Lomographen legen Pocketfilm wieder auf

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Man könnte versucht sein, anzunehmen, dass meine Seite hier langsam zur Nachrichtenseite verkommt, doch ganz so wird es nicht kommen. Von einer Ausstellungseröffnung und einer Hochzeit abgesehen bin ich zuletzt nicht so recht zum fotografieren gekommen..

Das soll aber nicht Thema sein, denn es hat sich tatsächlich jemand gefunden, der die 110er Pocketfilme wieder auflegt. Zu 6,90 Euro pro Schwarz-Weiß-Film kann man diese nun im Onlineshop der Lomographen vorbestellen. 5000 Filme sind dann alsbald verfügbar, wie es in der Pressemitteilung heißt.

Fuji präsentiert Weitwinkelaufsatz für X100

Während zuletzt die fraglos wunderbare X-Pro 1 im Mittelpunkt der Berichterstattung stand, wenn es um die hochwertigen Kameras aus dem Hause Fujifilm ging, kommt nun wieder etwas frisches für die seit etwas über einen Jahr erhältliche X100. Die Japaner bieten fortan die “Wide Conversion Lens WCL-X100″ feil. Mit diesem Weitwinkel-Aufsatz beträgt die Brennweite (dem Kleinbild ensprechend) dann etwa 28,5mm anstatt der etwa 34,5mm ohne diesen.

Wenngleich mir das aus den allerersten Blick – und bislang hat Fuji noch nicht mit Testkameras im Gepäck das Igluzelt in meinem Vordergarten aufgeschlagen, um mich für einen kritischen Review zu begeistern (DAS IST EIN ZAUNPFAHL!) – als großer Gewinn an Blickfeld erscheint, was gewiss auch dem existenten Sucher geschuldet ist, sei doch noch auf die englischsprachige Produktseite verwiesen. Der zweite ZAUMPFAHL brabbelt übrigens etwas von Tele und Sonnenschein.

Leica hM …

Am heutigen Abend hat die Leica AG in Berlin gezeigt, was sie in nächster Zukunft an das zahlungskräftige Klientel zu bringen gedenkt, denn die Kameras der M-Serie sind für den “normalen” Fotofreund längst nicht mehr bezahlbar. Neu auf dem Markt ist nun die M Monochrom – eine digitale Messsucherkamera, die nur Schwarz-Weiß-Fotos aufnehmen kann.

„Die Schwarz-Weiß-Fotografie ist so populär, wie nie zuvor. Als besonders Stilmittel hat sie bis heute nichts von ihrer Faszination verloren, auch für die jüngere Fotografen-Generation. Darin bestätigen uns die vielen monochromen Bilder aus unserer M-Community, mit der wir im regen Austausch stehen. Mit der M Monochrom bieten wir nun erstmalig ein Werkzeug, dass es ermöglicht, sich in der digitalen Welt konsequent und authentisch mit der Schwarz-Weiß-Fotografie auseinanderzusetzen. Der echte S/W Sensor der Kamera eröffnet dabei einen enormen technischen Vorteil, der sich in einer unfassbaren Bildqualität auswirkt“, so Jesko von Oeynhausen, Produktmanager für das M-System bei der Leica Camera AG in der Pressemitteilung des Unternehmens über die 18 Millionen-Pixel-Kamera. Im Augenblick bin ich ja noch der Überzeugung, dass – wenn es schon digital sein soll – auch die Nik Software Silver Efex Pro 2 beste Dienste leistet, zumal die Monochrom mit 6800 Euro noch einige hundert Euro mehr kostet als die “normale M9-P”.

Wer über derartige Preise nur müde schmunzeln kann und noch die achte Geldanlage sucht, ist vermutlich sehr gut bedient mit der Leica M9-P »Edition Hermès« -Série Limitée Jean-Louis Dumas, deren Gehäuse vom Automobildesigner Walter de’Silva meiner Ansicht nach ausgesprochen geschmackvoll gestaltet wurde ohne die einer Leica typischen Formsprach zu verleugnen. Das sehr weiche Leider umschmeichelt nicht nur das Gehäuse, auch der mitgelieferte Gurt soll – aus diesem edlen Material gemacht – die Sinne streicheln. Das etwas kostspieligere Set kommt nicht nur in einer gewiss sehenswerten Hermès-Kameratsche, auch die Traumlinsen Leica Summicron-M 1:2/28 mm ASPH., Leica Noctilux-M 1:0,95/50 mm ASPH. sowie ein Leica APO-Summicron-M 1:2/90 mm ASPH sind dabei. Auf 100 Exemplare begrenzt kostet der Spaß 40.000 Euro. Wäre die Lottofee doch nur einmal so richtig gütig …

