DOM 1600

In the Light

Kein Historiendrama über den Dom-Bau von 1600 n. Chr. – eine solche Kirche haben wir in Hamburg auch nicht mehr. Der DOM ist das große Volksfest an der Elbe – neben dem Hafengeburtstag natürlich. Wie schon der letzte Beitrag auf dieser Seite vermuten ließ, habe ich auch vergangene Woche an dem kleinen und zwanglosen Fotowalk über das Heiligengeistfeld teilgenommen, nur nicht alleine mit einer Digitalkamera, sondern eben auch mit der analogen Minolta 9000.

Bahnhofsschlund

Gestern nun standen wir über dem Leuchttisch des Szenetreffs (Foto Köhler, Bahrenfelder Straße) mit betretenen Minen und haderten mit der Belichtung so einiger Bilder auf dem Fujifilm Neopan 1600. In der Tat zeigte der Streifen auch deutlich ausgewogenere Aufnahmen, doch gescannt habe ich bislang nur Bilder mit extremen Kontrasten. Ich will es nicht “film noir” nennen, aber mißlungen finde ich sie dann auch nicht.

Photo of Photographers in Action Laternenbude

Bissiges vom Jahrmarkt

Und der Haifisch, der hat Zähne ...

Es ist ein immer wiederkehrendes Ereignis in der unglaublich vernetzten Welt Hamburger Fotofreunde: DOM – the day before. Am Tage vor der Eröffnung des großen Volksfestes streunen Gruppen von sehr gut ausgerüsteten Fotofreunden und Innen über das Heiligengeistfeld und machen zu Belustigung der Schausteller Fotos von den Geschäften. Das ist eine Win-Win-Sache.

Grüne Häubchen

Ich hatte also die Alpha 850 plus reichlich Glas und eine Minolta 9000 eingepackt in die Think Tank UD 30 oder so, die ich am Ende gebraucht erwerben sollte, und hatte mich dem Tross angeschlossen in der Hoffnung, den fotografischen Blues, der mich seit einiger Zeit quält, zu überwinden. Ich war überausgerüstet! Der Wühlerei in der Tasche mit zwei Bodies und vier Objektiven ist der Kabelauslöser zum Opfer gefallen, weil er mir bei der Umräumerei aus der Tasche gefallen ist. Schlimmer wiegt aber der Umstand, dass ich den Neopan 1600 in der Minolta nicht vollbekommen habe – auf den war ich doch so gespannt. Es kommt also noch was nach. Verdammte Axt.

Käferspiegelung America Kettenfisch

Blackbird.plastic und Autos

Half Car

Es wurde mal wieder Zeit, dass die Kamera weg vom Objekt der heißen Begierde auf das Wesentliche zurechtgestutzt wird: auf das Dasein als Werkzeug. Meine kleine Superheadz Blackbird.fly ereilte nun dieses Schicksal, und – Leute! – sie ist ein beschränktes Werkzeug! Die kleine Fake-TLR aus Plastik kann nicht viel mehr als ein Schraubenzieher, bietet eine Verschlusszeit plus B, angeblich zwei Nuancen von Blende und der Sucher ist eine plastikgewordene Annahme – die Linse ist übrigens auch Plastik und das ist auch gut so.

Spiegelnd

Nachdem k_k per flickr-Gruppe – ich sprach davon – zum Schwenk mit Toycameras aufgefordert hat und sich der Autor dieser Zeilen für den roten schwarzen Vogel und eine Stereo-Holga hat entscheiden können, stiefelten wir bei gutem Sonnenwetter auch recht vergnügt durch die Straßen und knipsten hier und da herum. Für mich ergab sich nun nahe dem In-Restaurant Bullerei am Bahnhof Sternschanze der Parkplatz als Ort der guten Motive, was kaum jemanden mehr überraschte als mich selbst. Hier seien also zwei Fotos von Autos vorgestellt, die dank Licht, dank Blackbird, dank Kodak VR 200 und auch dank eines zuversichtlichen Fotografen eben diesem gefallen.

