Spinner Moto

Ich hatte ja vor einigen Tagen ein Panorama-Bild aus New York auf meiner Festplatte gefunden und war plötzlich ganz angetan von der Weite des Feldes und zeigte mich sehr entschlossen, es weiter zu betreten. Eine Fuji 617 oder eine Hasselblad X-Pan schien gerade nicht erschwinglich, eine Horizon hatte ich schon einmal ausprobiert und dann kam letzte Woche in einem Newsletter von den Lomographen die Ausgeburt des Panoramas: Brummkreiselknipsen mit Motor.

Da nach dem großen Philosophen Tim Taylor alles einen Motor braucht und ich mir lebhaft vorstellen kann, dass der Einsatz der Spinner 360° auf Stativ mit Fernbedienung einiges möglich macht, ließ ich mir das Set mal schicken und hoffe nun auf das Zusammentreffen von Zeit und akzeptablem Wetter und neun Batterien, die ich brauche. Hope on!

Manfrotto 055 Kugelkopf im Alltag

Orange Punkte und Flächen

Vor einigen Monaten schickte Manfrotto mir einige Informationen zur neuen Stativkopffreihe aus Magnesium und da ich ja ein neugieriger und sehr aufgeschlossener Zeitgenosse bin, ließ ich mir den “055 Magnesium Kugelkopf mit 200PL” ins Haus schicken, um ihn genauer unter die Lupe zu nehmen. Mein Dank geht dafür an Manfrotto, das mich nach meinem Urlaub mit dem Testkandidaten erfreute.

Cam at Work

Mit einem Gewicht von 883 Gramm kommt der Neue etwas wuchtiger daher als mein bisher benutzter 498RC2, der mit 616 Gramm (jeweils inklusive Stativplatte) etwas schlanker ausfällt, aber im Gegensatz zum 055, der auf 12 kg ausgelegt ist, laut Hersteller “nur” bis 8 kg belastbar ist. Beides erscheint mir für Vollformat-DSLR oder analoge Mittelformat ausreichend und diese beiden Kamera-Typen werden auch recht gleichberechtigt benutzt, was vom 055er Universalqualitäten verlangt.

Klar ist auch, dass ein so kräftiger Kopf einen entsprechenden Unterbau benötigt und da ich kein Betonfundament zur Hand hatte, nahm ich mein treues Berlebach Report 3002-Holzstativ, das mit den 2,80 kg Eigengewicht plus Kopf und schließlich Kamera erst durch einen mittelmäßigen Tropensturm zu erschüttern sein wird.

Standhaft

Nun habe ich diese Kombination seit einigen Wochen im Gebrauch und muss einräumen, dass sie mir für den schnellen Schwenk oder einen längeren Walk per pedes dann doch etwas zu schwer ist und in solchen Fällen das Carbon-Stativ den Vorzug erhält. Im Studio aber vertraue ich auf die Standfestigkeit, ebenso – soweit möglich – an der Elbe und natürlich bei der Nutzung des Nodal Ninja-Panoramakopfes, den ich zuletzt in erster Linie für 360 Grad-Panoramen und Aufnahmen nach der Brenzier Methode bei wenig Licht eingesetzt habe.

Schräghaltung

Etwas martialisch in der Anmutung macht der neue Kopf einen hochwertigen Eindruck, wenngleich mich die Gestaltung der sauber arbeitenden Bedienungselemente etwas ratlos zurücklässt. Bei der Nutzung einer DSLR halte ich die Kamera bei der Ausrichtung mit der rechten Hand und fixiere die Kugel dann mit dem großen Hebel an der linken Seite – die Form dessen suggeriert mir aber, dass ich mit Rechts fixieren sollte. Dass die Aussparung im Kopf dann auf der rechten Seite liegt und die Kamera für das Portraitformat im Uhrzeigersinn um 90 Grad (oder etwas mehr, wenn man möchte) mag dann aus gegebenen Platzgründen unvermeidbar sein. Bleibt man bei keiner gewählten Einstellung bleibt die Libelle der Wasserwaage in der Stellung unbenutzbar. Möglicherweise ist meine Vorgehensweise ja exotisch, aber der Kollege, dessen Studio ich habe benutzen dürfen, war ähnlich unschlüssig und die lustige Anleitung brachte kaum mehr Licht in die Sache.