Spinner Moto

Ich hatte ja vor einigen Tagen ein Panorama-Bild aus New York auf meiner Festplatte gefunden und war plötzlich ganz angetan von der Weite des Feldes und zeigte mich sehr entschlossen, es weiter zu betreten. Eine Fuji 617 oder eine Hasselblad X-Pan schien gerade nicht erschwinglich, eine Horizon hatte ich schon einmal ausprobiert und dann kam letzte Woche in einem Newsletter von den Lomographen die Ausgeburt des Panoramas: Brummkreiselknipsen mit Motor.

Da nach dem großen Philosophen Tim Taylor alles einen Motor braucht und ich mir lebhaft vorstellen kann, dass der Einsatz der Spinner 360° auf Stativ mit Fernbedienung einiges möglich macht, ließ ich mir das Set mal schicken und hoffe nun auf das Zusammentreffen von Zeit und akzeptablem Wetter und neun Batterien, die ich brauche. Hope on!

Yasuhara Fisheye für Sony NEX

Nachdem ich zuletzt den werten Herrn Miyazaki hatte vorstellen können und seine Objektive, kommen wir heute erneut zu einer sehr kleinen japanischen Werkstatt, die nun ein Fisheye für die Sony NEX und auch MFT anbietet. Die Firma Yasuhara, rund um den Jahrtausendwechsel bekannt für zwei sehr feine Messsucherkameras, bringt Ende März, Anfang April in Europa die “Madoka 180″ auf den Markt.

Wie hier auf dem Beispielbild (Klick macht groß) zu sehen, bekommt der Fotofreund und auch die Fotofreundin ein kreisrundes Bild mit einem Blickwinkel von 180 Grad oder zumindest fast. Da es sich hier fraglos um eine gerne so genannte “Spaßlinse” handelt, dürfte sich preislich recht atraktiv daher kommen. Noch einige Werkstangaben: Blende 4, Länge etwa 40mm, Gewicht etwa 200g.

Meine Sony NEX-3 hat sich ja zur “Allesfresserin” entwickelt. Neben den adaptierten Sony Alpha- und Minolta-Linsen, lässt sie sich bereitwillig mit M42ern, einer Holga-Linse, Minischerben einer Pentax auto 110 und offenbar mir großer Wonne mein Zeiss ZM 1.5/50mm ein.

Sigma stellt DP1 & DP2 „Merrill“ vor

Während die vernetzte Fotografenwelt sich den Kopf darüber zerbricht, ob die immensen Pixelmassen der Nikon D800 nötig sind und aufjault, dass die Nikon D4 erst verspätet lieferbar ist, während Olympus die OM-D vorstellt und viel Beachtung findet und während Sigma reichlich Spott erntet für die Preissenkung bei der SD 1 von 7500 auf 2000 Euro – während dieser unruhigen Zeiten droht die Ankündigung von Sigmas neuen Kompakten DP1 & DP2 „Merrill“ etwas unter zu gehen und das gefällt mir nicht.

Als früherer Besitzer einer DP1s freut es mich natürlich, dass die Kamera wieder einmal schön puristisch daher kommt, das Objektiv steht etwas weiter heraus, aber der Stil ist identisch geblieben, was die Sigma von den Mitbwerbern doch ein wenig absetzt. Ich bin mal auf die Haptik gespannt und auch auf den Preis, den der japanische Hersteller vorerst ebenso wie den Termin der Auslieferung für sich behält.

Die neuen Kompakten haben nun offenbar den Sensor der SD 1 bekommen, der laut Hersteller über 46 effektive Megapixel (4.800×3.200×3 Schichten) und 44 aufnehmende Megapixel (4,704×3,136×3 Schichten) verfügt – da hier von drei Schichten gesprochen wird, darf man also von knapp 15 Megapixeln nach herkömmlicher Zählweise ausgehen, was deutlich brauchbarer klingt als jene etwa fünf Megapixel bei den Vorgängern, wenngleich es an der Klarheit und Dynamik der Aufnahmen wenig zu meckern gab.