Den Film hatte ich übrigens ohne Maske in der Blackbird.fly belichtet, sodass das Licht auch die Ränder erwischte, doch dann wurde mir das Scannen eben dieser Auswahl zu aufwändig, was meiner Ansicht nach nicht sehr lomographisch ist. Plastik, Billigfilm und der platteste Scan-Treiber. So soll es sein und so ist es nun auch.

Light on? Doppelt angedroht Smoky

Eisenbahnromantik – Workingmen-Style II

Holy Metapartikel

Verachtet die alten Schätzchen nicht – so hätte ich diesen Beitrag auch nennen können, doch einerseits hatte ich den ersten Teil der Eisenbahnromantik bereits veröffentlicht und so die berechtigte Erwartung auf einen zweiten Teil geschürt, außerdem könnte diese Überschrift mißverstanden werden wenn mein geschätzter Fotofreund Daniel den Titel ziert. Workingmen-Style also!

Snake Steel

Zum Ausflug wurde schon soweit alles gesagt, nun also zum schwarz-weißen Festival der Sinne. Neben meiner Dynax 7D hatte ich auch noch mein Konfirmationsgeschenk von anno 1988, eine Minolta AF 5000, eingepackt, entschied mich dann vor Ort gegen einen Rollei Redbird und für den Ilford XP2, der noch in meinem Kühlschrank gelegen hatte.

Nachdem ich die entwickelten Streifen vom Szenetreff abgeholt hatte, machte mich mich bald ans Scannen und ich muss sagen, dass ich die 5000 viel zu lange und zu unrecht habe links liegen lassen. Sie macht doch mehr als passable Aufnahmen. Wenn man nun noch überlegt, dass das damalige Spitzenmodell, die 9000, heutzutage für schmales Geld in der Bucht zu haben ist … Verrückte und irgendwie auch undankbare Zeit!

12:00 Stullentransfer Schwarz-weißes Farbenmeer

Eisenbahnromantik – Workingmen-Style I

Two Lines

Ich kann mit Sonnenuntergängen eigentlich gar nichts anfangen, Kitsch und Postkartenromantik sind mir eigentlich völlig zuwider, doch manchmal kann man sich diesem nicht entziehen, dazu bedarf es nicht einmal eines guten Essens und einer charmanten Gesellschaft am Hafen von Naxos. Die Umstände dieses Ausfluges im “Making of“.

Mehrschichter

Im Szenetreff Foto Köhler machte man mich also vor einiger Zeit auf den großen Maschener Rangierbahnhof südlich von Hamburg aufmerksam, und so initiierte ich via unserer flickr-Gruppe einen Fotoausflug auf die große Straßenbrücke, die das Areal überspannt. Wir hatten angenommen, dass die Sonne dem Tage gegen 21:45 Uhr Lebewohl sagen würde und damit alsbald Gelegenheit hätten, das allein durch künstliches Licht erhellte Gelände mit kernigen Langzeitbelichtungen auf Chip und Film zu bannen – nur wurde es nicht wirklich dunkel und so wurde es mehr das Einfangen von Farbspielen, was einen Strich durch mein schwarz-weißes Vorhaben zu machen schien. Meinen Ilford XP-2 aus der Minolta 5000 darf ich morgen abholen und werde dann mein Urteil fällen, die Ergebnisse aus der Konica Minolta Dynax 7D darf ich heute schon vorlegen.

Rote Gleise Doppellok Rausch der Geschwindigkeit

Unentschlossener Hafenschwenk

Schiff im Dock

Mein Bruder hat ein knapp umgrenztes Feld von Orten, die ihn interessieren. Mit dem Dunstkreis der Elbe macht man ihm eigentlich immer eine Freude und da ich gerne mit meinem Bruder etwas unternehme, ließ ich mich auf seinen Vorschlag, an die Hamburger Landungsbrücken zu ziehen, gerne ein. Ich wollte doch noch einen 400er S/W-Film in meiner alten Minolta 5000 ausprobieren, den ich natürlich daheim beim Umpacken der Fototaschen vergessen hatte. Es blieben Dynax 7D und natürlich – als Weitwinkelersatz – meine Sigma DP1s. Man fotografiert also digital, wenn man den Film daheim vergessen hat. Früher hat man dann einfach gar nicht fotografiert.