Doch verlassen wir den kleinen Schattenwurf, denn hiervon abgesehen ist der Stativkopf ein echter Malocher. Scheinbar unerschütterlich tut er wie aufgetragen, die Kugel läuft samtweich, lässt sich bombenfest arretieren, die Friktion ist darüber hinaus wunderbar dosierbar. Auch die Aufnahme der Stativplatten macht einen so soliden Eindruck, dass ich auch einmal das ganze Ensemble inklusive Kamera auf die Schulter nehme und zum nächsten Ort laufe – ohne ständig darauf zu lauschen, ob nicht doch etwas auf den Boden schlägt. Das ist ein Vertrauensbeweis meinerseits – ein großer!

Sony SLT-A35 – der halbdurchlässige Einsteiger

Sony SLT-A35

Handlich, leicht und mit dem Minolta- beziehungsweise Sony-Bajonett ausgestattet – es klang nach einer Reise- und Backup-Kamera für den Autoren dieses Blogs. Also habe ich bei Sony gefragt, ob ich mir die im Juni vorgestellte A35 einmal etwas genauer anschauen dürfte und man zögerte nicht und stellte mir die SLT-A35Y leihweise zur Verfügung.

Die Kamera erreichte mich also im Bundle aus Body, dem 18-55mm-Objektiv sowie dem 55-200mm-Telezoom. Beim Auspacken keine großen Überraschungen, wenn man von der Leichtigkeit des Gehäuses (415 Gramm ohne Akku und Karte) einmal absieht – die Objektive erhöhen das Gewicht nur marginal. Die haptische Qualität einer Alpha 850 zu erwarten, wäre vermessen – sollte die Kamera doch leicht sein. Die objektivseitigen Anschlüsse aus Kunststoff waren mir dann doch etwas zu konsequent, aber das sieht bei den Mitbewerbern selten anders aus.

No Stranger
1/400, f/1.4, Sigma 1.4/85mm, ISO 100

Die Leistungsdaten mit einen APS-C-Sensor (16,2 Megapixel), einer Serienbildfunktion von bis zu 7 Bildern pro Sekunde, Verschlusszeiten zwischen 1/4000s und 30s, sowie einer hohen Empfindlichkeit von bis zu ISO 12800 lassen von dieser SLT auf den ersten Blick Qualitäten einer DSLR erwarten, wenn sie auch in den Abmessungen eher einer Panasonic Lumix G2 entspricht und für meine großen Hände fast etwas zu klein ausfällt. Die Regierung des Hauses empfand die Abmessungen dagegen als sehr angenehm.

Die Bedienung der A35 stellte den Autoren dann nur vor überschaubare Rätsel, da mit Kameras von Konica Minolta und Sony soweit vertraut. Der Umstand, dass das Einstellungsmenü aber zweigeteilt ist und durch zwei verschiedene Knöpfe (Menü und Funktion) aufgerufen werden muss, irrtierte anfangs dann schon.

Das Fehlen des zweiten Rädchens, mit dem man Blende und Verschlusszeit manuell einstellen könnte, erscheint obligatorisch und muss wohl hingenommen werden, wenngleich es für mich deutliche Abstriche in der Bedienerfreundlichkeit bedeutet. Zwar kann man die Funktionsbelegung des Rads per Knöpfendruck ändern, aber das musste ich erst erforschen und nachschlagen.

KP Rider
1/160, f/2.8, Minolta 2.8/24mm, ISO 100

Obwohl es sich um das Einstiegsmodell in die SLT-Klasse handelt, vermisse ich außerdem, dass sich das Hauptdisplay klappen lässt. Sowohl die NEX-Reihe als auch verschiedene Mitbewerber halten dieses nützliche Ausstattungsmerkmal vor, das bei Sony erst mit der größeren A55 angeboten wird und beim direkten Vorgängermodell Sony SLT-A33L. Scheinbar hat die 33er dem nächst größeren Modell doch etwas zu sehr das Revioer streitig gemacht.

Sony bewirbt die neue Reihe von SLT-Kameras mit dem teildurchlässigen und feststehendem Spiegel. Als großer Anhänger optischer Sucher war ich natürlich skeptisch, wie sich dieser digitale Sucher in der Praxis schlagen würde, wo alleine der Autofokus-Sensor mit dem Licht arbeitet, welches der Spiegel nach oben lenkt.

