Tokyo Timelapse

Mir wird ja schon immer warm uns Herz, wenn ich Fotos von Tokyo sehe und wenn ich gute Fotos von Tokyo sehe, dann juckt es mich, wieder nach Japan zu reisen und es auch zu versuchen, denn als ich in Japan war, genauer in Tokyo, da habe ich nur belangloses Urlaubsgeknipse vollzogen. Damals reichte es mir, wie ich glaubte, doch als ich wieder daheim war, haderte ich mit der Ausbeute.

Nun ja, “es ist, wie es ist”, wie Stefanie im NDR sagen würde, doch dieses Timelapse-Video von OkometubuY macht mich dann doch etwas unruhig, zumal ich ja schon an diesen Zeitraffern interessiert war, nachdem Paddy und Gunther es einem so schmackhaft gemacht hatten. Für obiges Ergebnis braucht nur viel Zeit, Talent und die richtige Ausrüstung. Das Tokyo-Filmchen ist mit einer modifizierten Sony NEX-5N und einer großen Auswahl an verschiedenen Linsen erstellt.

Japan – in den Schatten gestellt

Shimbashi

Meine Japan-Affinität ist nicht nur rein theoretischer Natur, ich habe dieses Land auch schon einmal bereist, erwähnte das eine oder andere Mal, dass ich mich rückblickend ärgere, dass ich damals, vor etwas über fünf Jahren ein sehr beiläufiger Fotograf war, aber das alles rückt nun wirklich an den Rand der Betrachtungen, in den Schatten.

Nun möchte ich heute einen Ansatz der Fotofreunde von Spürsinn aufgreifen, die an http://www.shelterbox.de/ spenden wollen. Ich hatte mir noch http://www.aktion-deutschland-hilft.de/ notiert, die mir seinerzeit von Haiti noch ein Begriff waren.

Rettungsversuch Shinjuku

Shinjuku Roofs

Die Zeit der fehlenden fotografischen Betätigung erlaubt den Blick – auch in die digitale – Fotokiste, um einmal ältere Bilder zur Hand zu nehmen, solche, die am ersten Tage der Bearbeitung vielleicht nicht die Wertschätzung erfuhren, die Ihnen zusteht oder zum Zeitpunkt der Entstehung ein anderes großes Handicap hatten: die beschränkten Fähigkeiten des beiläufigen Fotografen.

Vor nun fünf Jahren reiste ich, an zeitgenössischer japanischer Musik und Literatur sehr interessiert, nach Tokio und hatte das Glück, dass ich über eine frühere Mitstudentin eine Japanerin kannte, die mir die Stadt zeigen konnte. Schon damals ermahnte sie mich, mehr zu fotografieren, aber ich knipste nur rum und hole nun peu a peu ein neues Foto heraus und versuche zu retten, was zu retten ist.

Tokioter Streifzüge – Interview mit Yuhi

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Das World Wide Web ist in der Tat manchmal eine erfreuliche Seite der Globalisierung, auch wenn sie mir zeigt, dass nicht nur in Deutschland, sondern praktisch zeitgleich in Japan die Frauen wegen irgendwelchen Schuhen H&M-Filialen bestürmen. Nun, das am Rande. In meinen flickr-Alben merkte ich vor einiger Zeit, dass der User hongkongmuffin immer wieder Bilder von mir zu seinen Favoriten hinzufügte. Mit einem Klick – ja, ja, das WWW! – schaute ich mir dann mal seine Bilder an und da gefielen mir doch so einige. Mit Kompaktkameras zieht Yuhi durch Tokyo, meiner ausgemachten Lieblingsstadt – außerhalb von Hamburg. Ich bat ihn also um Arbeitsproben und ein Interview. Hier kommt es – holprig und mit Werbelinks zu meinen Gunsten.

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Kannst Du uns ein wenig etwas über den Ort, in dem Du wohnst erzählen?

Ich lebe am Stadtrand von Tokyo, in Tama City und fahre oft nach Shinjuku (Anmerkung: größtes Kommerz- und Vergnügungsviertel im Westen Tokyos mit Sitz der Verwaltung) um zu fotografieren.

Du benutzt hochwertige Digitalkompaktkameras, wie die Ricoh GR Digital III (damit wurden hier gezeigte Fotos gemacht) oder auch die Sigma DP2. Warum? – Hast Du immer eine Kamera dabei oder packst Du sie für einen geplanten Fotowalk ein?