Neu gerechnete Festbrennweiten kommen ebenfalls zum Einsatz. In der Pressemitteilung heißt es: Die speziell für die SIGMA DP Merrill Serie entwickelten Objektive wurden konstruiert, um die Sensorleistung auszuschöpfen. An der SIGMA DP1 Merrill kommt ein 19 mm F2,8 Objektiv, äquivalent 28 mm an einer 35 mm SLR Kamera, und an der SIGMA DP2 Merrill ein 30 mm F2,8 Objektiv, äquivalent 45 mm an einer 35 mm SLR Kamera, zum Einsatz. FLD (“F” niedrige Dispersion), das die gleichen Eigenschaften wie Fluoridglas besitzt und blankgepresste asphärische Linsen korrigieren Abbildungsfehler. Das überragende telezentrische optische Design verbessert die Bildqualität über das gesamte Bildfeld durch die Informationsübermittlung von Daten zum Sensor. Die Super-Multi-Layer Vergütung reduziert Streulicht und Geisterbilder auch unter schwierigen Lichtbedingungen, wie etwa Gegenlicht.

Auch soll die Geschwindigkeit der DP1 und DP2 “Merrill” höher geworden sein, was die Alltagstauglichkeit verbessern dürfte. Die DP1s war für Stadtimpressionen, für Architektur, Landschaften und ähnliches eine sehr gute Kamera, aber der langsame Autofokus und der lange Speichervorgang machten sie als Schnappschusskamera kaum tauglich. Sobald ich weiß, wie man die Firma Sigma erweichen kann, eine Testkamera zur Verfügung zu stellen, werde ich mich bemühen. Sehr.

Verweisen möchte ich noch auf die kleine Webseite zu den beiden Kleinen.

Fujifilm X-Pro1 – eine Systemkamera

Am Ende ging es ganz schnell – nur wenige Wochen hatten sich die Gerüchte um eine Systemkamera von Fuji im Netz gehalten, die ersten Moke-ups und Spionagebilder kursierten und dann stellt der japanische Kamerahersteller Fujifilm in dieser Woche mit der X-Pro1 eine Kamera vor, die Begehrlichkeiten weckt, wieder eine Fuji, die Begehrlichkeiten weckt: Im Frühjahr des letzten Jahres konnten die ersten Kamerafreunde und Innen der X100 mit Festbrennweite habhaft werden, einige von Ihnen lieben die Kamera, so wie ich es tue, andere kamen nicht mit ihr zurecht oder hatten andere Erwartungen an sie. Einig war man sich aber zumindest zumeist darüber, dass der optische Sucher ein Traum ist. Erwartungsgemäß überschaubar war dann der Applaus, als sich die Zoom-Kompakte X10 mit einem deutlich weniger komplexen Sucher auf den Markt traute und dann auch noch einen kleineren Sensor mitbrachte. Zu Unrecht, wie man sagen muss, denn die deutlich günstigere X10 ist immer noch außergewöhnlich gut.

Nun aber der mögliche Höhepunkt der Evolution, eine optisch mehr als ansprechende Systemkamera mit einem wieder einmal hybriden Sucher – nur diesmal mit (zunächst) drei Objektiven im Angebot. Ich war sehr gespannt, wie die Japaner die Darstellung der verschiedenen Brennweiten im optischen Sucherbild lösen werden. Nach einiger Recherche auf den Webseiten von Fujifilm – die deutsche Depandance hat bislang keine Pressemitteilung zur X-Pro1 veröffentlicht – habe ich erfreut feststellen dürfen, dass man sich von den klassischen Messsucher Kameras von Leica und Zeiss Ikon hat leiten lassen und den Rahmen nach dem automatischen Erkennen der Scherbe anpasst. Das wird wohl kaum bei der Adaption von beispielsweise M-Linsen funktionieren, aber das ist Jammern auf königlichem Niveau.

Es seien noch die Eckdaten skizziert, um dann zum eingehenderen Studium auf die Seite von Fuji zu verweisen: 16.3 Millionen Pixel werden geboten, der (APS-C) X-Trans CMOS-Sensor misst 23.6 x 15.6 mm und verfügt über ein sogenanntes Ultra Sonic Vibration Sensorreinigungssystem. Vorgesehen sind zum Anschluss an das X-Bajonett im Augenblick die FUJINON LENS XF18mmF2 R, die FUJINON LENS XF35mmF1.4 R und die FUJINON LENS XF60mmF2.4 R Macho. Der ISO-Bereich liegt bei 200 bis 6400, er lässt sich aber bis 25600 hochschrauben – falls die einzige Kerze im Raum ausgeht. An Verschlusszeiten sind von 30 Sekunden bis 1/4000 Sekunde möglich, der Bulb belichtet maximal eine Stunde. Mein auswähltes Lieblingszubehör ist aktuell der Hand Grip HG-XPro1.