Lichtermeer
1/1000, f/1.7, Minolta 1.7/50mm, ISO 100

Zwar scheint der AF wunderbar schnell, aber der Verlust des optischen Sucherbildes ist zumindest sehr gewöhnungsbedürftig. Besonders bei starkem Sonnenlicht kann der in der Werkseinstellung leider recht dunkle Xtra-Fine LCD-Sucher nicht mit dem althergebrachten Prinzip mithalten und auch bei schneller Bewegung der Kamera (z.B. Mitzieher) ruckelt das Bild merklich. Wenngleich man durch die neue Technik leichte Vorteile bei Dunkelheit hat, ein mechanisches Verschleißteil ausgeschaltet wird, die Serienbildgeschwindigkeit steigt und der Autofokus schnell arbeitet – ich bin dem optischen Bild irgendwie zu sehr verhaftet. Mal schauen, was die neuen Digitalsucher bringen!

Unter den Tisch fallen soll jedoch nicht die erfreuliche Funktion, verschiedene Gitternetzlinien einblenden zu können, auch eine elektronische Wasserwaage soll es geben, doch habe ich sie nicht gewissenhaft genug gesucht, weil mir die Gitterlinien schon ausreichen.

S O S
1/1000, f/1.4, Sigma 1.4/85mm, ISO 100, 15 images (Brenizer Methode)

Was jedoch trotz des nach jeder Aufnahme kurzzeitig dunklen Displays gut funktioniert, ist die Erstellung von mehrreihigen Panoramen (Brenzier-Methode). Bei anderen Kameras, wie zum Beispiel der NEX-3 bleibt es zu lange dunkel, um schnell und flüssig die bis zu 40 Bilder ein mehreren Zeilen aufzunehmen. Auch mit dem nur kleinen Sensor im Vergleich zur sonst genutzten Vollformat-Alpha gelingt das Spiel mit der geringen Schärfentiefe sehr gut, wie das obige Bild zeigt.

sony lumix

Mit der Bildqualität bin ich durchaus einverstanden, schon mit den mitgelieferten Linsen kann man recht ordentliche Ergebnisse erzielen, ohne damit jedoch Micro Four Third-Kameras mit kleinerem Sensor entschieden in die Schranken zu verweisen – mit höherwertigen Objektiven unterstreicht die A35 dann aber, dass sie tatsächlich auf DSLR-Niveau spielen kann. Ich habe neben den Kit-Linsen meine Scherben von Sigma, Carl Zeiss und Minolta durchprobiert und könnte mit die A35 durchaus als Backup für die Vollformat vorstellen oder als Reisekamera mit einem Minolta 2.8/24mm beziehungsweise dem 1.7/50mm, die auf dem Gebrauchtmarkt zu Preisen zwischen 250 und 100 Euro noch gut zu finden sind.

Die Kamera bei amazon.de

Sony SLT-A35K (mit 18-55mm Objektiv)
Sony SLT-A35 (nur Gehäuse)
Sony SLT-A35Y (mit 18-55mm und 55-200mm)

Sony NEX-C3 – ein Blick drauf

NEX-C3

Kein Jahr, nachdem ich meine Sony NEX-3 stolz und glücklich aus dem Fotofachgeschäft getragen hatte, war vergangen und schon kündigte der japanische Hersteller das Nachfolgemodell an. Eigentlich hatte ich zuvor auf neue Objektive gehofft und nervte Sonys geduldige und freundliche PR-Abteilung nun mit der Frage, wann denn nun mit dem 24mm Zeiss zu rechnen sei, doch über eine Ahnung kam ich nicht hinaus. Greifbarer war da schon die NEX-C3 und Sony war so nett mir auch diese Kamera für eine Inaugenscheinnahme vorbei zu schicken.

Was brachte nun die Evolution? – Okay, die C3 bietet mehr Pixel (16 statt 14 MP) an, aber bei einer Crop-Kamera erscheint mir das jenseits der 12 Millionen eher nicht so wichtig. Sie hat neue kreative Funktionen gegenüber dem Auslieferzustand meiner 3er, doch dank des letzten Firmware-Updates ist dieser Vorsprung dahin. Was kann sie also besser als meine kleine “Ratte”?

