ich mir eine der beiden Lösungen zulegen sollte. Auch wenn ich selbst oftmals digitale erst am Rechner auf analog trimme – es ist nicht das gleiche: dieses Bild von Liebe Minou zum Beispiel ist analog und das macht den Charme aus.

Foto: Lomographische Gesellschaft
Die Lomographen aus Wien haben eine neue Kamera auf den Markt gebracht und zwar die Diana Mini, die anders als die “große” Diana, welche für 120er Rollfilme ausgelegt ist, mit 35mm Kleinbildfilmen arbeitet. Auf den ersten Blick klingt diese Variante nicht besonders einfallsreich, zumal spätestens mit der Holga 35 eine neue Kleinbildkamera nach der LOMO selbst für Lomographen aus dem Markt ist. Nicht im Programm der Wiener finden sich weitere Toycameras wie die Blackbird Fly (TLR mit folgenden Masken 24x24mm, 24x36mm sowie 36x36mm – mit Belichtung des Film-Lochrandes) oder die Goldenhalf (Halbformat, 24x18mm) auch bei deutschen Händlern wie der Spürsinn Gruppe. Die Diana Mini kombiniert einige Möglichkeiten beider vorgenannter Kameras, denn die kann entweder im Halbformat oder im Quadrat (24x24mm) aufnehmen (Testbild auf der Webseite der LG). Die Lomographische Gesellschaft ruft einen Preis von 50,00 Euro auf, damit liegt sich preislich auf dem Niveau der Goldenhalf.

Foto: Lomographische Gesellschaft
Die zweite derzeit sehr beworbene Kamera ist die Horizon Kompakt Panoramakamera, welche über eine vergütete 28mm Schwinglinse verfügt und ein Blickfeld von 120° abschwenkt. Das Negativ wird auf einer Breite von 58mm belichtet, was natürlich ganz ungewohnte Aufnahmen erlaubt. Beispiele dazu kann kann unter anderem im Pool der Gruppe ★ Horizon Kompakt & Perfekt ★ betrachten. Vor dem schnellen Erwerb steht eine Hürde von 300,00 Euro bereit.

Eigentlich wäre diese Aufnahme vom “Frapant”-Gebäude in der Neue(n) Großen Bergstraße in Hamburg-Altona in bester lomografischer Tradition aufgenommen, doch möchte ich für diesen Schuss aus der Hüfte – mit Display-Schielen – unter Verwendung meines unsagbar und manchmal unsäglich billig fotografierenden Samsung SHG E-200 keine Gefühle russischer Analoger verletzten. Telefongrafisch!