Ach ja, one more thing … Es wird nun auch noch eine limitierte Auflage der X100 in schwarz geben, die auf den ersten Bildern wirklich gut aussieht, aber man kann begehren und haben wollen. Meine silber/schwarze X100 macht auch tolle Fotos und für die Wechselobjektive hätte ich noch die NEX-3, mit der man auch tolle Fotos machen kann. Hätte ich die beiden nicht – ich würde die X-Pro1, von der es hier noch zwei Hands-on-Videos gibt, haben wollen, aber ich habe die beiden und darum will ich eine Zeiss Ikon ZM. Spenden einfach an meinen PayPal-Account. Danke. (^_~)

UPDATE: Und die Neuigkeiten zur Fujifilm sprudeln weiter. So ist die Objektiv-Roadmap für 2012 und 2013 öffentlich geworden. Dieses Jahr werden also noch ein 2.8/14mm sowie ein 4.0/18-72mm Zoom IS* erwartet. Im kommenden Jahr stehen ein 2.8/28mm Pancake, ein 2.0/23mm, ein 4.0/72-200mm IS* und ein 4.0/12-24mm IS* auf dem Programm. (* mit Bildstabilisator)

Außerdem wurde der Adapter für Objektive mit dem M-Bajonett von Leica offiziell bestätigt und für den kommenden April in Aussicht gestellt. Inwieweit sich die Gerüchte mit den passenden Rahmen im Sucher für diese “Vollformat”-Linsen bestätigen wird, bleibt abzuwarten.

Tamron stellt Reisezoom für die NEX vor

Mit Tamron hat nun der erste Fremdhersteller nachdem Sony die Spezifkationen für das E-Bajonett freigegeben hatte, ein Autofokus-Objektiv für die NEX-Reihe angekündigt. Die japanische Objektivschmiede bringt nun ein 18-200mm F/3.5-6.3 Di III VC für Sony NEX auf den Markt und damit ein Konkurrenzmodell zu Sonys eigenem SEL18200 E mit identischer Brennweite und Lichstärke. Der Objektivhersteller betont besonders, dass seine neue Linse mit 460 Gramm besonders leicht daherkommt und schlägt Sonys Objektiv tatsächlich um 64 Gramm (basierend auf den Herstellerangaben).

Angeboten wird Tamrons neues Objektiv in schwarz sowie silber/schwarz und zielt damit auch auf die Nutzung an der Sony NEX-7, dem Spitzenmodell der Baureihe. Einen Preis und einen Liefertermin hat der Hersteller in seiner ausführlichen Ankündigung mit technischen Details noch nicht genannt. Sonys Originalobjektiv kostet auf der Webseite des Herstellers 799,00 Euro, doch im Handel findet man sie schon ab etwa 640,00 Euro.

Manfrotto 055 Kugelkopf im Alltag

Orange Punkte und Flächen

Vor einigen Monaten schickte Manfrotto mir einige Informationen zur neuen Stativkopffreihe aus Magnesium und da ich ja ein neugieriger und sehr aufgeschlossener Zeitgenosse bin, ließ ich mir den “055 Magnesium Kugelkopf mit 200PL” ins Haus schicken, um ihn genauer unter die Lupe zu nehmen. Mein Dank geht dafür an Manfrotto, das mich nach meinem Urlaub mit dem Testkandidaten erfreute.

Cam at Work

Mit einem Gewicht von 883 Gramm kommt der Neue etwas wuchtiger daher als mein bisher benutzter 498RC2, der mit 616 Gramm (jeweils inklusive Stativplatte) etwas schlanker ausfällt, aber im Gegensatz zum 055, der auf 12 kg ausgelegt ist, laut Hersteller “nur” bis 8 kg belastbar ist. Beides erscheint mir für Vollformat-DSLR oder analoge Mittelformat ausreichend und diese beiden Kamera-Typen werden auch recht gleichberechtigt benutzt, was vom 055er Universalqualitäten verlangt.

Klar ist auch, dass ein so kräftiger Kopf einen entsprechenden Unterbau benötigt und da ich kein Betonfundament zur Hand hatte, nahm ich mein treues Berlebach Report 3002-Holzstativ, das mit den 2,80 kg Eigengewicht plus Kopf und schließlich Kamera erst durch einen mittelmäßigen Tropensturm zu erschüttern sein wird.