Kirche ohne Dorf

1/250, f/8.0, 2.8/16 mm, ISO 200

Meine NEX-3 ist fast für jede Schandtat zu haben, sie passt sich an, die Dritthersteller bieten zig Adapter und andere Spielereien. Sie arbeitet mit den NEX-Linsen, eher zögerlich auch mit den Adaptierten von Sony (der Adapter kommt ebenfalls neu und verbessert auf den Markt), jene von Sigma und Minolta bleiben nur manuell fokussierbar, so dass der Schritt zu den M42er Takumaren und Pentagons nicht mehr weit ist, auch die billige HOLGA-Linse erträgt sie. Mit guten Objektiven ist meine NEX wirklich gut. Sie ist klein, verkommt dabei manchmal zum “Haltegriff” für dicke Gläser, liegt aber gut in der Hand, ist so ergonomisch, wie ultrakompakt erlaubt.

Das ist die C3 leider nicht. Sie ist erneut geschrumpft auf ein Maß, dass für größere Hände einfach zu klein ist. Das Schrumpfen mag man fast noch verstehen, wenn man nur mit dem 16mm Pancake arbeitet, aber sobald größere Linsen, wie das 18-55mm, angesetzt werden, ist es – höflich gesagt – albern. Während man beim Vorgänger mit einer Hand am Batteriefach noch Halt findet, ist es nun fast wegrationalisiert. Konnte man bei der 3er noch die SD-Karte wechseln wenn die Kamera mit einer Stativplatte versehen war, muss man die Platte nun entfernen, weil das Kartenfach in die Mitte gewandert ist und sich so nicht öffnen lässt.

Der Verzicht geht weiter, denn leider verzichtet Sony auch bei der Neuauflage des Einstiegsmodells auf die Buchse für den Kabelfernauslöser und auch Infrarot ist nicht mit an Bord, was der NEX-5 erlaubt, per Fernbedienung ausgelöst zu werden. Nichts geändert wurde am Blitzanschluss, der nur das NEX-System aufnimmt und somit leider verhindert, dass man einen optischen Sucher aufsetzt, was aufgrund von Sony Sonderweg eh nur mit einem Zwischenstück funktioniert hätte. Der US-amerikanische Anbieter JTec bietet da zum Glück die “Cold Show Viewfinder Mount” an. Ted Johnson bestätigte mir, dass der Adapter auch mit der NEX-3 funktioniert, wenn man bei der Bestellung um den “Plastik Adapter” bittet. Das dürfte auch bei der C3 zu erfragen sein. Leider ist es Sony nicht darüber hinaus nachhaltig gelungen, das große und bei entsprechenden Lichtverhältnissen brillante Display zu entspiegeln und somit rückt eine solche oben skizzierte Modifikation in den Bereich des Denkbaren.

Rolling Taschenmacher

1/500, f/8.0, 2.8/16 mm, ISO 1600

Fazit: Die Sony NEX-C3 ist eine gute Kompaktkamera, doch mir persönlich ist sie zu klein geworden und ich hatte über das Facelift hinaus doch noch einige Features erhofft, die dem Potential entsprechen. Einen elektronischen Sucher gibt es in Zukunft für den NEX-5-Nachfolger und einen großen Sprung macht dann die NEX-7, auch preislich. Ich bin gespannt und auch ein bisschen aufgeregt.

Die Daten der NEX-C3 noch einmal zum Angeben: 16,2 Megapixel Exmor APS-C HD CMOS Sensor, 5,5 Serienbilder pro Sekunde, Verschlusszeiten von 1/4000 bis 30s, bis zu ISO 12800, Leergewicht 225 Gramm.

Die Kamera bei amazon.de

Sony NEX-C3DB (mit 16mm und 18-55mm Objektiv)
Sony NEX-C3KB (mit 18-55mm Objektiv)
Sony NEX-C3AB (mit 16mm Objektiv)

Oskar’s One Day Bag Mark II

Tasche seitlich

Es begab sich in New York City – etwas enttäuscht von B&H und dennoch wild entschlossen, eine kleine Fototasche zu erstehen, führte mich mein Weg in den Flatiron District an den Broadway, wo ich, wie in Eastcoast Fotofachgeschäfte skizziert, The Photo Village fand. Ich nannte dem Verkäufer also das Lastenheft, welches forderte, dass die Fuji X100, eine Minolta 9000 plus angesetzer Linse und zweiter Scherbe nebst iPad und Kleinkram mitkamen. Ohne zu zögern zeigte man mir das Black Label Bag Oskar’s One Day Bag Mark II und es passte.