Promenade

Vielleicht hätte ich es ja auch sein lassen sollen, aber inspirationstechnisch spielte ich dieser Tage den Blues und Motive, die ich so gerne ablichten würde, sind nur per langer Flugreise zu erreichen und in Japan und das bringt auch nicht weiter.

Ich versuchte mich also doch, pöbelte innerlich, dass der Autofocus der Dynax nicht so wollte, wie ich, als es dunkel geworden war. Das händische Einstellen ging nicht zuletzt ob des zu kleinen und zu fragilen Stativs nicht wunschgemäß und dann fehlten mir die Motive, weil ich nicht einfach kopieren wollte, was an den Souvenierständen als Postkarten veräußert wird – ein bisschen was, ist dann am Ende doch dabei herausgekommen und eine Bluesplatte werde ich wohl nicht mehr aufnehmen, obwohl ich B.B. King schon zweimal im Konzert gesehen habe.

Ein letztes, nicht zu unterschlagendes Handicap war außerdem die Angewohnheit meines Bruders, sofort weiter zu stürmen – “eilen” würde dem nicht gerecht werden -, sobald er meinte, sein Bild im Kasten zu haben. Ich möchte es einmal “ruhelos” nennen – einfach so.

Groschengräber Hanging around Beleuchtet Promenade

Walking around the Lokschuppen

Die Flucht

Vor einigen Wochen hatte ich ja schon einmal das Glück gehabt, einen Teil des alten Bahngeländes am Bahnhof Altona in Hamburg besuchen zu dürfen (Blogpost vom 29.03.) und nun machte ich mich zum zweiten Mal dorthin auf, hatten doch auch die geschätzten Herren Stilpirat, Metapartikel und PatrickHH ein großes Interesse daran, den Ort abzulichten. Während erstgenannte Mitglieder unserer kleinen Reisegruppe digitale Vollformatkameras eingepackt hatten und Patrick mit einer wunderschönen Pentax 67 aufwartete, fühlte ich mich mit Konica Minolta Dynax 7D, Sigma DP1s und Actionsampler erst etwas falsch gekleidet, aber dieser Gedanke war schnell verflogen.

Kontrollturm

Anders, als bei meinem ersten Besuch kamen wir nun auch in einen Komplex von offensichtlich ehemaligen Lokschuppen hinein und das war natürlich eine ganz besonders interessante Lo(k)ation, wie man ob der grässlich oft benutzen Anglizismen in unserem Sprachgebrauch gar wortwitzig sagen kann. Ich habe in den Hallen eine ganze Menge Belichtungsreihen mit der Dynax geschossen, daheim am Rechner auch einige HDRIs zusammengestellt und am Ende empfand ich diesen Effekt dann als viel zu synthetisch. Ich ließ es also und beschränkte mich bei den Innenaufnahmen vorwiegend auf die Sigma, deren Bilder ich wieder einmal ins s/w umwandelte, doch auch die “einfachen” Aufnahmen mit der Minolta brachten recht gute Ergebnisse – der Film aus der Actionsampler geht heute in die Entwicklung.

Lichteinfall Linien + Rail & Sperrmüll Hinter Gittern ICE am Fenster
Sunshine Gesichtsloser Clown

Gimme Shelter – Gruppenreise

Bunkerwarts Schlüsselbrett

Lange hatte man sich auf diesen Termin vorbereitet, schon im letzten Jahr wurde der Ausflug in den ABC-Schutzraum Hachmannplatz am Hamburger Hauptbahnhof geplant. Nun standen am letzten Sonntag über zwanzig Fotofreunde plus Dame bereit, um sich vom Verein unter-hamburg e.V. in die Geschichte des Kalten Krieges einführen zu lassen und dann schließlich im Komplex auf Motivsuche zu gehen.