Standhaft

Nun habe ich diese Kombination seit einigen Wochen im Gebrauch und muss einräumen, dass sie mir für den schnellen Schwenk oder einen längeren Walk per pedes dann doch etwas zu schwer ist und in solchen Fällen das Carbon-Stativ den Vorzug erhält. Im Studio aber vertraue ich auf die Standfestigkeit, ebenso – soweit möglich – an der Elbe und natürlich bei der Nutzung des Nodal Ninja-Panoramakopfes, den ich zuletzt in erster Linie für 360 Grad-Panoramen und Aufnahmen nach der Brenzier Methode bei wenig Licht eingesetzt habe.

Schräghaltung

Etwas martialisch in der Anmutung macht der neue Kopf einen hochwertigen Eindruck, wenngleich mich die Gestaltung der sauber arbeitenden Bedienungselemente etwas ratlos zurücklässt. Bei der Nutzung einer DSLR halte ich die Kamera bei der Ausrichtung mit der rechten Hand und fixiere die Kugel dann mit dem großen Hebel an der linken Seite – die Form dessen suggeriert mir aber, dass ich mit Rechts fixieren sollte. Dass die Aussparung im Kopf dann auf der rechten Seite liegt und die Kamera für das Portraitformat im Uhrzeigersinn um 90 Grad (oder etwas mehr, wenn man möchte) mag dann aus gegebenen Platzgründen unvermeidbar sein. Bleibt man bei keiner gewählten Einstellung bleibt die Libelle der Wasserwaage in der Stellung unbenutzbar. Möglicherweise ist meine Vorgehensweise ja exotisch, aber der Kollege, dessen Studio ich habe benutzen dürfen, war ähnlich unschlüssig und die lustige Anleitung brachte kaum mehr Licht in die Sache.

Doch verlassen wir den kleinen Schattenwurf, denn hiervon abgesehen ist der Stativkopf ein echter Malocher. Scheinbar unerschütterlich tut er wie aufgetragen, die Kugel läuft samtweich, lässt sich bombenfest arretieren, die Friktion ist darüber hinaus wunderbar dosierbar. Auch die Aufnahme der Stativplatten macht einen so soliden Eindruck, dass ich auch einmal das ganze Ensemble inklusive Kamera auf die Schulter nehme und zum nächsten Ort laufe – ohne ständig darauf zu lauschen, ob nicht doch etwas auf den Boden schlägt. Das ist ein Vertrauensbeweis meinerseits – ein großer!

Sony SLT-A35 – der halbdurchlässige Einsteiger

Sony SLT-A35

Handlich, leicht und mit dem Minolta- beziehungsweise Sony-Bajonett ausgestattet – es klang nach einer Reise- und Backup-Kamera für den Autoren dieses Blogs. Also habe ich bei Sony gefragt, ob ich mir die im Juni vorgestellte A35 einmal etwas genauer anschauen dürfte und man zögerte nicht und stellte mir die SLT-A35Y leihweise zur Verfügung.

Die Kamera erreichte mich also im Bundle aus Body, dem 18-55mm-Objektiv sowie dem 55-200mm-Telezoom. Beim Auspacken keine großen Überraschungen, wenn man von der Leichtigkeit des Gehäuses (415 Gramm ohne Akku und Karte) einmal absieht – die Objektive erhöhen das Gewicht nur marginal. Die haptische Qualität einer Alpha 850 zu erwarten, wäre vermessen – sollte die Kamera doch leicht sein. Die objektivseitigen Anschlüsse aus Kunststoff waren mir dann doch etwas zu konsequent, aber das sieht bei den Mitbewerbern selten anders aus.

No Stranger
1/400, f/1.4, Sigma 1.4/85mm, ISO 100

Die Leistungsdaten mit einen APS-C-Sensor (16,2 Megapixel), einer Serienbildfunktion von bis zu 7 Bildern pro Sekunde, Verschlusszeiten zwischen 1/4000s und 30s, sowie einer hohen Empfindlichkeit von bis zu ISO 12800 lassen von dieser SLT auf den ersten Blick Qualitäten einer DSLR erwarten, wenn sie auch in den Abmessungen eher einer Panasonic Lumix G2 entspricht und für meine großen Hände fast etwas zu klein ausfällt. Die Regierung des Hauses empfand die Abmessungen dagegen als sehr angenehm.

Die Bedienung der A35 stellte den Autoren dann nur vor überschaubare Rätsel, da mit Kameras von Konica Minolta und Sony soweit vertraut. Der Umstand, dass das Einstellungsmenü aber zweigeteilt ist und durch zwei verschiedene Knöpfe (Menü und Funktion) aufgerufen werden muss, irrtierte anfangs dann schon.