Bloß nicht nach Fotonerd aussehen – das wünscht man sich dann und wann und die Tasche tut ihr bestes. Ganz in schwarz gehalten, mit einem soweit möglich wasserdichten Reißverschluss auf der Klappe, einem Fach innen für Filter, außen eine abnehmbare Tasche und ein Fach mit Putztuch, Faserschreiber und Platz für vier SD-Karten, trägt das BLB nicht allzu dick auf.

Black&Red Bag

Innen findet sich ein komplett herausnehmbares gepolstertes Fach für Kameras und Objektive, davor und dahinter passte das iPad in Schutztasche und auch Hefte in DIN A4 kommen gut mit unter. Für weiteres Zubehör, aber auch Geldbörse, Taschentücher etc. gibt es zwei aufgesetzte Taschen. Selbstverständlich sind die Trennwände der Haupttasche per Klett nach eigenem Gusto positionierbar. Summa summarum eine sehr gute Tasche, die vielleicht nicht ganz so akkurat verarbeitet ist, wie jene von Artisan & Artist, aber mit Crumpler und Consorten kann sie gut mithalten. Ihr Gebrauchswert ist für meine Zwecke ausgesprochen hoch, durch den breiten Gurt trägt sie sich gut. Wer also nicht auf die Idee kommt, eine wirklich große DSLR oder eine Mittelformat damit von A nach B schleppen zu wollen, wird zufrieden sein mit diesem Exoten.

U.a. über ebay ist sie bei The Photo Village zu bekommen. Umgerechnet sind knapp 150,00 Euro plus Versand fällig.

UPDATE: Nun auch beim taschenfreak.de.

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Nach einer Woche mit der Fuji X100

Reisekamera

Was haben sich die Experten und solche, die meinen, Experten zu sein, schon in den letzten Wochen und Monaten zur Fujifilm Finepix X100 öffentlich geäußert. Einige beklagten, die knapp 1000 Euro teure Kamera sie sei ein schwacher Abklatsch einer Leica M9 – für die man allerdings das sieben- bis achtfache würde anlegen müsste. Sie sehen sich ähnlich, beklagte die FAZ vor einigen Wochen, DigitalRev verglich beide Kameras in einem nicht ganz ernst gemeinten Beitrag auf youtube.

Asian Love

Widmen wir uns nun also ganz der X100, die ich recht überraschend etwa zwei Wochen nach der Bestellung beim Foto Gregor in der Hand hielt. Ich hatte sie “zur Ansicht” bestellt und wollte sie dann doch nicht mehr aus der Hand legen. Man packt die Fuji aus einem etwas bemüht edlen Kasten aus und ist von Anfang an absolut begeistert von der Haptik und der Bedienbarkeit der Kamera. Fokus-Modus, Blende, Verschluss und einige weitere Funktionen sind sofort erreichbar. Der Weg ins Menü bleibt einem in vielen Fällen gänzlich erspart, die Wege zu Makroeinstellung, ISO, Drive usw. sind kurz. Schnell schien mir klar, dass ich die Reisekamera gefunden habe.

Dodge

Die kleine Japanerin im Retro Look, der in anderen Spielweisen bereits bei den Analogen Klasse W und S aufgegriffen wurde, ist nicht meine erste Digitale mit Festbrennweite. Ich habe die letzten 1,5 Jahre eine Sigma DP1s genutzt und habe immer einen Sucher vermisst. Man könnte nun natürlich darauf hinweisen, dass es einen Aufstecksucher gibt, aber das ist nicht vergleichbar mit dem wunderbaren Hybridsucher der Fuji. In das optische Sucherbild werden alle nötige Informationen eingeblendet und das ist gerade bei Sonne, wo der elektronische Sucher nicht überzeugt, ein völlig neues Erlebnis (abseits der DSLR-Welt).

Alfa Romeo F12

Die Bildqualität ist für einen Nicht-Vollformatsensor nach meinem persönlichen Ermessen ausgezeichnet und auf den eigenen Eindruck kommt es mir am Ende auch an. Was mir nun nicht ganz so sehr gefallen hat, ist der Umstand, dass sie länger braucht als eine DSLR, um schussbereit zu sein und die knauserige Serienausstattung. Die Gegenlichtblende, die gemeinhin als recht unverzichtbar gilt, schlägt mit etwa 150 Euro zu Buche – sofern lieferbar. Im ähnlichen Preisrahmen bewegt sich auch die Echtleder-Bereitschaftstasche. Allerdings ist derartiges auch nicht im Lieferumfang des vielleicht direkten Konkurrenten Leica X1, die bei einem Neupreis von etwa 1500 Euro zudem ohne Aufstecksucher (280 Euro) kommt, zu finden.