Dusche mit Telefon

Ich hatte mich mit kleinem Gepäck aus einer Nikon D40 (mit 18-55mm kit, Lensbaby und Lens in a Cap) sowie meiner Zenit FS-12 (mit Pentacon auto 2.8/29mm und Fuji Neopan 1600) auf den Weg in die beklemmenden Räumlichkeiten gemacht und war lange auf der Suche nach wirklich reizvollen Motiven. So faszinierend die Stimmung im Bunker war, so wenig sollte sich für mich finden lassen. Gestützt wird diese These durch den Umstand, dass viele Fotografen die identischen Motive gewählt hatten. Das schmälert das Erlebnis und den Dank an Organisator Daniel jedoch nicht! Ich bin nun gespannt, wie die analogen Bilder geworden sind – der grobkörnige Schwarz/Weiß-Film dürfte noch am besten passen.

Mit Bleistift vorgezeichnet Für die Kinder das Beste Russe im Bunker!

Anempfohlen sei noch unbedingt ein Blick in die flickr-Gruppe Hamburg Fototreffen mit vielen sehenswerten Bildern der anderen Teilnehmer.

Verdammt kitschige Docklands

Blauer Himmel satt

Da stand er also – an: der Spaziergang mit der fotografischen Rackertruppe am Hamburger Elbufer. Weitschweifende Pläne wurden geschmiedet, man würde vom Altonaer Fischerreihafen über den Fischmarkt durch den Alten Elbtunnel maschieren, um dann schließlich vom südlichen Ufer schöne Hamburg-Panoramen zu machen – nachdem die Docklands ausgibigst bei allen denkbaren Abendlichtern auf Chips und Filme gebannt war, schaffte es der wackere Tross nur noch bis in Slattery´s Irish Pub.

Gespiegelter Abendhimmel ohne Rotwein

Es war wohl bisher der touristischte, der kitschigste, der offensichtlichste Fotowalk des Autoren. Es war schwer, eigene Motive zu finden, wenn rund zehn Fotografen durch die Gegend ziehen, man inspirierte sich gegenseitig oder klaute die Idee des Anderen, wie z.B. dieses Bild vermuten lässt. Ich bin sehr stolz darauf, dass ich obiges Bild wohl alleine gemacht habe, den unteren Ausschnitt hatte ich vom mit einer schönen Hasselblad bestückten Kollegen Stilpirat (Danke nochmals für die beirette K100!) gestohlen inspiriert ausgewählt.

Dicke Eier Kräne statt Palmen Kein Bauwerk der Inka Die Welt steht Kopf Ein Fluss glatt wie Eis Fenster zur Unterwelt

Perle der Elbe – Altenwerder II

Dead End

In Teil I dieser Triologie über Altenwerder wurde schon dieses und jenes über den Ausflug in den zugunsten des Hamburger Hafens aufgegebenen Ort berichtet. Nur noch Kirche und Teile des Friedhofs sind übrig und ein paar Spuren am Wegesrand, so wie obige Schranke oder der Schalt- oder sonstwas-Kasten unten.

Kein Anschluss

Von dem Maleur des leeren Akkus und dem somit auch etwas erzwungenen Umstiegs von der Konica Minolta Dynax 7D auf die Minolta 5000 hatte ich bereits geschrieben. In der Kamera eingelegt ein ADOX CHS 50 Kleinbildfilm, was das Gerät nicht daran hinderte, darauf zu bestehen, dass es ein Film mit ISO 200 sei – da ließ sie auch nicht mit sich verhandeln. Ich gab den Film also unter Angabe des Disputs zwischen Mensch und Technik bei Foto Köhler in Altona ab und heute endlich konnte ich die Ware scannen: in der Tat hatten die Bilder das Flair der 1950er Jahre und das in einer Spielreflexkamera von 1988.

Gefallenendenkmal I Gefallenendenkmal II Schönheit bahn sich ihren Weg

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