Das Fehlen des zweiten Rädchens, mit dem man Blende und Verschlusszeit manuell einstellen könnte, erscheint obligatorisch und muss wohl hingenommen werden, wenngleich es für mich deutliche Abstriche in der Bedienerfreundlichkeit bedeutet. Zwar kann man die Funktionsbelegung des Rads per Knöpfendruck ändern, aber das musste ich erst erforschen und nachschlagen.

KP Rider
1/160, f/2.8, Minolta 2.8/24mm, ISO 100

Obwohl es sich um das Einstiegsmodell in die SLT-Klasse handelt, vermisse ich außerdem, dass sich das Hauptdisplay klappen lässt. Sowohl die NEX-Reihe als auch verschiedene Mitbewerber halten dieses nützliche Ausstattungsmerkmal vor, das bei Sony erst mit der größeren A55 angeboten wird und beim direkten Vorgängermodell Sony SLT-A33L. Scheinbar hat die 33er dem nächst größeren Modell doch etwas zu sehr das Revioer streitig gemacht.

Sony bewirbt die neue Reihe von SLT-Kameras mit dem teildurchlässigen und feststehendem Spiegel. Als großer Anhänger optischer Sucher war ich natürlich skeptisch, wie sich dieser digitale Sucher in der Praxis schlagen würde, wo alleine der Autofokus-Sensor mit dem Licht arbeitet, welches der Spiegel nach oben lenkt.

Lichtermeer
1/1000, f/1.7, Minolta 1.7/50mm, ISO 100

Zwar scheint der AF wunderbar schnell, aber der Verlust des optischen Sucherbildes ist zumindest sehr gewöhnungsbedürftig. Besonders bei starkem Sonnenlicht kann der in der Werkseinstellung leider recht dunkle Xtra-Fine LCD-Sucher nicht mit dem althergebrachten Prinzip mithalten und auch bei schneller Bewegung der Kamera (z.B. Mitzieher) ruckelt das Bild merklich. Wenngleich man durch die neue Technik leichte Vorteile bei Dunkelheit hat, ein mechanisches Verschleißteil ausgeschaltet wird, die Serienbildgeschwindigkeit steigt und der Autofokus schnell arbeitet – ich bin dem optischen Bild irgendwie zu sehr verhaftet. Mal schauen, was die neuen Digitalsucher bringen!

Unter den Tisch fallen soll jedoch nicht die erfreuliche Funktion, verschiedene Gitternetzlinien einblenden zu können, auch eine elektronische Wasserwaage soll es geben, doch habe ich sie nicht gewissenhaft genug gesucht, weil mir die Gitterlinien schon ausreichen.

S O S
1/1000, f/1.4, Sigma 1.4/85mm, ISO 100, 15 images (Brenizer Methode)

Was jedoch trotz des nach jeder Aufnahme kurzzeitig dunklen Displays gut funktioniert, ist die Erstellung von mehrreihigen Panoramen (Brenzier-Methode). Bei anderen Kameras, wie zum Beispiel der NEX-3 bleibt es zu lange dunkel, um schnell und flüssig die bis zu 40 Bilder ein mehreren Zeilen aufzunehmen. Auch mit dem nur kleinen Sensor im Vergleich zur sonst genutzten Vollformat-Alpha gelingt das Spiel mit der geringen Schärfentiefe sehr gut, wie das obige Bild zeigt.

sony lumix

Mit der Bildqualität bin ich durchaus einverstanden, schon mit den mitgelieferten Linsen kann man recht ordentliche Ergebnisse erzielen, ohne damit jedoch Micro Four Third-Kameras mit kleinerem Sensor entschieden in die Schranken zu verweisen – mit höherwertigen Objektiven unterstreicht die A35 dann aber, dass sie tatsächlich auf DSLR-Niveau spielen kann. Ich habe neben den Kit-Linsen meine Scherben von Sigma, Carl Zeiss und Minolta durchprobiert und könnte mit die A35 durchaus als Backup für die Vollformat vorstellen oder als Reisekamera mit einem Minolta 2.8/24mm beziehungsweise dem 1.7/50mm, die auf dem Gebrauchtmarkt zu Preisen zwischen 250 und 100 Euro noch gut zu finden sind.

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Sony SLT-A35K (mit 18-55mm Objektiv)
Sony SLT-A35 (nur Gehäuse)
Sony SLT-A35Y (mit 18-55mm und 55-200mm)

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