The NEXeffects

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Am gestrigen Montag veröffentlichte Sony für die NEX-Reihe ein Firmware-Update, das sich gewiss auch auf der angekündigten C3 befinden wird. Die Neuerungen umfassen unter anderem einige Effektfilter, die ich hier einmal schnell vorstellen möchte, wenngleich ich in der Regel derartige Verfremdungen lieber in der Nachbearbeitung vornehme, um das “ursprüngliche” Bild auch noch in Petto zu haben – bezeichnenderweise habe ich es in dieser Reihe vergessen.

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Abgelichtet habe ich den Szenetreff Foto Köhler in HH-Ottensen vom Stativ mit folgenden Effekten: Toy, Pos, Pos BW, Pop, Retro, Part R sowie Part G, Part B, Part Y, High Key und High Key BW. Für all jene, die mal schnell einen verfälschten Schnappschuss machen wollen oder wer die Arbeit am Computer nach der Aufnahme scheut, mag das interessant sein. Ich bleibe skeptisch, wie bei der automatischen Lächelreizauslösung oder so.

Sony legt bei den NEX-Evils nach

Dieses Bild unbekannter Herkunft, wenngleich man annehmen darf, dass es aus dem Hause Sony stammt, zeigt den Nachfolger der NEX-3, die ich seit etwa einem halben Jahr mein Eigen nenne. Während meine kleine Reise- und Dabeikamera mit 14,2 Megapixeln aufwartet, soll das neue Modell 16 Millionen Pixel bieten – was kein Quantensprung ist und mich angesichts der gleichen Sensorgröße auch nicht apple’esk nach dem neuen Modell rufen lässt. Ebensowenig gerate ich wegen der eingebauten Bildeffekte – man munkelt von Sepia, Lomo, etc. – in Aufregung, da man das alles in der obligatorischen Nachbearbeitung erledigen kann. Auf sonyalpharumors.com gibt es weitere Bilder dazu.

Was mich an der NEX-Reihe derzeit mehr interessiert, ist das angekündigte Objektivprogramm. Neben einem 3.5/30mm Macro und dem auf dem Wunschzettel für den Weihnachtsmann mit Marker hervorgehobenen 1.7/24mm Zeiss stehen u.a. noch ein Zoom aus der G-Serie und ein 1.8/50mm auf der Roadmap von Sony. Dass Zeiss, Sigma und andere Hersteller ebenfalls Linsen in Aussicht gestellt haben, vermag weiter zu begeistern. Ein Adapter auf normale Systemblitze (mit Sony-Anschluss) würde noch auf meiner Liste stehen, Sucher und Fernauslöseoption lassen sich dagegen wohl nicht mehr nachrüsten. Alles in allem ist Sony aber schon 2010 ein guter Wurf gelungen – NACHTRAG: sieht man von der lächerlich, winzig kleinen ISO-Anzeige ab. Verdammte Axt!

Crazy Lichtdichtungstausch

Lichtdicht

Meine kleine Kamerasammlung umfasst unter anderem auch eine kleine japanische Messucherkamera von Konica. Die Auto S3 hat mit dem 1.8/38mm Hexanon eine durchaus reizvolle Optik zu bieten und verfügt über eine Blendenautomatik. Die Bildqualität ist meiner Ansicht nach eine feine, aber nach nahezu 40 Jahren zeigen sich auch einige Schwächen, so zum Beispiel die Lichtdichtungen, die nun mehr einer teerartigen (farbechten) Masse gleicht als Schaumstoff o.ä.

Wenn man die Kamera also noch ein wenig nutzen kann und das Batterieproblem (die PX 675 gibt es nicht mehr und zu nutze ich eine LR 44) überwunden hat, sollte man über den Austausch der Lichtdichtung nachdenken. Ich habe bei einem großen Online-Auktionshaus den User camerasealkitsandmore ausgemacht, der in seinem Shop Lichtdichtungen für die verschiedensten Analog-Kameras anbietet und eben auch für meine. Nach der Zahlung von knappen 7,50 Euro inklusive Porto und zwei Wochen Wartezeit kamen die Dichtungen und allerlei Hilfsmittel zur Reinigung der Kamera von der Teerproblematik und zum Einsetzen der Neuteile bei mir an. Der Einbau ging anfangs recht leicht von der Hand, nur die größeren Polster links und rechts mussten hineingezwungen werden. So lange sie ihren Job erfüllen, ist das aber zweitrangig. Der erste Film nach Umbau ist drin … ich werde berichten.