Außer auf der Arbeit habe ich eigentlich immer eine Kamera dabei, doch meistens gehe ich mit dem Vorhaben, Fotos zu machen, los.

Wie man in Deinem flickr-Stream sehen kann, bevorzugst Du urbane Fotografie in der Großstadt, aber Du beschränkst Dich nicht alleine auf die Architektur, sondern lichtest auch die Menschen ab, die sich in diesem Umfeld bewegen. Wo liegt darin die Faszination für Dich?

Ich fühle den Charme dieser künstlichen Umgebung. Diese wird die Welt früher oder später absorbieren. Es ist, wie das aktuelle Erscheinungsbild dieser Welt zu beobachten oder zu bannen, bevor es schon wieder vergangen ist.

Seit Du in letzter Zeit sehr viel im quadratischen Format fotografiert hast, reizen Dich denn auch klassische Analogkameras, wie zum Beispiel eine Hasselblad?

Ja, eine Hassey oder eine Rollei interessiert mich schon, doch sofern ich eine erlangen sollte, würde sich mein Stil der Fotografie nicht ändern.

Vielen Dank für das nette Gespräch. Ich will auch so eine Ricoh haben!

[Schweigen]

Tokyo Remastered

Orange Ginza Cab

Habe ich Blogpostschwemme? – Man weiß es nicht und wenn, dann gibt es dazu auch kein bundesweites Impfprogramm. Oink, oink! Ich hatte schon lange darüber nachgedacht, meine Fotos von meinem Trip nach Tokyo vor einigen Jahren nochmal durchzusehen und zu schauen, ob sich nicht doch etwas aus den beiläufigen Knipsergebnissen machen lässt.

Signs, Tracks and Sky

Ganze zwei Aufnahmen haben es in den Photoshop geschafft, mit deutlich besserem Willen wären wohl auch noch ein halbes Dutzend daraus geworden, die zugeschnitten, gerichtet, mit Alien Skin Exposure bearbeitet und gecolorkeyt wurden. Ich bin immer wieder erschüttert, wie ich eine derart weite Reise tun konnte, ohne auch nur irgendwelche fotografischen Ambitionen gehabt zu haben und stattdessen die Nikon Coolpix 5600 launig in die Gegend gehalten habe, obwohl ich vorhatte, einige Bilder daheim aufzuhängen. Ermahnungen meiner japanischen Freundin, ich möge mehr Bilder machen, wischte ich mit dem Hinweis, ich würde alles in Erinnerung behalten, vom Tisch. Kinder, fangt früh mit der Fotografie an, dann habt ihr später nicht so einen Ärger!

Das gesamte Tokyo-Album mit weiteren (unbearbeiteten) Bildern findet ihr hier.

Chris Jongkind – Tokyo


Photo: Chris Jongkind, all rights reserved

Der Kanadier Chris Jongkind hat ein besonderes Faible für die japanische Hauptstadt Tokio – das verbindet ihn und mich schon einmal. Was uns meilenweit trennt, ist der Umstand, dass er – wenn er in Japan ist – Fotos macht, die mir sehr gut gefallen. Als ich da war, habe ich ein bisschen rumgeknipst und trotz Ermahnung meiner japanischen Begleiterin zu wenig und vor allem zu beiläufig fotografiert. Heute ärgert es mich maßlos, dass nur ein halbes Dutzend Bilder dabei ist, dass mir gefällt. Ich suchte also im Netz und fand das Jongkind’sche flickr-Album, und war ganz furchtbar angetan. Er fängt die Stimmungen in dieser unbegreiflichen Stadt einfach ganz hervorragend ein – sein “Auge” beweist er auf vielen Bildern.


Photo: Chris Jongkind, all rights reserved

Die erste Aufnahme oben zeigt den Bahnhof Shimbashi, in dessen Nachbarschaft ich wohnte, mit dem Shinkansen-Schnellzug und auf dem unteren Bild ist eine der typischen kleinen Gassen in Tokio zu sehen, die man dank einer beeinduckend niedrigen Kriminalitätsrate auch nachts angstfrei passiert. So schön die Fotos von Chris, der mir freundlicherweise die Verwendung seiner Bilder gestattete, sind: schon doof, dass ich sie nicht habe machen können, weil ich noch kein “Blut geleckt” hatte, wie Martin Gommel es gestenreich in seinem Blog beschrieb.

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