Die Sigma DP1s – das unbekannte Wesen

Sigma auf der Kante

Vor etwas mehr als einem Jahr habe ich die kleine puristische Sigma angeschafft, weil ich eine Kompaktkamera suchte, die mir einige Freiheiten und eine gewisse Bildqualität bieten konnte. Wenngleich man mir im Fachhandel andere Kameras hatte verkaufen wollen, fiel die Wahl – vielleicht auch trotzig – auf die DP1s.

In den vergangenen Monaten habe ich immer wieder Anfragen bekommen, ob ich diese Kamera weiterempfehlen würde und ich habe stets erschöpfen Antwort gegeben. Nun erreichte mich erneut die Frage und somit sei ein entsprechender Blogpost verfasst – weniger Test, mehr Rahmendaten und eigener Eindruck.

Wer eine Schnappschusskamera sucht, eine Kamera, die auch Videos in guter Qualität aufzeichnet, ein Pixelmonster mit riesiger Auflösung, eine HDR-Automatik oder ähnliches, der wird mit der DP1s nichts anfangen können. Ausgewiesen ist sie als “point and shot”-Kamera, wobei beides seine Zeit benötigt. Der laute Autofokus braucht einen Augenblick und nach der Aufnahme abzuspeichern erfordert besonders dann einige Geduld, wenn man auf RAW-Daten besteht.

Ich mag die Sigma dennoch sehr. Ich nutze sie zumeist im urbanen Umfeld, wobei auch Landschaften ihr keine Schwierigkeiten bereiten werden. Mit ihrem im Kleinbild 28mm entsprechenden Weitwinkel ist sie weniger für Portraits zu gebrauchen, zumal bei einer Einstiegsblende von 4.0 kernige Tiefenschärfeneffekte nicht aufkommen. Menschen kann man natürlich trotzdem aufnehmen. Wer derartiges möchte, möge sich die DP2s ansehen.

Des gibt also einige Einschränkungen, die mit der längsten Belichtungszeit von 15 Sekunden noch ein weitere Grenze erfährt und dennoch gibt es auch viele Freiheiten: neben Programm-, Blenden- und Verschlussautomatik gibt es auch einen manuellen Modus. Sollte der Autofokus einmal versagen, kann man die Schärfe auch manuell – mit Hilfe einer Vergrößerung – einstellen.

Mit den Bildergebnissen bin ich durchweg zufrieden und mehr als das. Der Foveon-Sensor wird mit 14 Millionen Pixeln angegeben, dieser Wert ist ob der drei Lagen aber durch drei zu teilen, doch ist die Bildqualität ausgesprochen gut. Was die Sigma wohl den allermeisten DSLR-Kameras bis ins Vollformat voraus hat, ist die Möglichkeit, mit ISO 50 aufzunehmen. Allerdings lässt sie sich nur bis ISO 800 hochschrauben und fängt recht zeitig an zu rauschen. Ich habe daher immer ein Gorillapod SLR-Stativ dabei, um nicht in die Verlegenheit zu kommen, die ISO hochzudrehen. Das kann meine Sony NEX-3 deutlich besser.

Zur Bedienung über die Gemächlichkeit hinaus: man kann zwei Softkeys auf der Rückseite frei belegen, die Kennzeichnung der wenigen Knöpfe ist sparsam, der Umstand, dass man vor dem Einschalten die Objektivkappe abnehmen muss, ist schnell verinnerlicht. Bei starken Sonnenlicht ist das Display zwar nicht mehr brilliant, aber noch zu benutzen – einen Aufstecksucher könnte man erwerben, doch der schlägt mit 120-150 Euro zu Buche. Ich konnte mir den Kauf bis dato noch verkneifen.

Bei amazon.de ist die DP1s derzeit ausverkauft, aber es gibt noch das Schwestermodell mit der “Normalbrennweite”: Sigma DP2s Digitalkamera (14 Megapixel, 24.2mm (entsprechend 41mm KB) F2,8 Objektiv, 6,4 cm Display)

Meine mit der Sigma DP1s aufgenommenen Bilder in meinem flickr-Stream.

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